
Zwei Tage leben wie die Profis. Samstagmittag Videositzung, Abschlusstraining, Buffet, Abfahrt mit dem Bus, Check-In im Hotel, Abendessen, Behandlungen, ein bisschen Geselligkeit, am Morgen ein Spaziergang, Besprechung, Brunch, Abfahrt ins Dreisamstadion und ein Regionalligaspiel. „Es ist ein Privileg seitens des Vereins, dass wir das so machen konnten“, sagt Samuel Horozovic, Trainer des TSV Schott Mainz, nach dem 3:3 (1:2) beim SC Freiburg II.
Sonst fallen An- und Abreise für die Amateurfußballer in aller Regel auf denselben Tag. Die ausführlich-ausgeruhte Vorbereitung zog eine starke Leistung nach sich – mit markanten Schönheitsfehlern. Beim 1:1 und 3:3 ließ der wegen seiner Größe und der Gegentor-Flut nach Standards ins Tor rotierte Armin Olayo flache Schüsse aus äußerst spitzem Winkel durchrutschen (David Amegnaglo/16., Fabian Rüdlin/84.).
Beim 1:2 (Amegnaglo/29.) spielte Nils Gans dem Gegner im Aufbau den Ball in den Fuß. Jan Wiltink holte sich wegen Foulspiels als bereits dritter Mainzer in dieser Saison eine Ampelkarte ab (57.). Zu allem Überfluss mussten Ismael Wiegand und Dennis De Sousa Oelsner mit Verdacht auf Bänderverletzungen vom Feld und Jost Mairose mit aufgeschlitztem Kinn in die Klinik.
„Es war ein Wechselbad der Gefühle“, sagt Horozovic, der viel Positives sah. Der Treffer am kurzen Pfosten nach Flanke durch Takero Itoi (3.) bildete eine starke Startphase ab, ehe der Mainzer Doppel-Fehler den Breisgauern Oberwasser verlieh. Abdellatif El Mahaoui drückte nach Umschaltangriff Itois Querpass rein (57.), Etienne Portmanns Ecke flog leicht abgefälscht ins Netz (65.).
Schott betreibt Chancenwucher
„Wir hatten so viele Chancen wie in den letzten vier Spielen zusammen nicht“, rauft sich Horozovic die Haare. Selbst freieste Abschlüsse vor dem Keeper fanden nicht den Weg ins Netz. Eine dominante zweite Halbzeit torpedierte die Ampelkarte, trotzdem war in zwei Umschaltern noch der Siegtreffer drin. Leon Kern köpfte zudem noch an den Pfosten.
„Die Jungs haben den Matchplan prima umgesetzt. Heute wären die drei Punkte verdient gewesen, weil wir über weite Strecken die bessere Mannschaft waren“, resümiert Horozovic, „das stimmt einen einerseits positiv und ist andererseits frustriert.
TSV Schott: Olayo – Just, Ahlbach, Gans – Wiltink, Portmann, Mairose, Onangolo (71. Kern) – Wiegand (35. El Mahaoui), Itoi (81. Horozovic), De Sousa (71. Vodi).