SCF-Präsident Jakob Ettner legt sich für Türkgücüs Stadionplan ins Zeug.
SCF-Präsident Jakob Ettner legt sich für Türkgücüs Stadionplan ins Zeug. – Foto: Weber/Markus Fischer/Imago

Kollabiert der Türkgücü-Plan? SCF kämpferisch: „Alles dafür tun, dass der Verein überleben kann“

Ettner wehrt sich gegen Darstellung der Stadt

Die Stadt Fürstenfeldbruck hat auf die Planungen von Türkgücü und SCF reagiert und verweist auf ihre Entscheidungsgewalt. Präsident Jakob Ettner protestiert.

Fürstenfeldbruck - Die Telefondrähte zwischen Neuperlach und Fürstenfeldbruck glühen: Türkgücü München und der SC Fürstenfeldbruck tüfteln für den Regionalliga-Start des abgestiegenen Drittligisten. Zwischen Klubs und dem Bayerischen Fußballverband (BFV) scheint alles geklärt, ein wenig muss noch im Stadion nachgebessert werden und dann steht der Lizenz nichts mehr im Weg.

Aber jetzt reagierte die Stadt Fürstenfeldbruck auf die bereits weit ausgearbeiteten Pläne. Für Türkgücü München kommt es einer Hiobsbotschaft gleich: Türkgücü brauche die Erlaubnis der Stadt, um im Stadion an der Klosterstraße zu spielen. Die ist nicht da und muss gegebenenfalls noch diskutiert werden.

Stadt Fürstenfeldbruck im Unrecht? SCF-Präsident tobt über Reaktion auf Türkgücü-Pläne

„Ich kann belegen, dass diese Äußerungen nicht der Wahrheit entsprechen“, protestiert SCF-Präsident Jakob Ettner. „Nutzungsvereinbarungen wurden in der Vergangenheit schon zwischen dem SC Fürstenfeldbruck und den Nutzenden getroffen. Beim Spiel des TSV 1860 München gegen den FC Ingolstadt wurde das auf Bitte des Bürgermeisters möglich. Aber wenn er nicht mag, geht es wieder nicht ... ein Vertrag, der sieben Jahre gegolten hat, muss jetzt auch für Türkgücü gelten.“ Sondervereinbarungen mit der Stadt brauche es nicht.

Türkgücü München in Fürstenfeldbruck: Gästekäfig im Stadion abbaubar - Fan-Aufkommen gering

Die Nutzung an sich könne die Stadt also nicht verbieten, sagt Ettner. Und auch die Arbeiten im Stadion müssten nicht im Stadtrat diskutiert werden, ist er sicher: „Der Gästekäfig ist so konzipiert, dass er ohne Weiteres wieder demontiert werden kann und zwar ohne, dass Veränderungen an der Bausubstanz vorgenommen werden müssen oder mussten.“

Auch die Einwände bezüglich Anwohnerschutz und Verkehrsaufkommen kann Ettner nicht nachvollziehen. Auf dem Sportgelände sind unter anderem Eishockey- und Footballverein aus Fürstenfeldbruck heimisch. „Diese Vereine haben auch zwischen 700 und 1.000 Zuschauer, mehr werden es bei Türkgücü nicht“, wendet er ein.

Türkgücü: Stadion in Fürstenfeldbruck braucht Ausbau - Vereine wollen Kosten alleine tragen

Ettner tobt, den er wittert nach wie vor eine persönliche Fehde von Oberbürgermeister Raff gegen ihn, auch wenn Raff selbst das ganz klar von sich weist. „Sich dagegenzustellen, wenn das Stadion eine Wertsteigerung erfährt, beweist für mich, dass Herr Raff einen persönlichen Feldzug gegen mich führt, weil ich ihn damals angezeigt habe“, schimpft Ettner und betont: „Die Stadt muss keinerlei Kosten für die Ausbauarbeiten im Stadion tragen, das stemmen die Vereine selbst.“ Querstellen möchte sich Bürgermeister Raff nach eigener Aussage aber eigentlich gar nicht. Er verweist aber darauf, dass die Stadt als Stadioninhaber de Plänen einwilligen muss.

Das zu diskutieren würde allerdings Zeit kosten, die Türkgücü nicht mehr hat. Diskussionen über den Juni hinaus würden das Ende der Regionalliga-Träume bedeuten, wer auch immer dann Recht behalten sollte. Denn die Auflagen des Verbandes müssen bis Ende Juni erfüllt sein.

„Türkgücü darf nicht sterben“: SCF-Präsident will für den Regionalliga-Start kämpfen

Dieses Zeitproblem hätten die Vereine selbst zu verantworten, sagt Raff. Schließlich hätte sie sich viel früher melden können. Ettner tobt über diesen Vorwurf: „Ich habe bereits am 19. April mit dem zuständigen Amt gesprochen und das ist dem Bürgermeister bekannt“, pocht er, „mit dem Amtsleiter wurde das Vorgehen ausführlich erörtert. Es muss nicht immer alles über den Bürgermeister laufen.“

Aber jeder Ärger ist umsonst: Türkgücü München braucht eine schnelle Lösung. Und Ettner verspricht: „Wir werden alles dafür tun, dass Türkgücü überleben kann. Wir werden, um den Verein nicht zu gefährden, das Gespräch mit der Stadt suchen. Türkgücü darf nicht sterben. Und wenn es die Sache erschwert, dass Bürgermeister Raff und ich ein angespanntes Verhältnis haben, ziehe ich mich notfalls auch aus den Gesprächen zurück, lasse mich vertreten.“ (moe)

Aufrufe: 013.5.2022, 15:25 Uhr
Moritz BletzingerAutor