Benedikt Kirsch (li.) und Thomas Haas (re.) fiebern der 3. Liga entgegen.
Benedikt Kirsch (li.) und Thomas Haas (re.) fiebern der 3. Liga entgegen. – Foto: Sven Leifer

Euphorie bei Türkgücü - und »riesige« Vorfreude auf den DFB-Pokal

Drittliga-Neuling sieht sich im Soll, im Offensivbereich wird sich noch etwas tun +++ Trainingsstart am 3. August

"Wir werden eine schlagkräftige Mannschaft haben", verspricht Türgücü Münchens Sportlicher Leiter Roman Plesche. Emsig basteln er und Geschäftsführer Max Kothny gerade am Kader für das Abenteuer 3. Liga. Fünf Neuzugänge hat das junge Führungsduo schon an Land ziehen können. FuPa hat mit Roman Plesche über die Kaderplanung, den Trainingsstart und die Stimmung beim Aufsteiger gesprochen.
"Wir sind mit unseren bisherigen Aktivitäten im Soll. Im Defensivbereich sehen wir uns schon gewappnet. Jetzt werden wir das Augenmerk auf die Offensive legen. Da wird sich sicher noch etwas tun", skizziert Plesche den Stand der Dinge. Stefan Stangl (28 Jahr alt / kommt von St.Pölten, Bundesliga Österreich), Erol Alkan (26 / PFC Beroe Stara Zagora / 1. Liga Bulgarien), Alexander Laukart (21 / FC Den Bosch / 2. Liga Holland), Marco Raimondo-Metzger (28 / SV Heimstetten) und Jordaine Jaeger (18 / FC Ingolstadt U19) sind bisher dem Lockruf von Türkgücü gefolgt. Drei, vier Talente aus der eigenen U19 werden hochgezogen und dürfen sich in der Vorbereitung beweisen. Jetzt soll noch die Schlagkraft an vorderster Front erhöht werden. Vor allem nach dem Abgang von Patrick Hasenhüttl (zur SpVgg Unterhaching), der die meisten Treffer für Türkgücü erzielte, sieht Plesche in diesem Bereich noch Handlungsbedarf.

Wenn wieder Fans rein dürfen: Türkgücü rechnet mit 5.000 bis 6.000 im Schnitt.

Am 3. August bittet Neu-Coach Alexander Schmidt (52) seine Truppe zum Start in die Vorbereitung. Ein Trainingslager soll es auch in diesem außergewöhnlichen Sommer geben, wie Plesche versichert: "Wir wissen zwar noch nicht genau wo, aber es wird eines geben. Entweder in Bad Gögging oder in Österreich."
In und um den Verein hat der Sportliche Leiter trotz der derzeit für den Fußball immer noch schwierigen Lage eine Euphoriestimmung ausgemacht: "Die Fans können es kaum erwarten. Wir sind der erste Verein mit Migrationshintergrund im deutschen Profifußball. München kann sich freuen." Ganz besonders fiebern Plesche und Co. einem weiteren Ereignis entgegen: "Wir freuen uns riesig auf den DFB-Pokal. Es wird unsere erste Teilnahme sein." Der zum Aufsteiger der Regionalliga Bayern erklärte Verein geht fest davon aus, in der ersten Runde, die wahrscheinlich am Wochenende des 11. bis 13. September über die Bühne gehen soll, dabei zu sein. Die Ligaspiele wird Türkgücü neben dem TSV 1860 und dem FC Bayern II im Grünwalder Stadion austragen, einige noch zu terminierende Begegnungen werden auch im Olympiastadion stattfinden. Wenn wieder Fans ins Stadion dürfen, kalkuliert der Klub mit einem Zuschauerschnitt von 5.000 bis 6.000 Besuchern.

Trainingsgelände schon profitauglich?

Bleibt die Frage nach den Trainingsbedingungen. Mit dem raketenhaften Aufschwung konnte das Gelände an der Heinrich-Wieland-Straße nicht mithalten. Noch in der Regionalliga musste sich Türkgücü die Plätze teilweise mit Kreisklassisten teilen. Mit Profifußball hatte das wenig zu tun. Auch hinsichtlich der Problematik soll es vorangehen, wie Plesche abschließend wissen lässt: "Alles sind bemüht, die Strukturen anzupassen. Da tut sich einiges, zum Beispiel bei den Kabinen. Aber das geht nun mal nicht von heute auf morgen."



Aufrufe: 8.7.2020, 08:52 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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