Obwohl der TSV Landsberg einen starken Auftritt hinlegte, gingen Spielertrainer Mike Hutterer (Mitte) und seine Teamkollegen gegen den FC Ingolstadt II leer aus.
Obwohl der TSV Landsberg einen starken Auftritt hinlegte, gingen Spielertrainer Mike Hutterer (Mitte) und seine Teamkollegen gegen den FC Ingolstadt II leer aus. – Foto: Thorsten Jordan

Beste Landsberger Leistung wird nicht belohnt

TSV verliert gegen den FC Ingolstadt II +++ Gundelfingen schlägt den SV Donaustauf +++ Kotterner Punkteteilung gegen Türkspor Augsburg +++ Nullnummer hilft Schwabmünchen wenig

Zwei Spieltage sind in der Bayernliga Süd vor der Winterpause noch geplant, ob sie angesichts der Corona-Lage auch stattfinden, ist fraglich. So ist es durchaus möglich, dass sich der TSV Landsberg mit einer Heimniederlage in die Pause verabschiedet hat. Obwohl die Lechstädter gegen den FC Ingolstadt II die vermeintlich beste Saisonleistung ablieferten. Nicht zufrieden ist auch der TSV Schwabmünchen, obwohl er vom Kellerduell beim SV Pullach mit dem 0:0 einen Punkte mitbrachte. Denn die Konkurrenz punktete dreifach, wie etwa der FC Gundelfingen, der das Spitzenteam des SV Donaustauf ins Straucheln brachte.

TSV Landsb.
0:1
Ingolstadt II

Nach Niederlagen ist die Stimmung meist schlecht. Nach der Partie des TSV Landsberg gegen FC Ingolstadt II war das bei Landsbergs Trainer Mike Hutterer allerdings anders. Der sprach vom spielerisch besten Saisonauftritt der Seinen, nur die altbekannte Abschlussschwäche verhinderte einen Punktgewinn. Dabei hatte der TSV diverse gute Chancen. Solche Szenen würden im Training intensiv geübt, versichert Spielertrainer Mike Hutterer. „Da fehlt es teilweise am Selbstvertrauen“, meint er.
Am Ende entschied ein Eigentor von Branko Nikolic die Partie. Hutterer nimmt den Unglücksraben aber in Schutz. „Er muss in der Situation reingrätschen und versuchen zu klären. Hinter ihm stand ein Ingolstädter frei.“ Nach dem Rückstand hatte Landsberg mehr vom Spiel und erarbeitete sich sieben bis acht aussichtsreiche Chancen, allein keine führte zum Torerfolg.
Noch schwieriger wurde die Aufgabe für die Hausherren ab der 75. Minute. Da sah Branko Nikolic auch noch Gelb-Rot nach einem Foul. „Er war schon geknickt wegen dem Eigentor und dem Platzverweis. Aber Innenverteidigern kann das immer mal passieren. Er ist ein Leistungsträger“, zeigt der Trainer Verständnis. Drei Minuten nach dem Platzverweis wurde dann Landsbergs zweiter Spielertrainer Muriz Salemovic eingewechselt, obwohl er wegen Knieproblemen eigentlich pausieren wollte. Doch auch Salemovic war es nicht vergönnt, wenigstens noch den Ausgleichstreffer zu erzielen oder bejubeln zu können. (cm) Lokalsport LT
Schiedsrichter: Dr. Markus Huber (Wurmannsquick) - Zuschauer: 300
Tor: 0:1 Branko Nikolic (6./Eigentor)
Gelb-Rot: Branko Nikolic (75./TSV Landsberg)

