Meisterschaft ade: Trainer Christian Feicht muss mit seinem SC Weßling versuchen, den Aufstieg in die Kreisliga über die Relegation zu schaffen.
Meisterschaft ade: Trainer Christian Feicht muss mit seinem SC Weßling versuchen, den Aufstieg in die Kreisliga über die Relegation zu schaffen. – Foto: Andrea Jaksch

Kreisklasse 1: SC Weßling muss in die Relegation - Gautinger SC in die Abstiegsrunde

Sportclub raus aus dem Titelrennen

Entscheidungen im Schlussspurt der Kreisklasse 1: der SV Weßling verliert beim TSV Alling und macht Geiselbullach zum Meister. Der Gautinger SC verliert im Abstiegskampf.

TSV Alling – SC Weßling 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Grolik (46.)

„Heute hat es uns erwischt“, räumte Christian Feicht traurig ein. Durch die Niederlage in Alling endet die Saison für den Weßlinger Trainer und seine Mannschaft auf Tabellenplatz zwei in der Kreisklasse 1. Die Meisterschaft geht an den TSV Geiselbullach, der seine Aufgabe in Göbenzell souverän löste. Schlimmer als die Niederlage wog für den Coach die Verletzung von Benedikt Huber, der nach einer Stunde mit Verdacht auf Bänderriss ausgewechselt werden musste. Damit vergrößert sich das Lazarett des Sportclubs vor der Relegation weiter. Wer dann der Gegner sein wird, ist noch nicht entschieden. Momentan ist in der Kreisliga 1 der Kampf zwischen dem SC Maisach, dem SV Mammendorf und dem TSV Bernbeuren um Tabellenplatz zwölf noch vollkommen offen. Die drei Abstiegskandidaten weisen jeweils 25 Punkte auf. „Wir werden jetzt nicht aufgeben“, stellte Feicht klar, dass sein Team trotz aller Widrigkeiten weiterhin an seine Chance glaubt, den Aufstieg in die Kreisliga zu schaffen. Seine Mannschaft hatte in Alling eine Halbzeit lang alles im Griff gehabt. Überwiegend nagelte der Tabellenzweite die Gastgeber in deren eigener Hälfte fest. Luis März-Vorisek und Tim Oliver Prammer hatten brauchbare Chancen, um die Gäste in Führung zu schießen. Nach dem Seitenwechsel wirkte sich die Verletzung von Huber nachhaltig auf das Spiel der Weßlinger aus. „Als er raus ist, war ein bisschen der Knick drin“, sagte Feicht. Den Gastgebern gelang gleich nach Wiederanpfiff durch Maximilian Grolik der entscheidende Treffer, der ihnen den direkten Klassenerhalt sicherte. Feicht sieht mit gemischten Gefühlen den kommenden Wochen entgegen: „Es wird jetzt richtig bitter. Was wir an Substanz verlieren, ist brutal. Das kann keine Mannschaft wegstecken.“

TSV Gilching-A. II – FC Emmering 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Kuhn (29.), 2:0 Schmitt (81.)

In einer für beide Parteien bedeutungslosen Partie holten die Gilchinger verdient die Punkte. Nach einer halben Stunde brachte Benedikt Kuhn die Reserve des TSV mit 1:0 Front. An diesem Ergebnis änderte sich bis zur 81. inute nichts. Dann machte Markus Schmitt den Dreier perfekt. „Wir wollten uns in unserem letzten Heimspiel noch einmal von unserer guten Seite zeigen“, sagte Robert Brand, der mit der Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden war. Der Gilchinger Trainer hofft nun, es dem Beispiel der ersten Mannschaft gleich zu tun. „Wenn wir kommende Woche Oberalting schlagen, sind wir Dritter.“

SV Inning – Gautinger SC 5:3 (3:2)

Tore: 1:0 Schoppe (8.), 1:1 Schwarzenbach (20./HE), 2:1 Schoppe (28.), 2:2 Schwarzenbach (31.), 3:2 Schoppe (40.), 4:2 Heilander (48.), 4:3 Lebek (58.), 5:3 Scheidl (84.) – Gelb-Rot: Schmid/Inning (90.+3, Meckern/Foul)

