Indisponiert traten die Neutraublinger (schwarzes Trikot/hier Flo Knauer im Hinspiel) auf.
Indisponiert traten die Neutraublinger (schwarzes Trikot/hier Flo Knauer im Hinspiel) auf. – Foto: Christian Brüssel

Neutraubling im Tal der Tränen

Eine 1:6-Klatsche in Bad Kötzting besiegelt den direkten Abstieg des TSV aus der Fußball-Landesliga Mitte.

Das erste Landesliga-Jahr in ihrer Historie bleibt für die Fußballer des TSV Wacker Neutraubling vorerst das einzige. Am Samstag trat der „Worst Case“ ein, jener, den die interimsweise von Alex Eirich und Tobias Hauser trainierte Mannschaft unter allen Umständen abwenden wollte. Selbst überfordert im Auswärtsspiel beim 1. FC Bad Kötzting und mit einer 1:6 (0:4)-Niederlage beinahe noch gut bedient, gewann Burglengenfeld das Parallelspiel in Seebach (2:0) – und überflügelt den TSV auf den letzten Drücker, um ihn so auf direktem Weg in die Fußball-Bezirksliga zu schicken.

Das schlimmste aller möglichen Szenarien hat sich Neutraubling selbst zuzuschreiben. Während die Konkurrenz den Abstiegskampf annahm und hintenraus fleißig punktete, standen aufseiten des TSV zum Saisonende vier Niederlagen in Serie. Die Krönung des Ganzen war eine indiskutable Leistung gegen befreit aufspielende, weil bereits gerettete Kötztinger. Mit solch einem Auftreten hat man in der Landesliga nichts zu suchen.

Die Gäste mussten frühe Nackenschläge verkraften, die ihren Willen brachen. Und so war schon nach 45 Minuten und FC-Doppelpacks von Jonas Berzl (4./40.) und Tim Welter (6./31.) alles klar am Roten Steg. Die Heimelf verwertete ihre Chancen hier eiskalt. Vom Horrorstart in die Partie erholte sich der TSV nicht mehr, ergab sich seinem Schicksal und musste im zweiten Abschnitt noch zwei weitere Gegentore hinnehmen. Binnen 90 Sekunden machten Michal Hvézda (66.) und Max Drexler das halbe Dutzend voll. Robin Peters Ehrentreffer für Neutraubling (85.) ging ein schmeichelhafter Elfmeterpfiff voraus.

Mit einer seiner schlechtesten Leistungen dieser Saison verabschiedet sich Wacker also aus der Landesliga. Abteilungsleiter und Interimstrainer Alex Eirich tat sich auch am Tag nach der zweithöchsten Saisonpleite nicht leicht, einen Erklärungsansatz zu finden. „Uns haben die zwei frühen Gegentore das Genick gebrochen“, meinte Eirich: „Das Spiel war dann schnell gelaufen.“ Kötzting sei effektiv mit seinen Torchancen umgegangen und habe den Seinen aufgezeigt, wie man als Mannschaft Erfolg haben kann. Nun richtet sich der Blick nach vorne. Zeitnah soll der neue Cheftrainer vorgestellt werden für den Wiederangriff in der Bezirksliga.

Aufrufe: 022.5.2022, 18:49 Uhr
Florian WürtheleAutor