Die Fußballer des TSV Sielmingen mit Mund-Nase-Schutz und Meisterwimpel. Die Saison 2019/2020 wird auf vielfältige Weise in Erinnerung bleiben.
Die Fußballer des TSV Sielmingen mit Mund-Nase-Schutz und Meisterwimpel. Die Saison 2019/2020 wird auf vielfältige Weise in Erinnerung bleiben. – Foto: privat/z

TSV Sielmingen: Gewachsene Einheit mit starkem Torjäger

Filderclub wird Meister und steigt auf

Nach dem Abstieg 2019 ist den Fußballern des TSV Sielmingen nun die sofortige Rückkehr in die Kreisliga A gelungen – ein vor allem aus einem Grund „enorm wichtiger Erfolg“.

Es sind aufreibende Jahre, die die Fußballer des TSV Sielmingen hinter sich haben – nichts für schwache Nerven. Seit der Saison 2016/2017 ist es für die Filderstädter ein einziges emotionales Auf und Ab. Aufstieg, Abstieg, nun der erneute Aufstieg in die Kreisliga A. Als der aktuelle Trainer Daniel Schlüter im Januar 2018 das Ruder der Blau-Weißen übernommen hatte, glückte der Klassenverbleib gerade noch so in der Relegation. Ein Jahr später allerdings fehlten elf Punkte; der Absturz war nicht mehr zu verhindern. „Wir haben danach aber nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern früh alles in die Wege geleitet, um wieder nach oben zu kommen“, sagt der bisherige Abteilungsleiter Dirk Glemser, der mit dem Ende der nun abgelaufenen Saison seinen Posten aus Zeitgründen an Patrick Tribull abgegeben hat.

Aufstieg war kein Selbstläufer

Das jetzige Erfolgsrezept? Fast der komplette Kader konnte gehalten und sogar punktuell verstärkt werden. Zudem hat der Coach Schlüter vermehrt eigene Jugendspieler eingebunden und den Schulterschluss mit der zweiten Mannschaft gesucht. „Wir sind als ein Team aufgetreten. Das war in der Vergangenheit nicht immer so gewesen“, sagt Schlüter. Als verdienten Lohn durften die Sielminger nach der wegen der Corona-Pandemie frühzeitig abgebrochenen Runde nun den Meisterwimpel entgegennehmen. Von ihren 15 absolvierten Spielen haben sie 13 gewonnen und kein einziges verloren.

„Die Rückkehr war für uns enorm wichtig. In der Kreisliga B wäre es auf Dauer schwierig gewesen, alle Spieler bei der Stange zu halten“, sagt Schlüter. Das glaubt auch Dirk Glemser: „Ohne den Aufstieg hätte wohl einigen wichtigen Führungsspieler und talentierten Nachwuchskräften die Perspektive gefehlt.“

Ein Selbstläufer war der Aufstieg in der verkürzten Saison allerdings nicht, wenngleich der TSV Sielmingen zum Zeitpunkt des Abbruchs bereits sieben Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten 1. SV Fasanenhof hatte. Mit dem Liganeuling sowie dem SV HNK Slaven Möhringen und dem TSV Jahn Büsnau II waren mehrere starke Konkurrenten in der Staffel. Dennoch waren die Sielminger das Maß der Dinge. Die erwähnte Bilanz spricht für sich. „Der ganze Verein hat sehr gut gearbeitet und wir hätten den Aufstieg sicherlich auch ohne den Saisonabbruch gepackt“, sagt Glemser.

Vorfreude auf spannende Derbys

Einer der Erfolgsgaranten war der Stürmer Michael Schorer. Der Torjäger netzte in den 15 Partien 22-mal ein und war damit drittbester Schütze in der Staffel. Bei den Torfestivals gegen Max-Eyth II (13:2) und gegen den SV Prag Stuttgart II (13:1) traf Schorer fünf- beziehungsweise sechsmal. „Seine vielen Tore zeigen mir, dass im Team alles rundum funktioniert hat. Die Mannschaft steht für mich im Vordergrund“, sagt Schlüter, der sich selbst mit dem Toreschießen bestens auskennt. In der Spielzeit 2015/2016, damals noch im Trikot des A-Kreisligisten TSV Bernhausen, wurde er mit 52 Treffern Torschützenkönig.

Die Aufgaben in der kommenden Saison dürften nun wieder um einiges schwerer werden. Dennoch ist die Freude bei allen Sielminger Beteiligten groß, sich wieder in der Kreisliga A mit der Konkurrenz messen zu dürfen. „Die Liga ist viel attraktiver. Wir haben mehr Zuschauer und einige spannende Derbys“, sagt Schlüter. Zum Beispiel gegen die Ortsnachbarn SV Bonlanden II und TSV Plattenhardt II. Das verspricht Brisanz. Einzig die Art und Weise, wie der Aufstieg letztlich zustande gekommen ist, macht an der Seestraße nicht ganz glücklich. Zwar hat der „Corona-Titel“ für Schlüter und Glemser keinen reduzierten Stellenwert. Doch „hätte ich den Aufstieg gerne auf dem Fußballplatz gefeiert. Das wäre sehr viel emotionaler gewesen“, sagt Schlüter.

"Den Klassenverbleib können wir auf jeden Fall schaffen“

In jedem Fall aber sieht der Coach sein Team gerüstet für die Rückkehr in die Kreisliga A. Einen wichtigen Faktor sieht er dabei in der personellen Konstanz innerhalb der Mannschaft, was heißt: kein externer Zugang, kein Abgang. Lediglich einige Jugendspieler will Schlüter stärker integrieren. Nachdem die Sielminger schon zuletzt ein wenig trainiert haben, seit dem 1. Juli auch wieder mit Körperkontakt, geht an diesem Sonntag mit dem ersten Freundschaftsspiel beim FV Neuhausen II die Vorbereitung richtig los. „Es waren harte vier Monate für jeden. Es ist wichtig, dass die Jungs sich jetzt auch mal wieder ein Trikot überstreifen“, sagt Schlüter.

Das Ziel ist klar: Nach dem Aufstieg gilt es, sich erst einmal in der neuen Liga zu etablieren. „Natürlich ist die Kreisliga A eine andere Hausnummer“, sagt Schlüter. „Wir werden aber die Aufstiegseuphorie mit in die neue Runde nehmen. Den Klassenverbleib können wir auf jeden Fall schaffen.“

Aufrufe: 017.7.2020, 10:00 Uhr
Filder-Zeitung / Yannik ElsäßerAutor

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