Der TSV Reichartshausen (hellgrün) lässt seine Gegner diese Runde kaum zur Entfaltung kommen.
Der TSV Reichartshausen (hellgrün) lässt seine Gegner diese Runde kaum zur Entfaltung kommen. – Foto: Nicolas Emmerich

Im Windschatten der Spitzenklubs

Kreisklasse B1 Sinsheim +++ Beim TSV Reichartshausen wächst etwas zusammen

Simon Teschners gute Laune ist ansteckend. "Wenn man gewinnt, ist die Stimmung natürlich besser", sagt der 34-Jährige, der zusammen mit Martin Fast den B-Ligisten TSV Reichartshausen trainiert. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich am anderen Ende der Tabelle anfühlt, schließlich haben die Grün-Weißen mehrere Jahre sportliche Tristesse hinter sich, die nun beendet zu sein scheint.

Derzeit steht der dritte Rang zu Buche, die Serie von sieben Siegen soll am Sonntag fortgesetzt werden. Dann kommt der SV Grombach, ein unbekannter Gegner. "Die Grombacher sind für uns ganz schwer einzuschätzen, ihre bisherigen Ergebnisse lassen auf eine Mittelfeld-Mannschaft schließen", ist die Breunig/Liehs-Elf für Teschner eine Art "Black Box".

Noch größer wird des Trainers Laune beim Gedanken an die Terminierung des spielfreien Wochenendes vor wenigen Tagen. Er erklärt mit einem Schmunzeln: "Wir hatten in Reichartshausen Kerwe und deshalb war ich alles andere als traurig über den freien Sonntag. Viele unserer jungen Spieler sind im Kerweverein und da hätte sich ein Punktspiel wohl nicht so gut mit diesem Wochenende vereinbaren können. Andererseits hätten wir bei unserem starken Lauf auch weitermachen können. Aber ganz ehrlich – ich war dankbar dafür."

Frisch erholt beginnt diesen Sonntag der Endspurt bis zur Winterpause. Sechs Partien stehen bis zum 5. Dezember an und die Marschroute ist klar: Es sollen so viele Punkte wie möglich her, um in der zweiten Saisonhälfte in Tuchfühlung zur Spitze zu bleiben. Verglichen mit den anderen Teams der Spitzengruppe – Hilsbach, Neidenstein und Dühren – hat Reichartshausen den psychologischen Vorteil, nicht schon eines oder mehrere Jahre um den Aufstieg zu spielen. "Es könnte in der Tat von Vorteil sein, dass andere schon länger oben dabei sind und unbedingt hochwollen", so Teschner, der auf den Schultern seiner Kicker keinerlei Druck sieht und spürt: "Bis jetzt spielen wir ganz gut mit, alles macht Spaß und deshalb gucken wir entspannt was noch alles drin ist."

Nach dem Auswärtsspiel in Grombach warten mit dem SV Neidenstein und dem TSV Dühren zwei Kracher auf den TSV. Der Coach blickt voraus: "Wenn wir oben mitmischen wollen, müssen wir in Grombach gewinnen und danach kommen so oder so zwei schöne Begegnungen, für die man Fußball spielt."

Warum es nach den vergangenen Jahren mit den Rängen neun (2017/18), elf (18/19), fünfzehn (19/20) und zwölf (20/21) diese Runde so viel besser läuft, liegt auf der Hand. Eine Reihe "verlorener" Söhne sind zurück. Allen voran Roman Schilling, der sofort das Kapitänsamt übernehmen durfte. "Er tut uns in der Innenverteidigung richtig gut mit seiner Erfahrung. So einer hat uns in den letzten Jahren gefehlt", spricht Teschner dem 32-Jährigen ein Sonderlob aus. Generell nimmt er deutlich lautere und bessere Kommandos auf dem Platz wahr. Ein Wahnsinns-Pensum reißt der erst 18-jährige Mathis Ditzinger ab. Sein Trainer ist begeistert: "Mathis spielt samstags 90 Minuten in der A-Jugend und sonntags 90 Minuten bei uns. Wir haben ihn einfach reingeschmissen und lassen ihn kicken. Und das macht er richtig gut."

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Runde sind gegeben in Reichartshausen. Nach den kommenden drei Spieltagen wird man mehr darüber wissen, ob der große Coup am Ende dieser Saison schon gelingen kann.

Aufrufe: 029.10.2021, 16:00 Uhr
red.Autor