
Der TSV Lustnau dominiert die Frauen-Landesliga, Staffel 2, in einer Weise, die im Seltenheitswert besitzt. Mit einer perfekten Ausbeute von 57 Punkten nach 19 Spieltagen und einem beeindruckenden Torverhältnis von 89:12 steht der Titelgewinn bereits drei Partien vor dem Saisonende fest. Lustenaus Frauen-Spielleiter Wolfgang Oswald blickt auf ein Jahr zurück, das vor allem im Zeichen der Wiedergutmachung stand, nachdem der Verein in der vorangegangenen Spielzeit dramatisch gescheitert war. Mit dem nun feststehenden Aufstieg in die Verbandsliga bereitet sich der Klub auf neue sportliche Horizonte vor.
Jubelstürme in Sondelfingen und Tübingen
Die Erleichterung und Freude nach dem entscheidenden Erfolg waren förmlich greifbar. Die Feierlichkeiten begannen unmittelbar nach dem Schlusspfiff und verlagerten sich über den Abend hinweg. „Gefeiert wurde nach dem Spiel in Sondelfingen, zuerst auf dem Platz in Sondelfingen, dann in Tübingen in der Stadt“, berichtet Wolfgang Oswald gegenüber FuPa. Der Triumph markiert das Ende einer langen Reise, die von großer Disziplin und dem Willen geprägt war, die Fehler der Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Vom vorsichtigen Sommer zum entschlossenen Winter
Dass der Titelgewinn derart souverän ausfallen würde, war zu Beginn der Saison keineswegs in Stein gemeißelt. Die Erinnerung an das bittere Scheitern im Vorjahr wirkte noch nach. „Wir hatten in der vorigen Saison die Meisterschaft kurz vor Schluss noch verspielt. Daher waren wir im Sommer mit unserer Prognose vorsichtig“, erklärt Wolfgang Oswald. Doch mit zunehmender Dauer der Runde wuchs das Selbstvertrauen innerhalb des Teams. Spätestens mit dem Start in das Kalenderjahr 2026 änderte sich die Marschroute: „Aber seit der Winterpause hatten wir die Meisterschaft wieder fest im Blick.“
Die Anatomie einer perfekten Spielzeit
In einer Liga, in der Verfolger wie der SV Deuchelried trotz solider Leistungen frühzeitig den Anschluss verloren, bestach Lustnau durch eine seltene Konstanz. Für den Frauen-Spielleiter sind die Gründe für den Erfolg klar identifizierbar. Er führt den Titelgewinn auf „die fußballerische Qualität und die Konstanz: bis jetzt 19 Siege in 19 Spielen“ zurück. Diese Dominanz spiegelte sich in fast jeder Partie wider und ließ am Ende keinen Zweifel daran aufkommen, wer die stärkste Kraft in der Landesliga ist.

Taktische Überlegenheit auf dem Rasen
Hinter den Zahlen verbirgt sich eine spielerische Philosophie, die das Team Woche für Woche erfolgreich umsetzte. Die Mannschaft zeichnete sich durch eine ausgeglichene Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Wucht aus. Als die größten Stärken des Teams benennt Wolfgang Oswald eine „ausgeprägte Spielkontrolle im Mittelfeld und schnelle, abschlussstarke Stürmerinnen“. Diese Kombination sorgte dafür, dass der TSV Lustnau das Geschehen auf dem Platz zumeist diktieren konnte.
Gemeinschaftserlebnis im Kleinen Walsertal
Trotz des sportlichen Fokus wird im Verein auch der soziale Zusammenhalt großgeschrieben. Der Erfolg soll nicht nur im kleinen Kreis, sondern im Verbund des gesamten Frauenfußball-Bereichs gefeiert werden. „Ja, Ende Juni geht’s ins Kleine Walsertal. Aber da sind alle drei Frauenteams dabei“, verrät Wolfgang Oswald. Solche gemeinsamen Unternehmungen unterstreichen den familiären Charakter des Vereins, der über die sportliche Leistung der ersten Mannschaft hinausgeht.
Weichenstellungen für die Verbandsliga
Das Aufstiegsrecht wird der Verein wahrnehmen, und die Planungen für die neue Umgebung laufen bereits auf Hochtouren. In personeller Hinsicht gibt es erste Fakten zu vermelden. Während einen Abgang gibt, konnte für die kommende Saison eine international erfahrene Spielerin gewonnen werden. „Anouk Edimo wird das Team verlassen, und mit Anna Gutsmiedl – zuletzt FS Metta, 1. Liga Lettland – haben wir bereits einen Neuzugang“, bestätigt der Frauen-Spielleiter. Darüber hinaus führt der Verein derzeit Gespräche mit weiteren potenziellen Verstärkungen.
Blick auf die kommende Spielzeit 2026/2027
Trotz der aktuellen Euphorie bleibt die Zielsetzung für die höhere Spielklasse bodenständig und realistisch. Der Verein möchte sich in der Verbandsliga etablieren und die positive Entwicklung fortsetzen. Auf die Frage nach dem Ziel für die Saison 2026/2027 gibt Wolfgang Oswald eine klare, sachliche Richtung vor: Das Team solle „in der Verbandsliga eine gute Rolle spielen“. Mit der Qualität aus 19 Siegen im Rücken scheint dieses Vorhaben alles andere als utopisch.