Georg Kutter, um den viele Fußballvereine der Region gebuhlt hatten, wechselt vom SV Uffing zum TSV Murnau
Georg Kutter, um den viele Fußballvereine der Region gebuhlt hatten, wechselt vom SV Uffing zum TSV Murnau – Foto: Andreas Mayr

Das Ende der Jagd - TSV Murnau verpflichtet Kutter und Obermüller

Kutter bringt „Spezl“ Obermüller mit

Der TSV Murnau verpflichtet nach langem Tauziehen Georg Kutter vom SV Uffing. Die Drachen setzten sich dabei gegen namhafte Konkurrenz aus der Region durch.

Murnau – Die zwei haben Manieren, und sie wissen, wie sich Neulinge schnell und reibungslos integrieren. Zum ersten Training karrten Georg Kutter und Sebastian Obermüller zwei Kästen Bier an den Fußballplatz nach Murnau. Ihr Einstand. Die kühle Erfrischung gab’s natürlich erst nach der Einheit. Wie die Kicker so im Kreis beinander standen, verkündete Kutter, dass er sich für den TSV entschieden habe.

TSV Murnau: Georg Kutter spielte in der Bayern-Jugend - Kreisliga-Aufstieg mit dem SV Uffing

„Man hat gemerkt, wie ein Ruck durch das Team gegangen ist“, sagt Abteilungsleiter Michael Adelwart. „Viele der Jungs hatten sich erhofft, dass er kommt.“ Mit Kutter, 23 Jahre alt, verpflichtet der TSV Murnau einen der begehrtesten Fußballer des Oberlands.

Der Draht zum Uffinger – in der Jugend beim FC Bayern München, danach in Murnau – ist nie wirklich abgerissen. 2016 war er nach seinem letzten Jugendjahr in die Heimat gewechselt. Dorthin lockten ihn seine Uffinger Spezl sowie ein Verein mit einer Vision: Gemeinsam in die Kreisliga. Nach drei Jahren wurde der Wunsch wahr. Kutter war für Uffing die Dame auf dem Schachbrett. Die Figur, die alles kann und 52 Tore in vier Spielzeiten schoss. Auch jetzt schwärmt er vom Dorfverein und seiner Verschworenheit. „Die Leute in Uffing sind einfach Bombe.“ Über den SVU könne er nichts Schlechtes sagen. Mit Spartenchef Klaus Staltmeier vereinbarte er so etwas wie eine Ausstiegsklausel: Sollte der Klub in die Kreisklasse zurückfallen, könne sich Kutter nach einem neuen Verein umsehen.

Über Wochen war er der Gejagte des Oberlands. „Jeder Verein, der höher spielt“, habe angefragt. „Das zeigt, dass du im Fußball was richtig gemacht hast.“ Doch die Buhlerei ging so weit, dass sich der Uffinger eine digitale Auszeit verschrieb und ein, zwei Wochen auf keine Nachricht mehr zum Thema Fußball antwortete. „Ich hab’ Zeit gebraucht.“

Georg Kutter wählte zwischen 1.FC Garmisch-Partenkirchen und TSV Murnau - „Bezirksliga wäre schon eine Sache“

Zum Kreis der engsten Vertrauten zählten bei seinem Entschluss die Freunde, Bruder Matthias und natürlich Vater Georg, Vereinslegende in Murnau und einer der Landesliga-Helden von vor 40 Jahren. Von Zeit zu Zeit füttert er seinen Sohn mit Anekdoten. „Er erzählt schon gern“, sagt der Junior. Letztlich wählte er zwischen dem 1. FC Garmisch-Partenkirchen und Murnau. Den FC hielt er für „fußballerisch interessant“, die kurze Anfahrt, das bekannte Umfeld, die Perspektive sprachen jedoch für den TSV. „Ich hab’ Bock auf das, was da abgeht.“ Damit spielt er auf die Zukunft des Klubs an, der über ein Jahrzehnt einen Nachwuchspool in neuen Dimensionen errichtet hat. Mit der A-Jugend hat er schon trainiert. Sein Urteil: „Richtig top.“ Mit den Burschen könne man in den nächsten Jahren etwas bewegen. „Bezirksliga wäre schon eine Sache.“

Auf diesem Abenteuer begleitet ihn Torwart Sebastian Obermüller, der über seinen Teamkollegen den schönen Satz sagt: „Georg ist mein bester Spezl.“ Eigentlich wollte Obermüller aufhören. In Uffing fehlte zuletzt die Konkurrenz und die Zeit. Der 23-Jährige lässt sich in Königsbrunn zum Polizisten ausbilden. Im Kopf habe er sich schon mit dem Ende der Laufbahn arrangiert. Doch wie Kutter ihm vom TSV erzählte und die Murnauer sich bei ihm meldeten, gefiel ihm die Idee vom Aushilfsmann. „Die Nummer eins mag ich nicht sein.“ Er will vor allem „einfach Spaß haben“. Wie zuvor in Uffing mit diesen „saugeilen Typen“. Außerdem sind die Freunde ja nicht aus der Welt. „Viel wird sich nicht ändern“, glaubt Kutter. „Ich wechsle ja nicht in ein fremdes Land.“ Er werde weiterhin mit den Uffingern feiern oder in den Urlaub fahren, auch wenn er beim TSV kickt.

Noch ist unklar, wo Georg Kutter beim TSV Murnau spielen wird

Bleibt nur noch zu klären, wo genau Kutter bei den Drachen spielt. Am liebsten wäre ihm ein Platz im defensiven Mittelfeld. „Der Schorsch ist eine Waffe, wenn er das Spiel vor sich hat“, weiß Adelwart. Möglicherweise plant Trainer Tim Schmid andere Dinge. Darüber haben sie noch nicht philosophiert. Kutter ist’s egal. Zur Not stellt er sich ins Tor. Solch ein Typ ist er.

(Andreas Mayr)

Auch Torhüter Sebastian Obermüller schließt sich dem TSV Murnau an.
Auch Torhüter Sebastian Obermüller schließt sich dem TSV Murnau an. – Foto: Andreas Mayr
Aufrufe: 014.6.2021, 08:23 Uhr
Andreas MayrAutor

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