Beim Jubeln verletzte sich Meitingens Abteilungsleiter Torsten Vrazic und musste von Verena Wagner und Carina Gebhard am Spielfeldrand behandelt werden.
Beim Jubeln verletzte sich Meitingens Abteilungsleiter Torsten Vrazic und musste von Verena Wagner und Carina Gebhard am Spielfeldrand behandelt werden. – Foto: Karin Tautz

Selbst Jubel bereitet Meitingen Schmerzen

Beim Siegtreffer gegen Ecknach verletzt sich Abteilungsleiter Vrazic +++ Bei Altenmünster spielt Corona eine Rolle +++ Schlechtes Gefühl bei Wertingens Krebs bestätigt sich

Wie schnell sich Stimmungen innerhalb einer Fußballmannschaft ändern können, zeigt sich beim TSV Meitingen. Noch vor einer Woche sah die sportliche Welt bei den Lechtalern in der Bezirksliga Nord nach dem 2:2 beim Derby in Wertingen eher düster aus. Doch dann folgte ein 4:2-Erfolg im Nachholspiel beim TSV Nördlingen II und als Sahnehäubchen drei Tage später der 2:1-Sieg gegen den bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter VfL Ecknach.

Und sind die als Favorit in die Saison gestarteten Meitinger wieder im Aufstiegsrennen. „40 Punkte sind unser Ziel“, wiegelt Abteilungsleiter Torsten Vrazic mit schmerzverzerrtem Gesicht ab. Er hatte sich beim Torjubel verletzt. Nachdem Alexander Heider in allerletzter Sekunde zum 2:1 traf, raste der Meitinger Fußball-Boss wie von der Tarantel gestochen zum Jubeln aufs Spielfeld, um dort jäh zu stoppen. „Ich verspürte einen Stich in der Wade und konnte von einer Sekunde auf die andere gar nicht mehr laufen. Da bin in die Coaching-Zone zurück gerobbt“, spricht er von einem Muskelfaserriss in der Wade. Die Schmerzen waren ihm nach diesen „geilen Fußballspiel vor über 300 Zuschauern“ egal.

Viele kamen auch in die Lechauen, um sich im Sportheim des TSV Meitingen eine Corona-Impfung abzuholen. „Es wurde fleißig geimpft. Die Leute sind Schlange gestanden“, berichtet Vrazic, der lediglich einen Wermutstropfen verkraften musste: Die Rote Karte gegen Xhevalin Berisha, der sich nach dem Schlusspfiff noch mit Gegenspielern anlegte und zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Vrazic: „Er wurde beleidigt und hat sich gewehrt.“

Beim SC Altenmünster hatte man sich das Wochenende ganz anders vorgestellt. Vor allem Kapitän Sebastian Kaifer, der am Samstag seine Braut Kathrina vor den Traualtar führte und hinterher mit der Familie, Freunden, Verwandten und Bekannten in Wertingen zur Hochzeitsfeier lud. Trotz einer kurzen Nacht ließ es sich Kaifer nicht nehmen, am Tag danach sein Team als Spielführer in Pöttmes auf das Feld zu führen. Im Bezirksliga-Kellerderby wollten die Gäste nämlich den Bock umstoßen. Doch dazu kam es nicht. Mit Spielertrainer Peter Ferme und Angreifer Fahad Barakzaie fielen neben einigen Urlaubern und Verletzten kurzfristig auch noch zwei Akteure aus, die wegen positiver Corona-Tests in Quarantäne geschickt wurden. Keine guten Voraussetzungen für Kaifer auf ein nachträgliches Hochzeitsgeschenk, zumal er sich zu allem Überfluss nach 51 Minuten auch noch eine Gelb-rote Karte einhandelte. So war es keine Überraschung, dass am Ende ein 3:0-Sieg für Pöttmes auf der Anzeigentafel stand.

Viermal in Folge war zuletzt der TSV Wertingen ohne Niederlage geblieben. Beim FC Horgau sollte der Lauf am besten mit einem Sieg fortgesetzt werden. Doch daraus wurde es bekanntlich nichts. Mit 4:2 behielt der Neuling aus dem Landkreis Augsburg die Oberhand. Für TSV-Abteilungsleiter Christoph Krebs kam dieses Ergebnis so überraschend freilich nicht. „Ich hatte schon im Vorfeld ein ungutes Gefühl“, ahnte er, dass der Gegner eine gute Mannschaft habe. „Leider haben sich meine Befürchtungen bestätigt“, bilanzierte Krebs. Dabei war der Abteilungsleiter in Horgau gar nicht vor Ort. (oli, her)

Mehr Lokalsport gibt es unter www.augsburger-allgemeine.de und www.wertinger-zeitung.de

Aufrufe: 014.9.2021, 17:49 Uhr
Walter BruggerAutor

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