Während Andreas Mirbeth (l.) und seine Plieninger Mitstreiter personelle Verstärkung für den Aufstieg bekommen, kämpft der Verein ums Überleben.
Während Andreas Mirbeth (l.) und seine Plieninger Mitstreiter personelle Verstärkung für den Aufstieg bekommen, kämpft der Verein ums Überleben. – Foto: Stefan Rossmann

TSV Pliening-Landsham: Wiedergeburt der Totgesagten 

Verein in der Bredouille

Trotz enormer personeller Schwierigkeiten gelang dem TSV Pliening-Landsham der sportliche Wiederaufbau. Inzwischen gehört das Team zu den Aufstiegskandidaten.

Pliening – Zum Start ins neue Jahr sah sich der Vorsitzende des TSV Pliening-Landsham Danijel Bobovecki gezwungen, im Hinblick auf die anstehende Jahreshauptversammlung den eigenen Mitgliedern sowie der Öffentlichkeit eine bedrohliche Zukunftsvision für den Klub aufzuzeigen, an deren Ende sogar die Vereinsauflösung stünde. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr, wenn die Plieninger ihr 50-jähriges Bestehen feiern und die Fußballherren quasi auf eine erfolgreiche Neugeburt anstoßen könnten.

„Mit einem Kern aus vier, fünf Spielern aus der Vorsaison sind wir letzten Sommer von Null gestartet“, sagt Christian König. Mit 43 Jahren ist der Abteilungsleiter in der laufenden Spielzeit wieder Dauerbrenner in der Plieninger Abwehrreihe. Er erinnert sich noch gut daran, wie problematisch es in den vorangegangenen Jahren oftmals war, „überhaupt elf Spieler zusammen zu bekommen“.

TSV Pliening-Landsham: Neuaufbau geglückt

Inzwischen kann der Aufstiegsaspirant aus einem 27-köpfigen Spielerkader schöpfen. Den „Löwenanteil“ an dieser Rudelvergrößerung schreibt König in erster Linie Armin Pasic zu, der zu Saisonbeginn im Sommer 2019 als Spielertrainer aus Altenerding in den Landkreisnorden wechselte. Zuvor unter anderem für Forstinning und Zorneding am Ball, gelang es dem bestens vernetzten Pasic einen Grundstock an Kickern für das Plieninger Neuaufbau-Projekt zu begeistern, das sich qua Mundpropaganda laut König „schnell zum Selbstläufer“ entwickelte.

Mitte Oktober 2020, kurz vor der zweiten außerplanmäßigen Saisonunterbrechung, freute sich Pasic über den nächsten Schwung an Verstärkungen, sodass König „mit einem Auge sogar auf eine zweite Mannschaft geschielt“ habe.

Neuzugänge machen guten Eindruck

Dem ehemaligen Markt Schwabener Matej Erjavac, dem jungen kroatischen Brüder-Duo Antonio und Tomislav Lucic sowie den Mittelfeldverstärkungen Kevin Groiß, Kevin Steiglbauer und Stefano Sabelta attestiert Pasic nach den ersten Trainingseindrücken durchaus „Startelfperspektiven“ für den nächsten Restart. „Das sind alles relativ junge, sportliche, große Jungs, die länger nicht gespielt haben“, erhofft sich Christian König von den Neuzugängen ebenfalls wichtige Impulse für den anvisierten Abschied aus der untersten Spielklasse.

Wann die Plieninger die Wintervorbereitung starten können, weiß König aktuell nicht. „Wir warten da auf ein Signal vom Verband.“

Eingedenk der höchsterfreulichen Entwicklung im Herrenbereich, will sich der Abteilungsleiter in puncto Führungsvakuum im Gesamtvorstand derzeit „nicht mit dem Worst Case beschäftigen“. Generell werde es durch die Pandemie in allen Bereichen schwieriger, ehrenamtliche Helfer zu finden. Aber: „Irgendeine Lösung werden wir für den Vorstand schon finden.“

Ob diese so unverhofft einfach selber an der Tür klingelt wie Franco Flückiger, ist aber eher unwahrscheinlich. Der 29 Jahre alte Torwart und Drittligaprofi von Türkgücü München hat sich eigeninitiativ als Co-Trainer von Armin Pasic angeboten. (Julian Betzl)

Aufrufe: 11.1.2021, 08:58 Uhr
Ebersberger Zeitung / Julian BetzlAutor

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