Ein Wiesenter fand sein Glück im Wörther Tor. Seit 2014 ist Maximilian Fichtl der große Rückhalt der TSV-Fußballer, die mit ihm in die Kreisliga aufgestiegen sind.
Ein Wiesenter fand sein Glück im Wörther Tor. Seit 2014 ist Maximilian Fichtl der große Rückhalt der TSV-Fußballer, die mit ihm in die Kreisliga aufgestiegen sind. – Foto: Markus Schmautz

Der Wiesenter, der sein Glück im Wörther Tor fand

Max Fichtl ist seit Jahren der große Rückhalt beim TSV Wörth +++ Der ehrgeizige Sportler träumt von der Bezirksliga

Torwart Maximilian Fichtl wohnt in Wiesent, spielte lange Zeit auch für seinen Heimatverein Fußball. Und dennoch fand er ausgerechnet beim Rivalen aus Wörth sein großes Glück.

Das Fußballspielen hat Max Fichtl von jeher fasziniert und in seinen Bann gezogen. Der großgewachsene Sportler merkte schon bald, dass er sich im Tor am wohlsten fühlt und seinen Teams dort am besten helfen kann. „Natürlich begann ich bei meinem Heimatverein, dem SV Wiesent, mit dem Fußballspielen, durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften.“ Als Fichtl in Großfeldmannschaften am Ball war, gab es noch die JFG Donauebene, in der Fußballer aus Wörth, Wiesent, Hofdorf, Kiefenholz, Pfatter und Geisling gemeinsam auf Punktejagd gingen. Und zwar durchaus auch höherklassig. So durfte Fichtl das Tor in der U17-Bezirksoberliga und in der U19-Kreisliga hüten. Dabei war er immer Stammkeeper. Dies änderte sich, als er in den Herrenbereich überwechselte. „In meiner ersten vollen Saison im Seniorenbereich kam ich in der ersten Mannschaft des SVW lediglich auf vier Einsätze. Mein Anspruch war es aber, dauerhaft in einer Ersten spielen zu wollen, was in Wiesent allerdings nicht möglich war.“

Walter Luttner, der damalige Trainer des TSV Wörth, der Fichtl mehrere Jahre in der Jugend gecoacht hatte, bekundete sein Interesse. „Viele Spieler des TSV kannte ich schon aus der JFG, von Walter Luttner hielt und halte ich viel. Somit war die Entscheidung relativ schnell gefällt. Im Sommer 2014 stand ein Wechsel zum Nachbarrivalen TSV 1873 Wörth an“, erklärt Fichtl, der sich vom ersten Tag an sehr wohl gefühlt hat und von der „perfekten Lösung“ spricht. „Ich wurde toll aufgenommen und glaube, es können alle anderen Neuzugänge ebenfalls bestätigen, dass das beim TSV so ist. Die Integration wird einem leicht gemacht.“ Und Fichtl eroberte sich auf Anhieb den erhofften Stammplatz in der Kreisklassen-Mannschaft des TSV. Das Ziel der Luttner-Schützlinge war die Kreisliga! Nachdem man einige Male – teilweise sehr knapp – am Ziel vorbeigeschrammt war, konnte man in der Saison 2017/18 die souveräne Meisterschaft in der Kreisklasse 1 mit 70 Punkten und 100:19 Toren einfahren. Maximilian „Fax“ Fichtl, 1,91 Meter groß und 80 Kilogramm schwer, stand dabei in 25 von 26 Partien als großer Rückhalt im Tor.

Im Kreisliga-Premierenjahr spielte der TSV bis zur letzten Sekunde der Saison um den Aufstieg in die Bezirksliga mit. Trotz eines Sieges am letzten Spieltag gegen die SpVgg Ziegetsdorf musste man Burgweinting und dem Gegner aus Ziegetsdorf letztendlich den Vortritt lassen. „Mund abputzen, aufstehen, weitermachen“, lautet das Motto von Max Fichtl, der ein großes Ziel vor Augen hat. „In meinem letzten Jugendjahr in der JFG kam ich für den SV Wiesent bisher zu meinem einzigen Bezirksliga-Einsatz. Das soll aber nicht mein letzter sein! Unsere Mannschaft hat Potenzial. Ich werde alles dafür tun, um mit dem TSV in die Bezirksliga aufsteigen zu können.“ Von Trainer Ilhan Capar hält er viel, der Mannschaft bescheinigt er Potential und auch außerhalb des Platzes tut sich einiges. „Abteilungsleiter Matthias Groß und sein Team leisten tolle Arbeit. Das war aber auch bei Vorgänger Armin Lorenz jederzeit der Fall.“

Max Fichtl, dessen Vorbild in Jugendjahren Oliver Kahn mit seiner unglaublichen Präsenz auf dem Platz war, ist selbstbewusst und ehrgeizig: „Als Sportler muss man sich immer Ziele setzen, diese vor Augen haben und sie verfolgen!“ Beruflich tätig ist der Maschinenbau-Master am Technologiecampus in Parsberg. Sport sieht er als großen Ausgleich zum Beruf. „Täglich, außer wenn ich im Home-Office arbeite, verbringe ich auf den Weg zur Arbeit und zurück etwa 90 Minuten auf der Straße. Das nehme ich gerne in Kauf, aber die 90 Minuten auf dem Fußballplatz am Wochenende gehen mir sehr ab!“

In Wörth ist Maximilian Fichtl nicht nur aufgrund seiner Leistungen als Torwart, sondern auch wegen seiner geselligen Art sehr geschätzt. „Wenn es etwas zu tun gibt, ist der Max dabei. Egal ob ein Weinfest oder die Aktion Rama dama anstehen. Auf ihn ist Verlass“, lobt Abteilungsleiter Matthias Groß. Fichtl gehört zudem dem Festausschuss des TSV Wörth an. „In Zeiten von Corona kann man natürlich nur schwer planen. Dennoch hoffe ich natürlich, dass wir 2023 unser 150-jähriges Vereinsjubiläum in einem großen Rahmen gebührend feiern können!“

Innerhalb der Mannschaft fungiert er als Mannschaftskassier. Zudem ist er sich nicht zu schade, hin und wieder Mal ein Torwarttraining im Jugendbereich zu übernehmen. „Ich hatte so etwas damals nicht. Den Jungs gefällt und hilft es. Wenn ich Zeit habe, stelle ich meine Dienste gerne wieder zur Verfügung, wenn Corona es endlich wieder zulässt.“ Das Training mit seinen Kumpels auf dem Fußballplatz fehlt ihm sehr. „Ich fiebere dem Tag entgegen, an dem endlich wieder Normalität einkehrt. Mir geht nicht nur der Wettkampf, sondern auch der gesellige Aspekt ab.“ In seinem Keller mitten in Wiesent baut er sich derzeit eine Bar im TSV-Look. Bereits einsatzfähig ist seine rot-weiße TSV-Dart-Area mit LED-Beleuchtung. Und 2020 zeichnete sich der Klassekeeper sogar als Torschütze aus. Und zwar erzielte er in der Nachspielzeit beim Auswärtsspiel in Illkofen den Treffer zum 2:2-Endstand!

969 Aufrufe3.5.2021, 08:00 Uhr
Markus SchmautzAutor

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