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Spielbericht

Türkgücü überlegen, aber zu "grün": Erlbach siegt mit viel Glück

von Thorsten Eisenacker · 09.11.2025, 12:30 Uhr · 0 Leser
Die entscheidende Szene: Duxner wird bei seinem Tempogegenstoß per Foul gestoppt
Die entscheidende Szene: Duxner wird bei seinem Tempogegenstoß per Foul gestoppt – Foto: Charly Becherer

Ein denkwürdiges Heimspiel erlebten 220 Zuschauer in der Holzbau-Grübl-Arena: Der SV Erlbach bezwang den Tabellenletzten Türkgücü München mit 2:1 – ein Ergebnis, das den Spielverlauf kaum widerspiegelt.

Denn über weite Strecken bestimmten die Gäste aus der Landeshauptstadt das Geschehen, vergaben aber Chance um Chance. Am Ende stand der SVE als glücklicher Sieger da – ein Paradebeispiel für die alte Fußballweisheit: Wer oben steht, hat das Glück, wer unten ist, das Pech.

Führung durch Ramstetter, Ausgleich durch Awata

Schon nach zwei Minuten schien alles den erwarteten Lauf zu nehmen: Lenny Thiel legte mustergültig auf, und Levin Ramstetter traf trocken ins kurze Eck zur frühen Führung. Erlbach blieb zunächst am Drücker, doch mit zunehmender Spieldauer drehte Türkgücü auf. „Die ersten zehn Minuten waren sehr gut, da müssen wir das 2:0 machen. Danach haben wir es nicht mehr geschafft, unser Spiel durchzubringen“, analysierte Trainer Lukas Lechner, der auf die Ausfälle von Benjamin Schlettwagner und Wolfgang Hahn sowie auf die „psychisch wie physisch spürbare“ Belastung eines intensiven Jahres verwies. Fatjon Celani und Mohammed Awata vergaben vor der Pause mehrere Großchancen, ehe Awata in der 63. Minute doch noch den überfälligen Ausgleich erzielte.

Sammereier trifft per Foulelfmeter

Erlbach wirkte platt, Torwart Enrique Bösl rettete sein Team mehrfach vor dem Rückstand. Erst mit den Einwechslungen von Samuel Zwislsperger und David Vogl kam wieder Stabilität und Entlastung ins Spiel. Zwislsperger sorgte über links für Schwung, Vogl band die Bälle – und plötzlich kippte die Partie. Nach einem energischen Vorstoß von Tobias Duxner wurde dieser im Strafraum gefoult, Maximilian Sammereier verwandelte eiskalt zum 2:1 (82.).

In der Schlussphase hätte Erlbach sogar erhöhen können, doch Thiel und Duxner scheiterten knapp. Türkgücü blieb der Lohn für eine starke Leistung verwehrt – Erlbach hingegen feierte den neunten Saisonsieg und sprang auf Rang drei. „Die Jungs, die reingekommen sind, haben heute die Kohlen aus dem Feuer geholt“, lobte Lechner.

Elfinger: "Da sind wir zu grün"

Kaum zu fassen war die Niederlage für Rainer Elfinger: „Es ist richtig bitter für uns gelaufen, als Gastmannschaft in Erlbach so dominant aufzutreten, das schaffen nicht viele“, so Elfinger. „Aber wenn man so ein Gegentor kassiert, weiß man auch, warum wir unten stehen, da sind wir zu grün. Wenn wir das Foul ziehen, müssen wir es vorm Strafraum tun“

Erlbach rückt mit dem Sieg auf Platz 3 vor, Türkgücü bleibt Tabellenletzter.