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Türkspor Neckarsulm: "Der Tabellenplatz trügt allerdings gewaltig"

Trainer Julian Grupp von Türkspor Neckarsulm zieht Bilanz zur ersten Oberliga-Halbserie

von red/pm · 31.12.2025, 21:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

19 Spiele, Platz elf, viele Verletzungen – und dennoch Zuversicht. Julian Grupp blickt sachlich auf die erste Halbserie der ersten Oberliga-Saison der Vereinsgeschichte zurück. Der Trainer von Türkspor Neckarsulm spricht über verpasste Punkte, defensive Schwächen und die Härte einer ausgeglichenen Liga – aber auch über Chancen, Lernprozesse und die Hoffnung, nach einer intensiven Wintervorbereitung den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern.


Die erste Halbserie der ersten Oberliga-Saison in der Vereinsgeschichte ist gespielt. Wie fällt dein sportliches Gesamtfazit aus?

Julian Grupp: Wenn man die ersten 19 Spiele betrachtet, würde ich uns als Aufsteiger mit einer Note 3– bewerten. Tabellenplatz 11 hätte ich im Sommer vor der Saison so unterschrieben. Wenn man allerdings die Punkteausbeute sieht, ist das insgesamt zu wenig.

Wenn du auf die Halbserie zurückblickst: Was hat gut funktioniert und wo habt ihr noch Luft nach oben?

Julian Grupp: Wir haben uns in jedem einzelnen Spiel Chancen herausgespielt, das ist grundsätzlich positiv. Wir benötigen allerdings definitiv deutlich mehr Durchschlagskraft und müssen unsere Möglichkeiten effizienter nutzen. Gleichzeitig haben wir zu viele Gegentore bekommen – 33 Gegentreffer nach 19 Spielen sind einfach zu viel. Vor allem eine Vielzahl an Gegentoren nach bekannten Mustern müssen wir dringend abstellen.

Die Halbserie war auch von vielen Verletzungen geprägt. Wie sehr hat euch das beeinflusst?

Julian Grupp: Natürlich hat uns das getroffen, vor allem weil es Schlüsselspieler erwischt hat. Mert Okar, der in der Aufstiegssaison mit 24 Scorerpunkten ein sehr wichtiger Spieler für uns war, ist seit dem Vorbereitungsbeginn Ende Juni verletzt raus. Amir Brockman, den wir aufgrund seiner sehr guten Physis und Athletik verpflichtet hatten, stand verletzungsbedingt nur in vier Ligaspielen auf dem Platz. Ich konnte ebenfalls verletzungsbedingt nur sieben Ligaspiele absolvieren. Dazu gab es eine Phase, in der wir in mehreren Spielen hintereinander nur 12 bis 13 Feldspieler zur Verfügung hatten – das nimmt dir zwangsläufig viele Optionen.

Die Halbserie war von vielen Verletzungen geprägt. Wie sehr hat euch das beeinflusst?

Julian Grupp: In der Schlussphase der ersten Halbserie haben sich leider durch gegnerische Einwirkung auch noch Nick und Jan verletzt, sodass wir in den letzten beiden Ligaspielen eine neue Innenverteidigung und Abwehrkette bilden mussten. Das negative i-Pünktchen der Verletzungsmisere kam im letzten Spiel dazu: Murat verletzte sich ohne Fremdeinwirkung nach gerade einmal 15 gespielten Sekunden schwer am Oberschenkel, sodass unser Torwarttrainer Denis Begovic aus dem Nichts und ohne Spielpraxis zu seinem Oberliga-Debüt kam.
Aufgrund dessen ist in Summe Platz 11 in Ordnung. Der Tabellenplatz trügt allerdings gewaltig, da die Liga brutal ausgeglichen und eng ist – zwischen Platz 8 und Platz 16 liegen nur sechs Punkte.

Welche Lehren zieht ihr aus der ersten Halbserie für den weiteren Saisonverlauf?

Julian Grupp: Wir müssen generell im Spiel gegen den Ball auf allen Positionen besser werden und speziell in der Abwehrkette als Verbund. Im Spiel mit Ball müssen wir uns im letzten Drittel, insbesondere beim Torabschluss, verbessern und weiterentwickeln. Das sind die beiden wichtigsten Ansätze für die zweite Halbserie.

Wie wichtig ist die Winterpause und was steht in der Vorbereitung an?

Julian Grupp: Die Wintervorbereitung ist sehr wichtig für uns. Wir haben sechs intensive Wochen vor der Brust, um gezielt an unseren Themen zu arbeiten und Selbstvertrauen zu tanken, um dann – ähnlich wie in der letzten Saison – eine starke zweite Halbserie zu spielen.

Mit welchem Gefühl blickst du auf die Rückrundenspiele in 2026?

Julian Grupp: Das Auftaktprogramm mit dem Heimspiel gegen Villingen, den Auswärtsspielen in Essingen und Pforzheim sowie dem Heimspiel gegen Oberachern ist sehr anspruchsvoll. Dementsprechend werden wir sofort gefordert sein. Das klare Ziel ist weiterhin der Klassenerhalt, idealerweise so früh wie möglich. Ich bin positiv gestimmt, dass wir unser Ziel erreichen werden, auch weil die langzeitverletzten Spieler in der Vorbereitung hoffentlich wieder zurückkehren werden.