2026-06-03T09:07:03.210Z

Allgemeines

TSV Steingaden gewinnt vor imponierender Kulisse bei Apfeldorf/Kinsau

Kreisklassen-Relegation

von Andreas Mayr · Heute, 16:35 Uhr · 0 Leser
Fußball; Saison 2025/26; Kreisklasse; Relegation, Hinspiel; Philipp Erhard von Gastgeber SG Kinsau/Apfeldorf (in Schwarz) streckt per Grätsche Andreas Neumeier vom TSV Steingaden nieder und sieht dafür die rote Karte am 4. Juni 2026
Fußball; Saison 2025/26; Kreisklasse; Relegation, Hinspiel; Philipp Erhard von Gastgeber SG Kinsau/Apfeldorf (in Schwarz) streckt per Grätsche Andreas Neumeier vom TSV Steingaden nieder und sieht dafür die rote Karte am 4. Juni 2026 – Foto: Andreas Mayr
A-Klassist Steingaden sichert sich im Hinspiel der Kreisklassen-Relegation einen Auswärtssieg. Verlierer Apfeldorf/Kinsau können die letzten 20 Minuten Mut machen.

Diese Zahl war wirklich schwer zu fassen. 644 Zuschauer bei einem Spiel in den Niederungen des Amateurfußballs? „So viele musst du erst mal zusammenbekommen“, staunte Andreas Menhart, Trainer des TSV Steingaden. Man hätte meinen können, dass am ehesten seine Mannen schockgefrostet sind von so einer Kulisse. Aber weit gefehlt. Mit Ausnahme der Schlussphase kontrollierte der A-Klassist mit den vielen jungen Spielern das Hinspiel der Relegation und sicherte sich die erste Runde mit einem 2:1 (1:0)-Auswärtserfolg.

Bei manchem SG-Spieler macht sich nach Abpfiff Resignation bemerkbar

Auch Marcus Widmann konnte nur schwärmen von den äußeren Bedingungen. „In diesen Klassen haben die wenigsten Spieler einmal das Vergnügen“, sagt der Coach der Spielgemeinschaft aus Apfeldorf und Kinsau. Die Frage war bloß, ob Vergnügen für seine Kicker das richtige Wort war. Nach einer Rückrunde des Grauens blicken sie tief in den Abgrund. Mancher wie Maximilian Zimmermann blieb nach Abpfiff bereits regungslos im Rasen liegen, wie man es sonst nur bei endgültiger Gewissheit nach einem Spiel kennt. Doch sie haben einen Trainer, den so leicht nichts umhaut. „Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken“, hielt Widmann fest. Sie haben die letzten 20 Minuten dieses Spiels, an die sie sich klammern können.

TSV Steingaden beherrscht 70 Minuten das Spiel

Es ist schon kurios, wie schnell ein solches Überlebensspiel umschlagen kann. 70 Minuten düste das Spiel den Highway in Richtung Steingaden. Die Gäste setzten die spielerischen Noten, kamen zwingender vors Tor, vor allem wenn Offensivmann Niklas Doser beteiligt war. Und sie trafen zweimal. Das 1:0 fiel nach einem Eckball (14.), was ziemlich untypisch für den TSV ist. In der gesamten Rückrunde, erinnerte Trainer Menhart, habe sein Team nur einmal nach einer Ecke vollstreckt. „Ich nehme es gerne mit“, scherzte er. Kollege Widmann sah, wie seine Spieler bereits zuvor fünf Standards zugelassen hatten. „Wir haben drum gebettelt.“ Beim zweiten Tor schoben sich die Steingadener den Ball so lange von Innenseite zu Innenseite, bis Tobias Hindelang zentral aus 20 Metern frei zum Schuss kam (50.).

Selbst eine Rote Karte bringt Apfeldorf/Kinsau in der Schlussphase nicht aus der Fassung

Wer oder was genau die Gastgeber aus ihrem Zustand des Schocks holte, wusste keiner so genau. Mit dem Anschlusstor (78.), begünstigt durch TSV-Tormann Georg Weber, nahm die Partie eine Kehrtwende. Trainer Andreas Menhart bemerkte, dass der Gegner „die zweite Luft“ bekam. Marcus Widmann sah seine Kicker auf einmal auf „einer Welle reiten“, von der er hoffte, sie möge doch einen weiteren Ball ins Tor spülen. Selbst die Rote Karte gegen Philipp Erhard – als letzter Mann auf Höhe der Mittellinie streckte er Andreas Neumeier nieder (83.) – setzte eher Kräfte bei der SG frei. Tatsächlich schwemmte ihnen das Schicksal nochmals einen Ball in den Strafraum, der mit viel Glück für Steingaden trotz mehrerer Versuche nicht im Netz landete. „Mit dem nötigen Quäntchen Glück steht’s da 2:2“, sagte Marcus Widmann. In Vorbereitung auf kommenden Sonntag wird er noch öfter auf diesen Schlussspurt verweisen. Denn im ganzen Rest der Partie sahen bislang die Steingadener wie ein verdienter Aufsteiger in die Kreisklasse aus. Oder wie ihr Trainer bemerkte: „Viel auszusetzen hast du heute nicht gehabt.“