2024-04-19T07:32:36.736Z

Ligabericht
Die Rückkehr von Jost Mairose (Mitte) ins Mainzer Mittelfeld brachte spürbar mehr Kompaktheit und Galligkeit.
Die Rückkehr von Jost Mairose (Mitte) ins Mainzer Mittelfeld brachte spürbar mehr Kompaktheit und Galligkeit. – Foto: Marcel Heeg (Archiv)

TSV Schott Mainz: Komplimente ja, Punkte nein

1:2-Niederlage gegen FC Homburg +++ Gäste-Trainer Schwarz lobt das Schlusslicht in hohen Tönen

Während man in den Reihen des TSV Schott Mainz in lauter zerknirschte Gesichter guckt, hebt Danny Schwarz zum Gegner-Lob an. 2:1 (2:1) hatte der Regionalliga-Dritte FC Homburg beim Schlusslicht gewonnen. „Ein dreckiger Arbeitssieg“ in den Augen des Chefcoachs der Saarländer. „Schott hat es gut gemacht“, sagt Schwarz, „ich denke, hier wird es noch für viele Gegner schwierig.“

Man sah einige Neuerungen im ersten Punktspiel des neuen Jahres. Neues System, Konsequent flacher Aufbau, mehr Kollektivgedanke und Kompaktheit, dazu manch verheißungsvoller Ansatz im schnellen Umschaltspiel. „Wir sind enger zusammengerückt“, sagt der neue Kapitän Nicklas Schlosser, „im Training herrscht eine ganz andere Lautstärke, wir haben Präsenz gezeigt, spielen mit und gegen den Ball wesentlich intensiver.“

Eine erste dicke Konterchance ließ Silas Schwarz (3.) aus, dann machte es Nils Gans per Nachschuss nach einem Freistoß besser (9.). Doch nach äußerst vorzeigbaren ersten 20 Minuten der Mainzer gewann Homburg immer mehr Oberwasser, durch schnelle Mainzer Ballverluste und die stets gefährlichen Standards von Markus Mendler. „Ich habe in jeder Regionalligasaison bisher schon Gegentore auf diese Weise bekommen. Es ist schwer, alle Standards gegen eine körperlich so starke Truppe zu verteidigen“, blickt Schlosser auch auf die vorigen drei Spielzeiten in der vierhöchsten Spielklasse zurück. Erst verwertete Benjamin Kirchhoff eine Freistoßflanke per Kopf (38.), dann bugsierte sich TSV-Torwart Tim Hansen eine in den Spielerpulk geschossene Mendler-Ecke selbst ins Netz (42.). Und die Führung war dahin.

Ihre Standards und Mainzer Patzer brachten den Homburgern Chancen ein, ansonsten hielten die Platzherren Stand. Auch Durchgang zwei begann der TSV schwungvoll, Nils Fischer (49.) ließ eine gute Chance liegen. Dann zog sich der Favorit zurück, verteidigte mit Ruhe und Gelassenheit im Block, ließ kaum noch etwas zu. Hier mehr Punch und Geradlinigkeit zu entwickeln, wird das nächste Mainzer Ziel sein. „Wir mussten uns über die Zeit retten und haben im Stile einer Spitzenmannschaft drei Punkte geholt“, gibt Schwarz zu. Doch richtig brenzlig wurde es für die Gäste nicht mehr. „Wir hatten in beiden Halbzeiten Großchancen zum Start“, fasst Schott-Chefcoach Samuel Horozovic zusammen. „Am Ende wollten wir zu viel zirkulieren und uns außen herum durchspielen. Aber ein Punkt wäre absolut verdient gewesen.“

Eigenantrieb und Ehrgefühl

22 Spiele, zehn Punkte, das rettende Ufer nurmehr per Teleskop zu erkennen – was macht man noch mit einer solchen Saison? „Die Jungs wollen zeigen, dass sie Regionalliga spielen können“, setzt Schlosser auf die Faktoren Eigenantrieb und Ehrgefühl. „Wir wollen es uns selbst beweisen. Und der Pokal ist ein großes Ziel.“ Als Einzelspieler und Mannschaft besser werden, sich für die nächste Saison vorbereiten, auch darum muss es in Schlossers Augen nun gehen. „Und wir wollen noch Plätze nach oben klettern.“ Ein oder vielleicht zwei Ränge scheinen rein vom Punkteabstand her möglich. Am Abstieg würde das, außer mehrere Clubs erhalten noch Punktabzüge oder Lizenzentzüge, nichts mehr ändern.

TSV Schott Mainz: Hansen – Wiltink (69. Cucchiara), Ahlbach, Gans, Schlosser – Mairose (82. Roden), Embaye (69. Thum) – Kern (46. Celik), Schwarz, Obas – Fischer (82. Yilmaz).

Aufrufe: 02.3.2024, 19:03 Uhr
Torben SchröderAutor