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TSV Schlieben: "Mit Aufstieg beschäftigen wir uns aktuell gar nicht"

FuPa-Teamcheck: Der sportliche Leiter Max Drößigk über die makellose Bilanz des TSV 1878 Schlieben in der Landesklasse.

von red · 18.02.2026, 15:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Roy Fischer

Der TSV 1878 Schlieben thront ungeschlagen an der Spitze der Landesklasse Süd. Im FuPa-Teamcheck blickt der sportliche Leiter Max Drößigk auf eine stolze Hinserie und den starken Teamgeist.

Stolz auf eine makellose Hinrunde

Elf Siege, vier Unentschieden und keine einzige Niederlage – der TSV 1878 Schlieben blickt auf eine beeindruckende erste Saisonhälfte zurück. „Natürlich sidn wir sehr stolz, hätte uns das jemand vor der Saison gesagt, hätten wir das sofort unterschrieben. Die Mannschaft ist eine Einheit und hat auch die vielen Personalwechsel innerhalb der Hinrunde gut weggesteckt“, erklärt Max Drößigk.

In dem einen oder anderen Spiel habe man sicherlich auch das Spielglück gehabt. In den Duellen gegen den VfB Herzberg 68 und die SG Sielow hatte man laut Drößigk jedoch auch Pech. Sein Fazit: „Wir sind sehr stolz auf diese Hinrunde.“

Die Defensive als stabiles Fundament

Mit nur 14 Gegentoren stellt der Tabellenführer eine der stabilsten Abwehrreihen der Liga. Diese Disziplin ist für den sportlichen Leiter elementar: „Defensive Stabilität ist natürlich wichtig für uns. Es ist der Grundstein für ein gutes Ergebnis. Wir versuchen, als Mannschaft gemeinsam zu verteidigen. In der Hinrunde ist uns das gut gelungen.“

Umgang mit der Favoritenrolle

Trotz der Tabellenführung und des hauchdünnen Vorsprungs von zwei Punkten auf die SG Sielow verspürt man in Schlieben keinen besonderen Druck. „Bisher haben wir es nicht als Druck empfunden, wir schauen von Spiel zu Spiel und haben die Hinrunde genossen. Wir sehen uns in der Rückrunde auch nicht als Favorit. Da gibt es andere Mannschaften mit breiteren und besser besetzten Kadern“, so Max Drößigk. Für das Team gelte es, jedes Spiel so anzunehmen wie in der Hinrunde und weiter Spaß am Fußball zu haben: „Der Rest wird sich zeigen.“

Die Reifeprüfung bei der Eintracht Peitz

Ein besonderer Moment der Hinrunde war das Spiel bei der SG Eintracht Peitz. Der TSV trat stark ersatzgeschwächt mit nur elf Spielern an. „In der zweiten Halbzeit kamen noch drei Spieler von der zweiten Mannschaft nachgereist, die vorher 90 Minuten bei der Zweitvertretung in Lauchhammer gespielt haben. Wir haben das Spiel trotz allem 3:2 gewonnen. Das war für mich ein wichtiges Zeichen, dass die komplette Mannschaft intakt ist und da ist, wenn sie gebraucht wird“, erinnert sich der sportliche Leiter emotional.

Potenzial im spielerischen Bereich

Trotz der Spitzenposition sieht Drößigk noch Steigerungspotenzial in den Details. „Gegen defensiv eingestellte Gegner müssen wir im Ballbesitz noch bessere Lösungen finden und dominanter auftreten. Daran werden wir in den Einheiten arbeiten“, analysiert er. Auch die Chancenverwertung sei ein Punkt, wo es noch „Luft nach oben“ gebe. Insgesamt zeigt er sich mit der Entwicklung der Mannschaft jedoch sehr zufrieden.

Erschwerte Bedingungen in der Vorbereitung

Die aktuelle Vorbereitung gestaltet sich aufgrund der Witterung schwierig, da Training auf dem Platz kaum möglich ist. Das Team weicht auf Laufeinheiten, Sporthallen und Zirkeltrainings im Fitnessstudio aus, „um die Jungs bei Laune zu halten“. Ein Höhepunkt war das Trainingslager im Sportpark Rabenberg bei Breitenbrunn: „Wir waren mit 17 Spielern vor Ort und haben gute Einheiten absolviert. Die Jungs haben super mitgezogen. Wir hoffen, diesen Spirit möglichst lange mit in die Rückrunde tragen zu können.“

Die nächsten Termine im Testspielkalender

Um die nötige Schärfe zu finden, stehen weitere Testspiele an. Am morgigen Donnerstag um 19 Uhr spielt der TSV gegen den FC Sängerstadt Finsterwalde, einen starken Kreisoberligisten, der dem Team laut Drößigk einiges abverlangen wird. Am Samstag folgt um 14 Uhr ein Testspiel beim FSV Beilrode, sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen.

Personelle Situation im schmalen Kader

In der Winterpause gibt es leichte Veränderungen im Kader. Verletzungsbedingt muss das Team in der Rückrunde auf zwei Spieler verzichten. Als Rückkehrer wird Mario Baumert aus Crinitz begrüßt. „Wir hoffen, in der Rückrunde ohne große Verletzungsprobleme bestehen zu können, das ist sehr wichtig bei unserem schmalen Kader“, betont Max Drößigk.

Fokus auf das nächste Spiel statt Aufstieg

Obwohl der Aufstieg für Außenstehende als logisches Ziel erscheint, bleibt die interne Marschroute bescheiden. „Mit dem Aufstieg beschäftigen wir uns aktuell gar nicht. Wir denken an das nächste Spiel, versuchen den Flow mitzunehmen und als Team weiter zu wachsen. Das Ziel bleibt, wie vor der Saison besprochen, Top 5“, stellt der sportliche Leiter klar. Er sieht andere Teams in der Liga individuell besser und breiter aufgestellt.

Zusammenhalt als entscheidender Faktor

In der Rückrunde wird vor allem die Moral der Truppe gefragt sein. „Der Zusammenhalt in der Mannschaft. Wir müssen weiterhin eine Einheit bilden, wie in der Hinrunde“, erklärt Drößigk. Aufgrund arbeitsbedingter oder persönlicher Verpflichtungen gebe es jede Woche eine hohe Fluktuation im Kader. „Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir eng zusammenrücken, auch mit der zweiten Mannschaft, und uns von kleineren Negativerlebnissen, die voraussichtlich kommen werden, nicht aus der Bahn werfen lassen.“