
Mit der vierten Niederlage am Stück steuert der TSV Schott Mainz auf seine nach Punkten bei weitem schlechteste Regionalliga-Saison zu. Wie schon gegen Homburg (0:7), zum Beginn der neuerlichen Negativ-Serie, gab es ein Debakel. Die Gegentore beim 0:6 (0:2) beim TSV Steinbach-Haiger trugen Züge sportlicher Selbstzerstörung. Und es fing nach einer halben Minute an.
Jan Schulz, der die Chance bekam, sich für das Verbandspokalfinale zu empfehlen, produzierte drei Meter mittig vor seinem Tor einen Stockfehler. Gwang-In Lee staubte ab. „Du nimmst dir viel vor und startest aus einer nicht mal brenzligen Situation so ins Spiel“, hadert TSV-Trainer Samuel Horozovic. Alexander Rimoldi legte nach Einwurf und Flanke ein Eigentor nach, ohne dass ein Gegenspieler in der Nähe gewesen wäre (28.). „Schott Mainz hat keine Scheiße am Schuh. Die stehen hüfthoch in Kuhfladen“, resümierte der Steinbacher Streaming-Kommentator.
"Die Jungs waren müde"
Und es wurde noch schlimmer. Marvin Mika stocherte den Ball aus dem Gewühl rein (65.), und nach Dominik Ahlbachs Stockfehler auf letzter Linie (Lee/67.) sprach der Schiedsrichter-Assistent vom dritten Mainzer Scorerpunkt. Da konnte auch Horozovic nicht widersprechen. Nach Singers Rückraum-Flachschuss (83.) setzte Kevin Gleissner, vier auf eins aufs Tor laufend, den Schlusspunkt (89.). Zwei, drei gute Schott-Chancen gab es, Schulz verhinderte eine noch höhere Klatsche.
Horozovic nimmt seine Mannschaft in Schutz. Inklusive A-Junior Florian Lang waren lediglich fünf Feldspieler für die Ersatzbank übrig. „Die Jungs waren müde, das hat man ihnen auch im Training angemerkt“, berichtet der TSV-Trainer, „da muss man nicht großartig drauf hauen. Es gilt, Frische reinzubekommen, sonst endet es Samstag genauso.“
Da kommen die Stuttgarter Kickers (14 Uhr) nach Mombach. Es ist, wie schon vorigen Sonntag beim Fehlschuss-Festival gegen Offenbach (1:3), bei Fantrennung viel Publikum und Stimmung zu rechnen. Bislang landete der TSV in der vierthöchsten Spielklasse immer bei rund 0,9 Zählern im Schnitt, egal wie groß die Liga war. Magere 19 Zähler nach 30 Spielen stehen aktuell zu Buche.
Eine gute Nachricht hielt der Abend parat. In der Halbzeitpause gab es einen medizinischen Notfall. Das betroffene, 96-jährige Geburtstagskind konnte aber, wie Horozovic erzählt, zur allgemeine Erleichterung selbst in den Rettungswagen einsteigen.
TSV Schott: Schulz – Onangolo, Ahlbach, Robotta, Rimoldi (57. Schwarz) – Mairose, Horozovic (57. Gansmann) – El Mahaoui (75. Wust), Portmann (84. Lang), Neal – Roden (57. De Sousa).