2026-01-20T07:14:11.657Z

Ligabericht
Mit 14 Torbeteiligungen in 18 Spielen der überragende Mann in der Hinserie des Fußball-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger: Serkan Firat (M.). (Archivfoto) © Björn Franz
Mit 14 Torbeteiligungen in 18 Spielen der überragende Mann in der Hinserie des Fußball-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger: Serkan Firat (M.). (Archivfoto) © Björn Franz

TSV Steinbach Haiger: Die bisherigen Gewinner und Verlierer

RL SÜDWEST: +++ Große Verletzungssorgen, furiose Siege, aber auch ernüchternde Leistungen – ein Blick auf die Hinserie des Regionalligisten TSV Steinbach. Das sind die Gewinner und Verlierer +++

Haiger. Platz sieben mit 32 Punkten. Neun Zähler Rückstand auf den Tabellenführer SGV Freiberg, der nach aktuellem Stand in die 3. Liga aufsteigen würde. Gleichzeitig sechs Punkte Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsplatz. Einzig der Blick auf die Tabelle fängt die Hinserie des TSV Steinbach Haiger in der Fußball-Regionalliga Südwest nicht in vollem Ausmaß ein. Furiosen Siegen wie dem 3:1 zu Saisonbeginn gegen die Kickers Offenbach oder dem 5:1 gegen den SV Sandhausen Anfang Oktober stehen ebenso ernüchternde Leistungen gegenüber. Hervorzuheben ist beispielsweise das 0:0 Ende November gegen den Aufsteiger TSG Balingen.

Nur vier Niederlagen, aber auch acht Unentschieden bei ebenfalls acht Siegen spülen die Mittelhessen punktetechnisch ins Niemandsland der Tabelle. Doch vor allem eines bleibt nach der Hinserie der Steinbacher hängen: die großen Verletzungssorgen. Über Wochen muss Trainer Hüsni Tahiri fast auf eine ganze Startelf aus Stammspielern verzichten. Ungeachtet dessen wagen wir einen Blick auf die Gewinner und Verlierer der bisherigen 20 Regionalliga-Partien.

Die Verlierer beim TSV Steinbach Haiger

Eigentlich zu gut für eine Nummer zwei kommt Kevin Ibrahim auch in der abgelaufenen Hinrunde nicht an Stammtorwart Jesper Heim vorbei. Sieben Partien macht der 25-Jährige von Anfang an und profitiert dabei von einer Verletzung seines Kontrahenten, doch pünktlich mit der Rückkehr Heims rückt Ibrahim wieder ins zweite Glied. Einige Unsicherheiten kosten ihm wohl weiteres Vertrauen. Im Rennen unter Trainer Hüsni Tahiri um Position eins im Tor bleibt damit alles beim Alten.

Schier seiner körperlichen Fähigkeiten dürfte an Aaron Manu in der Innenverteidigung der Steinbacher eigentlich kein Weg vorbeiführen. 1,95 Meter Körpergröße gepaart mit einer ansehnlichen Endgeschwindigkeit erinnern etwas an den Ex-Münchner Jerome Boateng. Doch auch einige Unkonzentriertheiten lassen Vergleiche zur Karriere-Frühphase des Weltmeisters von 2014 aufkommen. Aber vor allem die erneuten verletzungsbedingten Pausen und die gleich drei Sperren bringen Manu Kritik ein. Sicherlich lassen sich die Platzverweise im einzelnen unterschiedlich bewerten, doch die Konkurrenz besonders auf seiner Position schläft nicht.

Dass Jakob Pfahl ein Verlierer der TSV-Hinrunde ist, kommt nach dem Saisonstart überraschend. Der 22-Jährige ist der Gewinner der Vorbereitung, ergattert sich sogar den Stammplatz im Sturmzentrum. Doch nach einem Treffer im ersten Saisonspiel gegen Trier verletzt sich Pfahl abermals schwer. Nach seiner Rückkehr Ende Oktober kommt er nicht mehr wirklich in Fahrt und muss sich im letzten Spiel vor der Winterpause sogar hinter Not-Angreifer Marvin Mika anstellen.

Die Gewinner beim TSV Steinbach Haiger

Nicht viele haben Leon Wirtz wohl diese Entwicklung zugetraut. Selbst ausgebremst von zwei Verletzungen nutzt der 27-Jährige seine Chance von Ende September bis Anfang November, als zahlreiche Stammkräfte fehlen. Samt Traumtor bei der unglücklichen Niederlage gegen Freiburg II. Das Eigengewächs hat sich als echte Alternative im Mittelfeld hervorgetan.

Jonas Singer und Serkan Firat müssen in einem Atemzug genannt werden. Beide Flügel liefen auch zahlentechnisch in der Vorsaison den Erwartungen hinterher. Der Druck in der Sommerpause stieg, die Flügelzange musste liefern – und sie liefert. Singer kommt in der Hinrunde auf vier Tore und vier Vorlagen. Dabei ist es noch immer ein Manko des 28-Jährigen, dass er aus seinen Möglichkeiten hinsichtlich Dribbling und Tempo zu wenig macht. Noch stärker präsentiert sich Firat, der in der Hinrunde der Steinbacher acht Treffer und sechs Vorlagen in 18 Partien beisteuert. Damit ist er zugleich bester Torschütze und bester Assistgeber des Regionalligisten.

Den Abschluss der Gewinner bildet ein weiteres Duo, das so durchaus überraschend kommt, weil es seit Ende August nicht mehr gemeinsam auf dem Rasen gestanden hat. Die Rede ist von den beiden Sommer-Neuzugängen Deniz Haimerl und Tjark Hildebrandt. Die 22-Jährigen erspielen sich zu Saisonbeginn den Stammplatz in der Innerverteidigung, verdrängen damit auch die erfahreneren Manu und Dominic Volkmer auf die Bank. Doch weil Haimerl bereits seit Spieltag vier und Hildebrandt final seit Spieltag elf ebenfalls mit einer Muskelverletzung fehlt, dürfen die Kontrahenten wieder ran. Wegen der guten Leistungen ist es aber nicht unwahrscheinlich, dass die Entscheidung zu Rückrunden-Beginn wieder zugunsten der beiden 22-Jährigen ausfällt.

Die Wackelkandidaten des TSV Steinbach Haiger

Jede Einteilung in pro und contra, gut und schlecht, Gewinner und Verlierer führt auch immer wieder zu schwierigen Entscheidungen. So auch in diesem Fall, denn in der Hinrunde des TSV gibt es einige Namen, die es nur knapp nicht in eine der beiden Kategorien schaffen. Aufseiten der Gewinner sind das Gwang-in Lee, Eros Dacaj und Maximilian Pronichev.

Lees Nicht-Nominierung ist im kleineren Leistungsabfall – auch bedingt durch eine Verletzung – zum Ende der Hinrunde begründet. Sommer-Neuzugang Pronichev fehlt seit Ende September verletzt, hat davor aber überzeugen können. Und Dacaj brilliert einfach wie schon im Vorjahr auf sehr hohem Niveau.

Nicht geglänzt hat währenddessen Marvin Mika, der seine Rolle im Team von Coach Tahiri noch immer nicht wirklich gefunden hat. Bitter verläuft auch die Hinrunde von Ertan Hajdaraj, der zunächst Stürmer Nummer drei ist und sich dann noch das Kreuzband reißt. Der letzte Name ist Thomas Rotfuß, der sich trotz zahlreicher Verletzungen im Steinbacher Team nie gänzlich in den Fokus spielen kann.

Aufrufe: 024.1.2026, 16:09 Uhr
RedaktionAutor