Profiteure der Variante B wären unter anderem die Kreisklasse-Kicker des TSV Gräfelfing II um Christian Dötsch (l.) und Patrick Reichel (sitzend). 
Profiteure der Variante B wären unter anderem die Kreisklasse-Kicker des TSV Gräfelfing II um Christian Dötsch (l.) und Patrick Reichel (sitzend).  – Foto: A-Foto: Walter Wohlrab

Abstimmung über Saison-Ende: Landkreis-Grenze spaltet das Würmtal

Meinungsbild der Vereine 

Vier Vereine stimmen bei der BFV-Umfrage für Wertung mit Absteigern, drei dagegen. Die Würmtaler sind sich uneinig darüber, wie die Saison zu Ende gespielt werden sollte.

Würmtal – Heute um 10 Uhr ist Deadline. Danach steht fest, wie die Fußballsaison 2019/21 nach dem zwingend erforderlichen Abbruch gewertet wird. Gibt es auch Absteiger oder nur Aufsteiger – aber dafür mehr? Dass der Bayerische Fußball-Verband (BFV) den Vereinen genau diese beiden Optionen zur Abstimmung gestellt hatte, stieß zuletzt immer wieder auf Kritik. Die häufigste Frage: Warum dürfen bei Option zwei nicht nur die Teams auf den direkten Aufstiegsplätzen aufsteigen, sondern auch die auf den Aufstiegsrelegationsplätzen?

Mancher wähnte dahinter einmal mehr Kalkül des Verbands. Der Vorwurf: Die Ligen würden in der neuen Saison künstlich noch mehr aufgebläht, um den Abstieg in den kommenden zwei bis drei Jahren extrem zu verschärfen mit bis zu acht direkten Abstiegsplätzen pro Jahr. So solle diese Option möglichst unattraktiv gemacht werden, damit die Mehrheit der Klubs für das vom Verband favorisierte Modell mit Absteigern stimme, lautete die Kritik. Unabhängig davon hat sich der Münchner Merkur bei den Vereinen im Würmtal umgehört, für welche Option sie abgestimmt haben.

Gautinger SC spricht sich für Paragraf 93 aus

Der Gautinger SC spricht sich wie der Großteil der Vereine im Landkreis Starnberg für eine Anwendung des Paragrafen 93 der BFV-Spielordnung in seiner jetzigen Form aus, heißt: Die Teams auf den direkten Aufstiegsplätzen steigen auf, die auf den direkten Abstiegsplätzen ab. Die Releganten bleiben in ihren Ligen. GSC-Fußballabteilungsleiter Jens Rindermann begründet die Entscheidung mit den drohenden noch größeren Gruppen. Die Kreisklasse 1 sei mit 15 Teams schon jetzt überbesetzt.

TSV Gräfelfing: Variante ohne Absteiger gewünscht

Der TSV Gräfelfing hingegen votiert für die Variante ohne Absteiger. „Corona hat alle schlimm getroffen, und wir waren der Meinung, dass man nicht auch noch Mannschaften bestrafen sollte“, erläutert Abteilungsleiter Christian Stigloher. Zu dem vom Verband skizzierten Problem der überfüllten Ligen sagt er: Der BFV, der sich in der Vergangenheit „in keinster Weise als adäquater Partner“ gezeigt habe, müsse damit anfangen, in Lösungen zu denken und nicht in Problemen.

TSV Neuried: Variante B gewünscht

Auch der TSV Neuried stimmt für Variante B – und damit den Kreisliga-Klassenerhalt der zweiten Mannschaft. „Für unsere U23 wäre ein Abstieg sehr schade, weil wir es aus eigener Kraft noch hätten schaffen können“, erklärt Abteilungsleiter Stefan Kriebel. Sollte der Neurieder Wunsch wahr werden, müsste die erste Mannschaft in einer deutlich aufgestockten Bezirksliga einige Spiele mehr absolvieren als sonst. Kriebel findet das nicht schlimm: „Zwar gibt es dann viele Absteiger, aber die werden wenigstens auf sportlichem Weg entschieden.“

TSV Pentenried: „Haben uns dafür entschieden, dass es Absteiger geben soll“

Beim TSV Pentenried müsste die zweite Mannschaft runter in die C-Klasse, sollte die Mehrheit der Vereine Option eins wählen. „Wir haben uns dennoch dafür entschieden, dass es Absteiger geben soll“, teilt Spartenleiter Michael Möhwald mit. Er befürchtet ansonsten ein Ausbluten der C-Klasse. Und der Reserve der Römerfelder stehe diese Spielklasse ohnehin besser zu Gesicht.

SV Planegg-Krailling: Würde mit Quotientenregelung aufsteigen

Einer der größten Profiteure der zweiten Option wäre der SV Planegg-Krailling, der dann als nomineller Relegant mit 0,01 Punkten Vorsprung in den nach Quotienten-Regelung (QR) bereinigten Kreisliga-Tabellen den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen würde. Der SVP stimmt daher für diese Option, Abteilungsleiter Ayhan Kurt betont aber, dass das in erster Linie aus Solidarität mit den potenziellen Absteigern zu tun habe: „Wir sagen schon seit Monaten, dass es schwierig ist, nach zwei Jahren Teams absteigen zu lassen, die es gut noch aus eigener Kraft schaffen könnten.“

TV Stockdorf: Wertung mit Absteiger

Für den TV Stockdorf spielt bei der Entscheidung auch die weiter unsichere Gesamtlage eine Rolle. „Es weiß ja keiner, wann und wie es weitergeht. Das sollte im Vordergrund stehen“, sagt Stockdorfs Sportlicher Leiter Peter Mühlbauer. Daher spricht sich der TVS für eine Wertung mit Absteigern und entsprechend keinen überdimensioniert großen Ligen aus.

DJK Würmtal: Will keinen Abstieg

Die DJK Würmtal hingegen entscheidet sich für die Variante ohne Absteiger. Die zweite Mannschaft würde dadurch in der B-Klasse bleiben. „Deswegen haben wir natürlich dafür gestimmt“, teilt Mario Germek mit, Trainer der Ersten. Der A-Klassist hat als Meister bei beiden Optionen den Aufstieg in die Kreisklasse sicher.

(MICHAEL GRÖZINGER,TOBIAS EMPL UND TOBIAS HUBER)

Aufrufe: 018.5.2021, 09:53 Uhr
Münchner Merkur (Würmtal) / Tobias EmplAutor

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