
Schlechter hätte dieses Wochenende für Regionalligist TSV Schott Mainz kaum laufen können. Gegentore aus der Hölle, Ergebnisse auf den anderen Plätzen, die fast sämtlich gegen einen laufen – das, dieses Gefühl herrscht nach dem 0:3 (0:1) gegen den SC Freiburg II vor, war es endgültig mit den Rest-Hoffnungen auf den Klassenerhalt.
Rang 15, der theoretisch die Rettung bringen könnte, ist nun wieder neun Punkte entfernt. Und Drittligist SSV Ulm, dessen Klassenerhalt ebenjenen viertletzten Platz zu einem rettenden machen würde, hat nun sogar gegen das abgeschlagene Schlusslicht verloren – und würde nach Lage der Dinge, wenn überhaupt, Saarbrücken oder Stuttgart II einholen, was das Ganze aus Sicht der Regionalliga Südwest zum Nullsummenspiel macht.
Von 95-prozentiger Gewissheit, dass es für die Mainzer direkt zurück in die Oberliga geht, sprach der Sportliche Leiter und künftige Trainer Sascha Meeth vor dem Spiel. Samuel Horozovic, bis Saisonende Chefcoach, wollte keine Zahl sagen – und spricht doch Bände: „Wir wollen die Liga nutzen als Basis für den Pokal.“ Es gilt im letzten Drittel dieser Saison, im Wettbewerbsmodus zu bleiben. Vor zwei Jahren punktete der TSV, als alle Hoffnung dahin war und man frei aufspielen konnte, plötzlich stark und regelmäßig und nahm den Schwung mit in den Verbandspokal.
Dort wartet am 17. März Verbandsliga-Spitzenreiter TuS Mechtersheim zum Halbfinale. Auch wenn es kommende Saison aller Voraussicht nach zwei Punktspiele gegeneinander gibt – „Mechtersheim ist auf dem Papier und in der Praxis eine Pflichtaufgabe“, betont Horozovic, „wir unterschätzen sie definitiv nicht und wissen ganz genau, was sie für eine Qualität haben. Das wäre eine mittlere bis gute Oberliga-Mannschaft.“ Doch der Anspruch der Mainzer an sich selbst ist ein klarer. Und der Ligaalltag bietet die Grundlage.
"Ein Dreckstor"
Dafür muss allerdings ein Stimmungsumschwung her. Schwer lag anfangs das 0:5-Debakel vor Wochenfrist gegen den FSV Frankfurt auf den Schultern. Spielerisch ging wenig, und die Gegentore waren einer ligaweit zweitschlechtesten Abwehr würdig. Ballverlust im Aufbau, Karl Steinmann geht nach einer Verlagerung durch zwei Mann durch, der Pressschlag mit Jost Mairose senkt sich als Bogenlampe ins Tor (36.). Horozovic: „Ein Dreckstor, das zu unserer Saison passt.“
Die dicke Doppelchance zum Ausgleich, ein bisschen aus heiterem Himmel, ließen Abdellatif El Mahaoui und, per Fallrückzieher, Dennis De Sousa Oelsner aus (43.). Luis Hesse tauchte im Konter frei vor dem Keeper auf und scheiterte (55.). Gegen keinesfalls beeindruckend starke Breisgauer, die gleichwohl zwei Alutreffer erzielten, schien was zu gehen – da zog Dominik Ahlbach die Notbremse (63.), und Erik Wiklöfs direkt folgender Freistoß aus locker 25 Metern kullerte rein (65.). Nach David Amegnaglos Treffer in den Winkel (71.) rissen sich die Mainzer zusammen und vermieden zumindest die nächste Klatsche.
„Wir haben vor zwei Jahren in der Liga Vollgas gegeben und so Selbstvertrauen aufgebaut“, blickt der TSV-Trainer zurück und voraus, „das müssen wir jetzt wieder versuchen.“ Parallel tütet Meeth weiter Vertragsverlängerungen ein und arbeitet an der Zukunft, die mit ziemlicher Gewissheit in der Oberliga liegt.
TSV Schott Mainz: Balters – Mairose, Ahlbach, Robotta – Onangolo (61. Schwarz), Portmann, Hesse (71. Wiegand), Gans (84. Neal) – Horozovic (61. Gansmann) – El Mahaoui (46. Roden), De Sousa.