Mit viel Applaus wurde Helmut Brüwer (Mitte) aus dem TSV-Vorstand verabschiedet.
Mit viel Applaus wurde Helmut Brüwer (Mitte) aus dem TSV-Vorstand verabschiedet. – Foto: Swaantje Hehmann

Auch nach Brüwers Abschied profitiert der TSV Wallenhorst

Bekanntes Gesicht verlässt den Vorstand / Insgesamt seit 27 Jahren im Ehrenamt

Großen Beifall gab es auf der Jahreshauptversammlung des TSV Wallenhorst für einen Mann, der im letzten Vierteljahrhundert aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken war: Helmut Brüwer wurde von den Vorstandskollegen Gerhard Lorenz, Frank Schurr, Manfred Dierker und Dirk Nowak mit einem Stadion-Gutschein für ein Champions League- oder Bundesligaspiel seines Lieblingsclubs Borussia Dortmund und einer Einladung zum Essen in den Ehrenamts-Ruhestand verabschiedet.

Bei der Dankesrede verdrückte der 69-Jährige die ein oder andere Träne. „Ich werde mich aber wie bisher noch um die Buchungen und die Finanzen kümmern. Das habe ich versprochen“, will Brüwer noch nicht komplett aufhören. An vorderster Front ist trotzdem Schluss. Zwei leichte Schlaganfälle im vergangenen Jahr hatten seinen schon länger ins Auge gefassten Abschied leichter gemacht.
Seit 1994, als Brüwer wegen seiner Söhne David und Vincent als A-Jugendtrainer ins Ehrenamt einstieg, drehte sich vieles in seinem Leben und dem seiner Frau Maria um den Fußball und den TSV Wallenhorst. Brüwer war im Jahr 2003 unter anderem der Ideengeber der erfolgreichen Jugendspielgemeinschaft Wallenhorst/ Lechtingen im Fußball. Außerdem bleiben der Gewinn der Grammann-Spiele als Trainer mit einer F-Jugend sowie die Ausrichtung der Grammann-Spiele als Jugendleiter 2001 unvergessene Ereignisse.
In den Gesamtvorstand rückte der IT-Fachmann auf, als es 2011 im Verein, insbesondere in der Fußballabteilung, rumorte. Brüwer löste damals Claus Landwehr als Vorsitzenden ab, um sich gleich im Jahr danach „abzuschaffen“ – denn auf seine Initiative installierte der TSV Wallenhorst 2012 zusammen mit Michael Röwekamp und Gerhard Lorenz einen gleichberechtigten Drei-Personen-Vorstand. „Wir dachten schon ein wenig, wir kommen vom Regen in die Traufe. Helmut hat aber alle Bedenken schnell beseitigt. Die Zusammenarbeit verlief völlig problemlos, und wir waren all die Jahre sehr froh, ihn dabei zu haben“ macht das langjährige Vorstandsmitglied Gerhard Lorenz aus der Leichtathletikabteilung Brüwers Verdienste für den TSV deutlich. „Helmut hat sich trotz seines Interesses für den Fußball insgesamt um alle Abteilungen gekümmert und zusätzlich für die Finanzbuchhaltung sehr viel Zeit aufgebracht.“
Im Rückblick freut sich Brüwer, dass sich seine Idee der JSG Wallenhorst/Lechtingen trotz anfänglicher Widerstände gut bewährt hat. „Die JSG ist mein Kind, und ich denke, sowohl Wallenhorst als auch Lechtingen haben davon sehr profitiert, wenn man sich die Erfolge der letzten 15 Jahre in der Jugend und bei den Erwachsenen anschaut“, so Brüwer. Für die erste Männermannschaft des TSV ging es von der Kreisklasse bis zwischenzeitlich in die Landesliga. Lechtingen gehört zu den ambitioniertesten Teams der Bezirksliga. Die B- und C-Junioren-Teams waren lange fester Bestandteil der Landesligen. „Außerdem habe ich eine Verwaltungssoftware eingeführt, mit der sich der Verein gut verwalten lässt“, freut sich Brüwer, dass der TSV noch länger von seiner Vorstandsarbeit profitieren dürfte.
Nun wird sich der 69-Jährige mehr seinem Hobby, dem Reisen mit dem Wohnmobil, widmen. Als Nächstes steht mit seiner Frau ein Trip nach Südfrankreich an. „Natürlich werde ich weiter meinen Söhne Vincent in Wallenhorst und David in Holdorf bei den Spielen besuchen. Ich freue mich außerdem auf viel Zeit mit meinen Enkelkindern“, verspricht Brüwer auch künftig den ein oder anderen Besuch auf dem Sportplatz an der Kaisereiche.

Aufrufe: 026.7.2021, 09:50 Uhr
Peter Vorberg / Neue Osnabrücker ZeitungAutor