Beim Gastspiel des TKV Forchheim in Wichsenstein kam es zum Einsatz der Polizeiinspektion Ebermannstadt (Fotos: Zink/Huber).
Beim Gastspiel des TKV Forchheim in Wichsenstein kam es zum Einsatz der Polizeiinspektion Ebermannstadt (Fotos: Zink/Huber).

Dritter TKV-Platzverweis endet im Polizeieinsatz

Tumulte beim Gastspiel der Forchheimer in Wichsenstein +++ Ordnungshüter ermitteln noch

Die sonntägliche Partie zwischen dem FC Wichsenstein und dem TKV Forchheim fand mit dem Spielabbruch ein unrühmliches Ende, begleitet von einer Auseinandersetzung unter den Zuschauern und einem Polizeieinsatz. Die beteiligten Klubs beziehen Stellung.

Einigkeit herrscht nur in diesem Punkt: Bis auf wenige Ausnahmen begegneten sich die Akteure auf dem Platz mit einer üblichen, nicht überharten Gangart. Trotzdem kochten schon in der 19. Minute mit dem ersten von drei Feldverweisen gegen die Gäste die Emotionen hoch. "Die erste Rote Karte basierte auf der Vermutung, dass unser Spieler den Schiedsrichter beleidigt hat", erklärt TKV-Spielertrainer Serdar Kuygun. Wichsensteins Abteilungsleiter Andreas Endres befand dagegen: "Bei jedem kleinen Allerweltsfoul stand sofort eine TKV-Spielertraube um den Unparteiischen. Er hat sich einiges anhören müssen und daher schnell durchgegriffen."

In der zweiten Halbzeit geriet Kuygun beim Stand von 1:1 selbst mit dem jungen Unparteiischen aus dem Raum Bamberg, der sich mit guten Kritiken bereits für höhere Spielklassen empfehlen konnte, aneinander. Und sah ebenfalls die Rote Karte. "Ich habe mich nur beschwert, weil er ein klares Foul an mir nicht geahndet hat", verteidigt sich der Trainer des bisherigen Spitzenreiters. Zwei klare Elfmeter seien seinem Team verweigert worden. Mit zwei Mann mehr wären die Hausherren glücklich gewesen, das Remis über die Zeit zu bringen, ehe die Lage in der Schlussphase eskalierte.

"In Kung-Fu-Manier wurde unser Spieler von den Beinen geholt und danach noch beschimpft", berichtet Kuygun. Die dritte Rote Karte aber sah der Gefoulte selbst, der nachgetreten und eine Beleidigung ausgesprochen haben soll. Kuygun: "Er soll seinen Gegenspieler beim Aufstehen in den Unterleib geschlagen haben." Auf seine Bitte hin, so der Forchheimer Trainer, sei die Partie daraufhin abgebrochen worden: "Es macht so keinen Spaß mehr. Zwischen den Mannschaften war überhaupt nichts."

Tumult mit Zuschauern

Andreas Endres sah den Grund für den Abbruch indes in massiven Gewaltandrohungen seitens der Gäste gegen den Schiedsrichter, der die Polizei anforderte. Die aufgeheizte Stimmung entlud sich in einem Tumult. "Nach einem Ruf von den Zuschauerplätzen ist ein TKV-Spieler ausgerastet", berichtet Markus Stenglein, zweiter Abteilungsleiter in Wichsenstein. "Zu schweren Verletzungen kam es nach ersten Erkenntnissen nicht", heißt es in einer Mitteilung der Polizeiinspektion Ebermannstadt, die mit zwei Streifenwagen angerückt war. Ermittlungen und Befragung der Zeugen stünden erst am Anfang.

Sportgerichtlich spricht vieles dafür, dass der FC Wichsenstein die Punkte am grünen Tisch erhält. Serdar Kuygun schreibt damit die Meisterschaft für den TKV, der nun einen Punkt hinter Effeltrich rangiert, ab: "Wir werden in den nächsten Wochen mit der 2. Mannschaft auflaufen und uns auf die Relegation konzentrieren." Die Reaktion soll auch eine symbolische sein, sieht sich doch Kuygun nach dem abermaligen Vorfall, in dem seine technisch versierte Truppe in Konflikt mit Schiedsrichtern geriet, klar benachteiligt: "Seit unserer öffentlichen Kritik pfeift uns außer dem Einteiler keiner mehr aus der Gruppe Forchheim." Im Oktober 2014 hatte der TKV erstmals über einseitige Entscheidungen zu Gunsten seiner Gegner geklagt.

Aufrufe: 013.4.2015, 13:21 Uhr
bra/gu (NN Forchheim)Autor

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