TSV Kottern
1:1
TürkAugsburg

„Es war ein wildes Spiel“, blickte Matthias Günes auf die 90 Minuten gegen Türkspor Augsburg zurück, wobei der Trainer des TSV Kottern die Punkteteilung letztlich als gerecht einordnete. Obwohl für die Allgäuer gerade in der ersten Halbzeit mehr drin war. „Leider haben wir aus der Überlegenheit zu wenig gemacht“, so Günes.
Die erste Aufregung gab es in der 25. Minute, als die Augsburger ein Handspiel im Kotterner Strafraum gesehen haben wollten – aber Schiedsrichter Elias Wörz entschied auf Ecke. „Für mich war das ein klarer Elfmeter“, ärgerte sich Türkspor-Trainer Serdar Dayat und forderte noch ein zweites Mal vergeblich einen einen Strafstoß für die Seinen.
Nach einer halben Stunde sendeten die Kotterner dann ein erstes offensives Lebenszeichen, doch der Distanzschuss von Nico Beutel war kein Problem für den gegnerischen Keeper. In der 32. Minute war es Armin Rausch, der nach einem Angriff der Kotterner im Getümmel des Strafraums den Überblick behielt und die Führung erzielte. Kurz vor der Pause musste dann Marcello Barbera den Platz nach einem Zusammenstoß verlassen, für ihn kam Kai Dusch ins Spiel. Kottern war in der ersten Hälfte die agilere Mannschaft, konnte die Überlegenheit auf dem Platz aber nicht für ein zweites Tor nutzen. Praktisch mit dem Pausenpfiff und aus dem Nichts, gelang Türkspor der Ausgleich. Oder besser gesagt, der TSV sorgte selbst dafür. Verteidiger Mirhan Kaya wollte klären und lenkte den Ball ins eigene Tor.
„Die zweite Hälfte war nicht so gut von uns“, räumte TSV-Coach Günes ein, lobte aber: „Die Mannschaft hat Kampfgeist gezeigt und den Punkt festgehalten – da hatten wir auch schon andere, unglücklichere Spielverläufe.“ (beß, fka)
Schiedsrichter: Elias Wörz (Friesenried) - Zuschauer: 200
Tore: 1:0 Armin Rausch (32.), 1:1 Mirhan Kaya (45./Eigentor)

Torhüter Dominik Dewein ist rechtzeitig zur Stelle und faustet den Ball vor dem Donaustaufer Elmin Idrizovic (Mitte) aus der Gefahrenzone. Wie seine Mitspieler (rechts Fabio Kühn) hatte der Gundelfinger Keeper einen Klassetag erwischt und einen Überraschungserfolg gegen die Oberpfälzer eingefahren.
Torhüter Dominik Dewein ist rechtzeitig zur Stelle und faustet den Ball vor dem Donaustaufer Elmin Idrizovic (Mitte) aus der Gefahrenzone. Wie seine Mitspieler (rechts Fabio Kühn) hatte der Gundelfinger Keeper einen Klassetag erwischt und einen Überraschungserfolg gegen die Oberpfälzer eingefahren. – Foto: Walter Brugger

Gundelfingen
1:0
Donaustauf

Es erinnerte an Ringen in der griechisch-römischen Variante, wie Co-Trainer Florian Strehle und Chefcoach Martin Weng sich nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen des Schwabenstadions balgten. Die Anspannung, aber auch die Freude musste auf diese Art raus, nachdem die von ihnen angeleiteten Fußballer des FC Gundelfingen gerade gegen den SV Donaustauf gewonnen hatten.
Es war ein überraschender, aber keineswegs unverdienter Sieg der Grün-Weißen, die sich gegen den Aufstiegsfavoriten in keiner Phase des Spiels versteckten. Lediglich am Ende war dann noch etwas zittern angesagt, „weil die Donaustaufer da aufgedreht haben. Selbst in Unterzahl waren die kaum zu stoppen“, wusste Weng und dachte nicht nur an Cihangir Özlokman, „bei dem du eigentlich immer zwei Mann brauchst, um ihm den Ball abzunehmen.“
Über weite Strecken setzten die Gundelfinger jedoch offensive Aktionen, ließen sich auch von der Härte des Aufstiegsaspiranten nicht einschüchtern. Deren Ex-Profi Sandro Gotal hatte schon früh gegen FCG-Angreifer Jonas Schneider seinem Frust über einen Ballverlust freien Lauf gelassen und hatte böse zugelangt. Mit der Verwarnung war Gotal gut bedient, nach einer Stunde musste er schließlich doch vom Platz. Diesmal hatte er gegen Maximilian Braun nachgetreten, Referee Florian Wildegger wurde von seinem Assistenten darauf aufmerksam gemacht und zog die Ampelkarte.
Kurz darauf ging der FCG durch Jonas Schneider in Führung. Zwar drehten die Donaustaufer nun richtig auf, zeigten ihr Potenzial – doch an einem Mann kamen sie nicht vorbei: Dominik Dewein. „Er hat auch ganz schwierige Bälle sicher gehalten, das war absolute Klasse“, lobte der sichtlich geschlauchte Weng seinen Keeper.
Schiedsrichter: Florian Wildegger (Wehringen) - Zuschauer: 280
Tore: 1:0 Jonas Schneider (67.)
Gelb-Rot: Sandro Gotal (60./SV Donaustauf/Nachtreten)

SV Pullach
0:0
Schwabmünch.

