Hasan Kivran ist dem Vernehmen nach nicht dazu bereit, die Finanzlücke zu stopfen.
Hasan Kivran ist dem Vernehmen nach nicht dazu bereit, die Finanzlücke zu stopfen. – Foto: kolbert-press/Ulrich Gamel/Imago images

Türkgücü bestätigt finanzielle Probleme: Punktabzug droht, Mannschaft zahlt Hotel aus eigener Tasche

Nachweis zur Nachlizenzierung

Türkgücü München bestätigt Probleme beim Nachweis zur Nachlizenzierung. Ein Punktabzug für den Drittligisten wird damit immer wahrscheinlicher.

München - Ein Leck von rund zwei Millionen Euro eröffnete sich Türkgücü bei der Überprüfung zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in der 3. Liga letzte Woche. Geschäftsführer Max Kothny hatte bis zum vergangenen Donnerstag Zeit, die Finanzlücke zu schließen, konnte aber „nicht alle erforderlichen Nachweise zur Nachlizenzierung“ vorweisen. Das bestätigte der Verein jetzt gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

Im ersten Schritt droht Türkgücü jetzt wohl ein Punktabzug. Mit Blick auf die aktuelle sportliche Situation ist dieses Szenario eine Katastrophe für die Heraf-Elf. Die Mannschaft von der Heinrich-Wieland-Straße steht derzeit schon auf einem Abstiegsplatz, ein Punktabzug würde die Lage noch weiter verschlimmern. Die sportliche Situation schreckt zudem mögliche Geldgeber ab. Gelingt es Türkgücü nicht, neue Investoren aufzureiben, droht möglicherweise sogar die Insolvenz.

Türkgücü: Spieler zahlen Hotelzimmer aus Mannschaftskasse

Der bisherige Geldgeber, Präsident Hasan Kivran, wollte zuletzt seine Anteile loswerden und weigerte sich daher, die Finanzlücke erneut zu stopfen. 2020 soll Kivran beispielsweise noch ein Minus von vier Millionen bei Türkgücü ausgeglichen haben. Diese Zeiten sind anscheinend vorbei. Ein neuer Geldgeber, der die Anteile des 55-Jährigen abkauft, ist gleichzeitig nicht in Sicht.

Die Gründe für die finanzielle Schieflage sind dabei vielfältig. Der geplante Börsengang im vergangenen August erzielte nicht die erhoffte Wirkung. Acht Millionen Euro hatte sich Türkgücü erhofft, dem Anschein nach vergeblich. Ein fehlender Haupt- und Trikotsponsor sowie die Geisterspiele kommen hinzu.

Den Ernst der Lage zeigt eine Aktion vom vergangenen Spiel beim SC Freiburg II: Nach Informationen der „SZ“ wollte Türkgücü mit einem kleineren Kader anreisen, um Kosten zu sparen. Damit aber niemand zu Hause bleiben musste, sollen die Spieler aus der Mannschaftskasse ein zusätzliches Hotelzimmer bezahlt haben. Gerüchte über vorgelegte Vertragsauflösungen halten sich ebenso hartnäckig. *tz.de ist ein Angebot von IPPPEN.MEDIA (kk) Anmerkung der Redaktion: Trotz des gleichen Nachnamens sind der Autor des Textes und Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny weder verwandet, noch verschwägert. Er schreibt die Texte im Auftrag der Redaktion tz/Münchner Merkur/Fussball Vorort.

Aufrufe: 027.1.2022, 11:10 Uhr
Korbinian KothnyAutor