Rasmus Fackler-Stamm ist ein Urgestein des TSV Schwaben Augsburg.
Rasmus Fackler-Stamm ist ein Urgestein des TSV Schwaben Augsburg. – Foto: Fred Schöllhorn

„Das waren tolle Jahre und eine unfassbar coole Truppe“

Als vierjähriger Knirps begann Rasmus Fackler-Stamm bei Schwaben Augsburg – und schaffte mit den Erwachsenen den Durchmarsch aus der Bezirks- in die Bayernliga

Das Wort „Vereinstreue“ wirkt heutzutage etwas antiquiert. Vor allem im schnelllebigen Fußballgeschäft. Die Spieler, die es eine Ewigkeit bei einem einzigen Verein ausgehalten haben, sind mehr oder weniger Relikte aus einer anderen Zeit. Wie Steven Gerrard vom FC Liverpool, Paolo Maldini vom AC Mailand, Pele vom FC Santos oder Uwe Seeler vom Hamburger SV. Rasmus Fackler-Stamm kann man zwar sportlich nicht mit diesen großen Namen vergleichen, aber zumindest darf man ihn zu den Spielern einordnen, die ein großes Herz für ihren Klub besitzen.

Fackler-Stamm hat als vierjähriger Knirps beim Bayernligisten TSV Schwaben Augsburg angefangen. Mittlerweile ist er 25, aber die Liebe zu den Violetten ist geblieben. In Zeiten des Corona-Lockdowns ist die Sehnsucht nach dem Verein noch etwas größer: „Am meisten vermisse ich das Kicken und die Jungs in der Kabine.“

Rasmus Fackler-Stamm gehört praktisch zum Inventar des Klubs. „Er ist bei uns gar nicht wegzudenken. Rasmus stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. Egal ob er auf dem Rasen steht oder mal auf der Bank sitzt. Er ist unser Schwabenritter schlechthin“, adelt ihn Abteilungsleiter Sebastian Schaller, der ja auch mit ihm in einer Mannschaft spielt. „Das Trainerteam und wir Spieler sind alle froh, dass wir so einen Typen wie Rasmus in der Mannschaft haben. Ich hoffe er bleibt uns noch lange erhalten“, so Schaller weiter.

In der Jugend sogar den FCA geschlagen

Da muss er wohl keine große Angst haben. Fackler-Stamm denkt gar nicht daran den TSV Schwaben zu verlassen. Er schwärmt von seinem Klub: „Als ich noch in der Jugend spielte, haben wir sogar den FCA geschlagen.“ Aber auch später gab es für ihn wahre Fußballfeste. „Der Durchmarsch von der Bezirksliga in die Bayernliga. Das waren tolle Jahre und eine unfassbar coole Truppe“, schwärmt Fackler-Stamm und er weiß auch heute noch bei wem er sich dafür bedanken muss: „Ohne Jürgen Reitmeier wäre der Verein nicht da, wo er heute wieder steht.“

Reitmeier, der ehemalige Abteilungsleiter hat zwar kürzlich den Stab an Sebastian Schaller und an Max Wuschek (Sportdirektor) weitergegeben, aber im Hintergrund bleibt Reitmeier dem Verein erhalten. „Das ist ganz wichtig für Schwaben, dass er noch mit im Boot ist“, weiß der Stürmer. Allerdings hält er diesen personellen Wechsel an der Führungsspitze auch für positiv: „Das kann dem Verein sehr guttun, dass die Last auf mehreren Schultern verteilt ist.“ Auch die Trainer die er zuletzt erleben durfte, sind für Fackler-Stamm „der Wahnsinn. Von Sören Dressler habe ich am meisten gelernt. Ihm verdanke ich ganz viel. Halil Altintop war für mich menschlich und fußballerisch sensationell, und jetzt ist Janos Radoki für mich taktisch der beste Trainer den ich je hatte“, plaudert das Schwaben-Urgestein aus dem Nähkästchen.

Erneute Saisonunterbrechung nervt

Allerdings jetzt befindet er sich wie alle seiner Kollegen in einer unfreiwilligen Pause. Gemeinsam mit seiner Freundin Katja hofft er aber, dass er die bestens übersteht: „Natürlich ist es nervig, wenn immer wieder die Saison unterbrochen wird, zumal wir jetzt dabei waren uns unten in der Tabelle etwas rauszukämpfen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Er ist überzeugt, dass spätestens im März die Saison weitergeht: „Da wird das Wetter besser und dann wird auch wieder Fußball gespielt.“

Er freut sich schon auf seinen neuen Kollegen. Vor kurzem haben die Schwaben Maximilian Heiß vom FC Stätzling verpflichtet. Eine gelungene Verpflichtung wie Fackler-Stamm meint: „Ich habe in den vergangenen Jahren oft gegen ihn gespielt. Ein Supertyp ist das und ich habe schon öfter gesagt, der würde auch gut zu uns passen.“

Aufrufe: 011.11.2020, 16:17 Uhr
Wolfgang LangnerAutor