Der SV Pullach wollte alle Trümpfe ausspielen. Trotz eines Hauptplatzes in bestem Zustand wurde die Partie auf dem nebenliegendem Kunstrasenfeld austragen lassen. Doch auch dort ließ sich der TSV Schwabmünchen nicht überrumpeln. Wobei das torlose Remis zumindest kurzfristig keinem weiterhilft.
Auf dem engen Kunstrasenfeld spielte sich das Geschehen die meiste Zeit zwischen den Strafräumen ab, echte Torszenen waren Mangelware. Die vielleicht beste Chance des Spiels hatten die Pullacher nach etwa einer halben Stunde. Nach einem Missverständnis zwischen dem starken Schwabmünchner Keeper Elias Reinert und seiner Hintermannschaft verpassten es die Pullacher, denn Ball im schon eigentlich leeren Tor unterzubringen. Das war aber auch der einzige Wackler in der Schwarz-Weißen Defensive, in der vor allem Maik Uhde Schwerstarbeit mit der Bewachung von Pullachs Torjäger Gilbert Diep zu leisten hatte. Der SVP-Angreifer kam so nicht wirklich zum Zug, dafür konnte sich Uhde auch immer wieder gefährlich ins Spiel nach vorne einschalten
Schwabmünchens beste Chance hatte der emsige Robert Markovic-Mandic, dessen Schuss vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld ging. „Das wäre der Lucky-Punch gewesen“, trauert Schwabmünchens Trainer Guido Kandziora der Szene nach, der sich ansonsten mit dem Auftreten durchaus zufrieden zeigte: „Wir waren kreativ am Ball, haben die Bälle gut festgemacht. Das war eine Steigerung zu den letzten beiden Partien.“ (krup) Lokalsport SZ
Schiedsrichter: Stefan Treiber (Neuburg/Donau) - Zuschauer: 100

Kirchanschör
2:1
Schw. Augsb.

„Verdient“, bezeichnete Trainer Janos Radoki die Niederlage seines TSV Schwaben Augsburg. „Wir haben wieder unser Auswärtsgesicht gezeigt. Waren viel zu passiv und haben uns von der ersten Minute weg von der physisch starken Präsenz der Gegner beeindrucken lassen.“ Radoki hatte zwar noch gehofft, dass sich die Leistung seiner Mannschaft durch den Platzverweis von Kirschanschörings Yasin Gürcan (erst Foul, dann Spielverzögerung) und dem Führungstor durch Rasmus Fackler-Stamm verbessern würde. Doch seine Hoffnung erfüllte sich nicht.
„Nach unserem Tor haben wir dann komplett das Fußballspielen eingestellt“, ärgerte sich Radoki . So brauchte der SV Kirchanschöring nicht lange, um sich vom Rückstand zu erholen. Nur vier Minuten später schlug es im Tor von Schwaben-Keeper Patrick Rösch ein. Einen Konter nach einer Augsburger Ecke nutzten die Gastgeber durch Thorsten Nicklas zum 1:1. Und die Oberbayern schlugen in der 84. Minute erneut zu, als sie von einem kapitalen Fehlpass der Schwaben profitierten, der schließlich zum SVK-Siegtreffer durch Jonas Kronbichler führte. „Wir haben es versäumt, einen wichtigen Schritt zum Klassenerhalt zu machen“, bemerkte Radoki und warnte sein Team davor, „dass der Zug nicht wieder in die andere Richtung geht.“ (klan)
Schiedsrichter: Philipp Ettenreich (Zusamaltheim) - Zuschauer: 507
Tore: 0:1 Rasmus Fackler-Stamm (67.), 1:1 Thorsten Nicklas (71.), 2:1 Jonas Kronbichler (84.)
Gelb-Rot: Yasin Gürcan (48./SV Kirchanschöring)

Aufrufe: 021.11.2021, 18:30 Uhr
Walter BruggerAutor

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