
Es war ein echter Genuss für Adrian Erhart. Bei seinem Comeback nach 15 Monaten Pause feierte der Keeper des TSV Peißenberg einen 2:0-Erfolg im Derby gegen den FC Wildsteig/Rottenbuch. „Wir sind brutal gut gestanden“, lobte der Torwächter seine Mannschaft, die im Abstiegskampf der Kreisliga 1 wieder Hoffnung schöpft. Sieben Punkte aus den vergangenen drei Partien haben den ehemaligen Tabellenvorletzten wieder in Reichweite ans gesicherte Mittelfeld gebracht. „Mit diesem Sieg sind wir voll im Rennen dabei“, gibt sich der Keeper zuversichtlich für die noch ausstehenden vier Partien dieser Saison.
Relativ desillusioniert klang dagegen Hubert Jungmann. „Das war das absolut schlechteste Spiel, das wir in dieser Saison gemacht haben“, ärgerte sich der Trainer des FC Wildsteig. Die Pleite war für ihn doppelt schlimm. Zum einen kommt Jungmann aus Peißenberg, zum anderen gibt seine Mannschaft seit dem Ende der Winterpause einen Fußball zum Besten, der überhaupt nicht seinen Vorstellungen entspricht. Der Coach beklagte nicht nur die fehlende Leichtigkeit, er monierte vor allem das mangelnde Engagement seiner Kicker. „Da muss man weit mehr investieren.“
Wie ernst es allen Peißenbergern von Anfang an war, zeigte sich nach drei Minuten, als Lukas Hartmann den Ball im Mittelfeld eroberte und schnurstracks aufs Rottenbucher Gehäuse zog. „Er hat sich durchgekämpft“, lobte Erhart den Torschützen zum richtungsweisenden 1:0. Seine Gegenspieler beließen es da eher beim Zuschauen. Der Treffer machte etwas mit dem Abstiegskandidaten, der immer selbstsicherer agierte und sich weitere Chancen erarbeitete. Eine gute halbe Stunde war gespielt, da belohnte Michael Gladiator sein Team mit dem 2:0. Nach einer Ecke bewies auch er Durchsetzungsvermögen und nagelte den Ball unter die Latte, nachdem die Rottenbucher und Wildsteiger die Situation nicht bereinigen konnten.
Es sollte nicht die letzte Möglichkeit für die Platzherren bleiben. Dass für den TSV bis zum Ende nichts mehr anbrannte, lag auch an den Gästen, die sich überhaupt nicht anstrengten, wenigstens den Anschluss zu erzielen. „Wir haben keine einzige Torchance gehabt“, stellte Jungmann fest. Der Coach begann irgendwann, an seinen Kickern zu verzweifeln. Selbst als sie versuchten, mit langen Bällen die gegnerische Verteidigung zu durchbrechen, fehlte der nötige Eifer. „Dann musst du aggressiv auf die zweiten Bälle gehen“, betonte der Trainer. Aber von einer gesunden Aggressivität war sein Team weit entfernt. „Das war eigentlich nicht der Plan“, sagte Jungmann. Für eine Elf mit so viel Potenzial, wie sie in Wildsteig und Rottenbuch vorhanden ist, ist das schade.