Der SV Polling und der TSV Peiting mussten im Finale der Spielgruppe West im Totopokal ins Elfmeterschießen.
Der SV Polling und der TSV Peiting mussten im Finale der Spielgruppe West im Totopokal ins Elfmeterschießen. – Foto: Halmel

SV Polling verliert Elfmeter-Marathon: Peitings Torwart Julian Floritz mit der Entscheidung

VP unterliegt TSV Peiting im Pokalfinale der Spielgruppe West

Nur knapp verlor der SV Polling das Toto-Pokal-Finale der Spielgruppe West gegen den TSV Peiting. Die Entscheidung brachten letztendlich die Torhüter.

Peiting/Polling – Vor fast genau 16 Jahren waren exakt 25 Schützen nötig, um das bisher längste Elfmeterschießen in einem DFB-Pokalspiel zu entscheiden. Der damalige Regionalligist SV Sandhausen bezwang schließlich den Bundesligisten VfB Stuttgart mit 13:12. Ähnlich spannend und nicht enden wollend war auch das Finale der Spielgruppe West im Totopokal zwischen den Kreisligisten TSV Peiting und SV Polling. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 (0:1) gestanden. Somit musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen – und am Ende hatten die Peitinger mit 11:10 gewonnen.

Die Entscheidung brachten die Torhüter

Anlauf, Schuss, Tor – so ging das zunächst eine lange Zeit. Auf beiden Seiten verwandelten jeweils neun Feldspieler ihren Elfmeter. Die Entscheidung brachten schließlich die Torhüter. Während Pollings Schlussmann Mathias Schuster vergab, versenkte Peitings Keeper Julian Floritz die Kugel, was seinem Team den Sieg bescherte. „Das war glücklich, weil Polling das bessere Team war“, räumte Peitings Coach Fabian Melzer danach ein. „Die Welt geht davon nicht unter, aber wir sind selbst schuld“, sagte sein Pollinger Trainerkollege Robert Färber. „Wir hätten in der ersten Hälfte deutlicher führen müssen.“

TSV Peiting
11:10
SV Polling

Seine Mannschaft begann ähnlich stark wie die Runde zuvor beim 5:2-Sieg gegen Bezirksligist Denklingen. Max Hensel und Philip Schöttl hatten in der Anfangsphase Pech, als sie jeweils nur das Aluminium des Peitinger Gehäuses trafen. Eine Koproduktion dieser beiden Spieler brachte dann aber den Pollinger Führungstreffer durch Hensel (16.). In der Folge kontrollierten die Gäste aus dem Klosterdorf dank einer stabilen Defensive das Geschehen. Die Peitinger kamen zu keinen nennenswerten Aktionen. Unmittelbar vor dem Wechsel wurde es noch einmal aufregend: Pollings Michael Schöttl hatte einen Sololauf von Benedikt Multerer regelwidrig gestoppt. Der Unparteiische erkannte auf Notbremse und zückte die rote Karte gegen den Pollinger (44.), die Melzer als angemessen, Färber jedoch als zu hart empfand. „Der Platzverweis hat das Spiel und das Momentum gedreht“, so Melzer.

Verunglückter Rückpass führt zum Ausgleich der Peitinger

Aufgrund der Überzahl hatten die Peitinger nach dem Wechsel mehr Spielanteile. Das Herausspielen von zwingenden Chancen blieb aber weiterhin das Manko beim TSV. Letztlich war es einem Fehler der Pollinger zuzuschreiben, dass den Hausherren doch noch der Ausgleich gelang. Einen verunglückten Rückpass nutzte Matthias Lotter zum 1:1 (63.). Die Pollinger versuchten danach alles, um das Unentschieden über die Zeit zu bringen und sich ins Elfmeterschießen zu retten – was ihnen auch gelingen sollte.

Beim Schießen vom Kreidepunkt erwiesen sich die Schützen auf beiden Seiten als nervenstark und treffsicher. Polling, das nach dem Ausschluss Schöttls nur noch zehn Mann zur Verfügung hatte, legte stets vor, Peiting zog nach. Dann waren die Torhüter an der Reihe, und Floritz ging besser mit der Drucksituation um als sein Gegenüber Schuster. „Das war ein hoch emotionales Spiel, ein richtiger Pokalfight“, resümierte Melzer.

Aufrufe: 029.7.2021, 05:52 Uhr
Roland HalmelAutor

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