
Der TSV Stelingen hat am Sonntag mit einem klaren 4:1-Erfolg über den SV Sportfreunde Anderten 1922 seine Serie ohne Niederlage fortgesetzt und sich in der Spitzengruppe der Tabelle festgesetzt. Während Stelingen-Trainer Edis Bajrovic vor allem das hohe Tempo und die Intensität seines Teams hervorhob, sprach Andertens Coach Tobias Faust von einer verdienten Niederlage, wollte den Blick aber auf die kommenden Aufgaben richten.
Chancenverwertung bleibt Schwachpunkt beim Sieger
„Wir waren von der ersten Minute an spielbestimmend“, stellte Bajrovic nach Abpfiff fest. Schon früh sei seine Mannschaft zu klaren Chancen gekommen, „doch Lukas Brinkmann, Jonathan Mai und Jannik Klemm konnten freistehend vor dem Torhüter den Ball nicht im Netz unterbringen.“ Besonders die Leistung des Gäste-Keepers beeindruckte den Stelingen-Trainer: „Hier muss man auf jeden Fall auch mal die Leistung des Torwarts herausheben, der wirklich in Hälfte eins wie auch in Hälfte zwei ein überragendes Spiel gemacht hat und einige Großchancen vereitelt hat.“
Kurz vor der Pause stellte Stelingen dann doch die Weichen. „Nach einer tollen Einzelleistung von Justin Fehder, der einen schönen Steckpass auf Jannik Klemm spielt, macht er kurz vor der Halbzeit das 1:0 – absolut verdient“, so Bajrovic. Der Trainer haderte jedoch mit der Chancenverwertung: „Wir hätten den Deckel schon in der ersten Halbzeit aufs Spiel machen können, haben es aber nicht hinbekommen.“
Nach Wiederanpfiff kam Anderten besser ins Spiel. „Stelingen war mal kurz unsortiert in der Abwehrreihe, das nutzen wir aus und schießen das 1:1“, erklärte Faust. Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Ein Eigentor brachte Stelingen wieder in Führung, ehe Dustin Quast und Luca Biskup den Sieg mit Treffern in der Schlussphase endgültig absicherten.
Faust haderte zwar mit der Entstehung des zweiten Gegentreffers – „Der Ball soll über der Linie gewesen sein. Natürlich, wenn der Assistent sagt, er war drüber, dann ist es okay. Das konnten nicht alle bestätigen.“ – doch eine Schiedsrichterdiskussion lehnte er ab: „Am Ende lag es nicht am Schiedsrichter.“ Stattdessen verwies der Coach auf eigene Versäumnisse: „Wir hatten am Ende die Chance auf das 3:2, vielleicht sogar den Lucky Punch. Leider machen wir den nicht.“
Bajrovic war trotz des deutlichen Sieges nicht restlos zufrieden: „Alles in allem war es der absolut verdiente Sieg von unserer Seite. Ich bin hochzufrieden mit der Leistung, mit hoher Spielgeschwindigkeit, hoher Intensität und vielen Torschancen. Aber der einzige Kritikpunkt heute ist die Chancenverwertung. Wir müssen das Spiel deutlich höher für uns entscheiden.“
Für Anderten bleibt nach vier Spielen weiter ein leeres Punktekonto. „Wir mussten dreimal verletzungsbedingt wechseln, konnten dadurch nicht mehr viel eingreifen. Aber daran lag es am Ende nicht“, erklärte Faust. Statt Frust zuzulassen, betonte er die Perspektive: „Jeder wusste, es wird eine schwere Saison als Aufsteiger. Aber wir dürfen uns davon nicht verrückt machen lassen. Am Ende schaffen wir es nur zusammen. Die Saison ist noch lang.“
Mit dem Sieg klettert der TSV Stelingen auf Rang vier und bleibt ungeschlagen. Für Anderten heißt es hingegen, Geduld zu bewahren und die ersten Punkte ins Visier zu nehmen.