Nun ist es amtlich. Für den Gautinger SC geht die Saison in die Verlängerung. Vor dem letzten Spieltag in der Kreisklasse 1 kann der Tabellenzwölfte nicht mehr das gesicherte Mittelfeld in der Kreisklasse 1 erreichen. Um sich noch eine klitzekleine Chance auf den direkten Klassenerhalt machen zu können, hätten die Gautinger am Ammersee schon gewinnen müssen. Doch sie verloren am Ende klar mit 3:5 (2:3). „Es geht jetzt in die Relegation“, sagt Robert Stolpa, der den Ausscheidungsspielen mit einem gewissen Unbehagen entgegensieht, denn seine Mannschaft könnte dann auf den Lokalrivalen TSV Pentenried treffen – oder auf den SC Unterpfaffenhofen oder den TSV Hechendorf. Der Abteilungsleiter haderte damit, dass seiner Elf wieder einmal wichtige Leistungsträger fehlten. Diejenigen, die da waren, machten ihre Sache jedoch hervorragend. „Die Moral ist tipptopp“, stellte Stolpa fest. Darüber hinaus hatten die Gautinger in der Anfangsphase zweimal Pech, als sie nur das Aluminium trafen. „Es ist wie verhext“, ärgerte sich Stolpa über das fehlende Fortune. Wesentlich glücklicher agierten die Inninger, die während der gesamten Begegnung fast auf eine hundertprozentige Chancenauswertung kamen. Bereits nach fünf Minuten eröffnete Mathias Schoppe den Torreigen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sich der Sportclub von diesem Rückschlag erholte. Schließlich sind dem Sportclub seine Unzulänglichkeiten in der Defensive seit längerem bewusst. Nach dem Ausgleich durch einen Handelfmeter von Leon Schwarzenbach war es wieder Schoppe, der die Platzherrn in Front schoss. Erneut waren die Gäste um eine Antwort nicht verlegen, weil sie, wenn nicht in der Defensive, wenigstens über einiges Potenzial im Angriff verfügen. Es war wiederum Schoppe, der nach dem 2:2 durch Schwarzenbach ein drittes Mal die Führung für den Sportverein besorgte. Die baute Michael Heilander kurz nach dem Seitenwechsel weiter aus. Doch dieses Mal konnten die Gäste nachziehen und kamen durch Sebastian Lebek zum Anschluss. Mehr gelang ihnen jedoch nicht mehr. In der Schlussphase machte Xaver Scheidl schließlich den Deckel drauf. Peter Rothamel zeigte sich enttäuscht vom Auftritt der Gautinger: „Ich habe erwartet, dass die Gautinger um ihr Leben rennen.“ Der Inninger Abteilungsleiter hatte doppelt Grund zur Freude. Neben dem Sieg konnte er auch das Comeback von Josef Basel vermelden, der zwei Jahre nach seiner schweren Verletzung wieder mitwirkte und fast das halbe Dutzend voll gemacht hätte.

TSV Oberalting-Seefeld – SC Olching II 1:1 (1:1)

Tore: 1:0 Schröter (5.), 1:1 Asl (40.) – Rote Karte: Dötsch/Oberalting (85., Schiedsrichterbeleidigung)

Als Thomas Dötsch nach dem Schlusspfiff Schiedsrichter Francesco Bartolo um eine Stellungnahme bat, warum er die Partie vorzeitig beendet hatte, soll er ihm laut dem Übungsleiter folgende Antwort gegeben haben. „Weil ich keinen Bock habe, zwei solche Mannschaften zu pfeifen.“ Der Oberaltinger Trainer konnte sich keinen Reim darauf machen, warum die etwa vierminütige Behandlungszeit von Eric Schröter, der nach einem Zusammenprall mit Olchings Keeper Christian Hofbauer auf dem Boden liegen blieb, überhaupt keinen Ausschlag auf eine eventuelle Nachspielzeit nach sich zog. Vollkommen unverständlich blieb auch die Rote Karte für Jean-Luca Dötsch fünf Minuten vor dem Ende. Bartolo will gehört haben, dass ihm der Sohn des Übungsleiters als „Clown“ bezeichnet haben soll. Nach Angaben des Trainers war der Referee in diesem Moment ungefähr 30 Meter vom Spieler entfernt, der sich zudem in einer Traube mit vier oder fünf weiteren Kickern befand. „Wenn er weder genau gesehen noch gehört hat, wer es gewesen sein soll, ist das schon fahrlässig“, beschwerte sich der Oberaltinger Coach über die Behandlung durch den Unparteiischen. In einer fairen Begegnung machten neben den unverständlichen Entscheidungen des Schiedsrichters vor allem die Torleute von sich Reden. Oberaltings Maroje Mitrovic hielt genauso überragend wie sein Gegenüber Christian Hofbauer. So konnten sich nur Eric Schröter vom TSV und Arman Shadidi Asl vom Sportclub in die Torschützenliste eintragen. „Wir hatten in der ersten Hälfte Chancen für drei Spiele gehabt“, so Dötsch, der es bedauerte, dass sich seine Mannschaft das erste Unentschieden in dieser Saison einhandelte. (hch)

Aufrufe: 023.5.2022, 08:10 Uhr
Christian HeinrichAutor