
Gartenstraße, 09. Mai 2025 – 1. Runde Altherren-Kreispokal, Anstoß: 19:30 Uhr, Zuschauer: ca. 50, Wetter: Sonnig, 18 Grad
Die Pokalträume des TSV RW Dreyen enden in der ersten Runde – und das trotz eines couragierten Auftritts gegen einen am Ende kaltschnäuzigen Gegner aus Herringhausen-Eickum. Vor rund 50 Zuschauern und bei bestem Fußballwetter zeigten die Hausherren über weite Strecken eine ansprechende Leistung, mussten sich am Ende aber mit 0:2 geschlagen geben.
Alte Bekannte, frühe Dominanz – Dreyen startet mutig
Wie im Vorfeld bereits vermutet, war der Gegner schwer einzuschätzen – doch spätestens beim Blick auf den Spielberichtsbogen gab es einige Aha-Momente: Mit Gössling und Sarwatka standen gleich zwei Ex-Dreyner in der Startelf der Gäste. Coach-Duo Brockmann und Wehlau stimmte ihre Mannschaft entsprechend ein – Ziel war ganz klar das Erreichen der nächsten Runde.
Dreyen kam gut in die Partie, zeigte von Beginn an Struktur im Spielaufbau und verlegte das Geschehen immer wieder geschickt über die Außen. Die Gäste hatten in dieser Phase Probleme, insbesondere die tiefstehende Sonne bereitete der Eickumer Defensive erkennbar Schwierigkeiten. Chancen blieben jedoch Mangelware – zu stabil stand der letzte Abwehrverbund der Gäste.
Effiziente Gäste schlagen eiskalt zu
In einer Phase, in der Dreyen deutlich mehr vom Spiel hatte, folgte in der 32. Minute der Rückschlag: Eine Ecke segelte durch den Strafraum, Dreyen bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone, ein Eickumer zog aus der zweiten Reihe ab – abgefälscht – und der Ball landete vor den Füßen von Paweltzik, der aus kurzer Distanz zum 0:1 einschob. Ein Treffer aus dem Nichts, aber einer, der Dreyen zunächst lähmte.
Kurz vor der Pause dann die große Chance zum Ausgleich: Dück setzte sich stark über rechts durch, spielte flach in den Strafraum – Brameyer verpasste knapp, der Ball rutschte durch bis zu Brinkhoff, dessen Direktabnahme aus 12 Metern knapp über das Tor rauschte. Damit ging es mit einem unglücklichen Rückstand in die Kabine.
Zweite Hälfte – Bemühungen ohne Lohn
Nach dem Seitenwechsel brachten Brockmann und Wehlau frischen Wind: Ellersiek kam für Richter, und Dreyen startete erneut dominant. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff beinahe der Ausgleich – ein Eckball wurde gefährlich verlängert, doch Brockmann erwischte den Ball überrascht und setzte ihn über das Tor.
In der Folge entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem beide Mannschaften zu Chancen kamen. Dreyen agierte mutig, wechselte erneut: Busch ersetzte Stadel, Reiprich kam für Brockmann. Zwei vielversprechende Freistöße durch Albert und Dück brachten nichts ein – beide blieben in der Mauer hängen.
Schlusspunkt mit Applaus – und ein emotionales Comeback
In der 64. Minute dann die Entscheidung: Sarwatka setzte sich auf links durch, zog in den Strafraum und schlenzte den Ball technisch stark ins rechte Eck – 0:2, die Vorentscheidung. Schierbaum im Dreyner Tor war chancenlos. Die letzten Minuten brachten noch ein wenig Emotion ins Spiel: Kassner ersetzte Wehlau, und Crone feierte nach längerer Pause ein Comeback, das von einem wohlwollenden Raunen der Zuschauer begleitet wurde.
Der Rest war Formsache. Schiedsrichter Sven Kleinedöpke leitete souverän und beendete eine faire Partie, in der für Dreyen definitiv mehr drin gewesen wäre.
Nachspielzeit an der Wurstbude – gelebter Altherren-Fußball
Trotz des Ausscheidens zeigte sich der TSV RW Dreyen als vorbildlicher Gastgeber: Nach dem Spiel lud man die Gäste aus Eickum zu Wurst und Kaltgetränken ein – gemeinsam wurde über das Spiel gesprochen, alte Geschichten mit Gössling und Sarwatka aufgefrischt und der Abend in sportlicher Fairness abgerundet.
Fazit: Dreyen mit engagierter Leistung, aber zu wenig Durchschlagskraft. Eickum kaltschnäuziger und letztlich verdient in Runde zwei. Dennoch: Das war Altherren-Fußball, wie man ihn liebt – mit Herz, Respekt und anschließendem Handschlag an Grill und Bierbank.
