Foul oder nicht? In dieser Szene stoppt Neuburgs Stefan Klink (links) den Gundelfinger Janik Noller. Als Klink später im Strafraum zu Fall kam und der Elfmeter schon gepfiffen war, räumte Klink auf Nachfrage von Referee Treiber fair ein, dass es kein Foul war.
Foul oder nicht? In dieser Szene stoppt Neuburgs Stefan Klink (links) den Gundelfinger Janik Noller. Als Klink später im Strafraum zu Fall kam und der Elfmeter schon gepfiffen war, räumte Klink auf Nachfrage von Referee Treiber fair ein, dass es kein Foul war. – Foto: Walter Brugger

Neuburgs Klink glänzt mit einer fairen Aktion

Sein VfR scheidet aber in der Pokal-Qualifikation aus +++ Neun-Tore-Spektakel in Egg +++ Landsberg und Schwabmünchen kommen mit Mühe weiter

Eine Qualifikationsrunde mussten die besten Bayern- und Landesligisten überstehen, um in die erste Hauptrunde des Toto-Pokals auf bayerischer Ebene einzuziehen. Mit dem TSV Schwabmünchen, TSV Landsberg, TSV Kottern, FC Gundelfingen und Türkspor Augsburg nahmen fünf Bayernligisten diese Hürde.

VfR Neuburg
0:4
Gundelfingen

Welches Gesicht haben die Bayernliga-Fußballer des FC Gundelfingen nun gezeigt? „Das gute, das richtige“, ist Trainer Martin Weng überzeugt, nachdem seine Schützlinge gerade beim VfR Neuburg hatten, mit dem die Grün-Weißen in der abgebrochenen Corona-Saison noch um den Landesliga-Titel gekämpft hatten.
Dass die Gundelfinger die jüngsten Auftritte, insbesondere den von der 0:2-Pleite im Testspiel gegen den württembergischen Landesligisten FV Sontheim, vergessen machen wollten, war unübersehbar. Schon nach fünf Minuten hatte Jonas Schneider die Führung auf dem Fuß, als er auf dem Weg zum Tor nicht mehr zu stoppen war, den Ball allerdings am Pfosten vorbei setzte. In der neunten Minute war Schneider wieder auf dem linken Flügel durchgestartet und hatte in der Mitte Routinier Manuel Müller bedient, der sich diese Chance nicht entgehen ließ. Auch am zweiten Treffer war Schneider maßgeblich beteiligt, nach Zuspiel von Janik Noller fand er in Sandro Caravetta am hinteren Pfosten einen dankbaren Abnehmer (21.). Und als Noller nach Zusammenspiel mit Müller kurz nach der Pause sogar das 0:3 erzielt, schien die Entscheidung gefallen.
Nur einmal schien es, als könnte der VfR noch ein Comeback hinlegen. In der 58. Minute traf Sebastian Habermeyer die Gundelfinger Querlatte, im anschließenden Zweikampf mit Weichler ging Neuburgs Stefan Klink zu Boden und Referee Stefan Treiber entschied auf Elfmeter. Was insbesondere Weichler nicht verstehen konnte, der Treiber aufforderte, bei Klink doch mal nachzufragen. Was der Schiedsrichter tat – und die Antwort bekam, dass es kein Foul und somit auch kein Elfmeter war.
Als dann auch noch Sandro Caravetta die Vorlage des eingewechselten Markus Böck zum erfolgreichen Torschuss nutzte, war der Neuburger Widerstand endgültig gebrochen. Am Ende mussten die Oberbayern sogar froh sein, dass ihr Keeper Philipp Mayr gegen Caravetta oder Simon Hille weitere Gegentreffer verhinderte. Lokalsport DZ

SV Egg/Günz
4:5
TSV Kottern

Ein spannendes und überaus torreiches Duell bekamen die Zuschauer in Egg an der Günz geboten. Dort mussten sich die gastgebenden Landesliga-Kicker nur knapp mit 4:5 dem favorisierten Bayernligisten geschlagen geben.
Eggs Manuel Schedel sprach von einem verdienten Sieg der Gäste und davon, dass sich die höhere Qualität durchgesetzt habe. Die Fußballer aus dem Kemptener Stadtteil Sankt Mang lagen bereits nach wenigen Minuten mit 2:0 in Führung. Julian Feneberg nutzte nach einem Einwurf einen Patzer in der Egger Hintermannschaft (3.). Matthias Jocham ließ wenig später SV-Schlussmann Constantin Seibl keine Abwehrchance (9.). Erst jetzt begannen die Hausherren, sich am Geschehen zu beteiligen.
Simon Schropps Anschlusstreffer kam unter gütiger Mithilfe von Kotterns Torhüter Tobias Heiland zustande. Beim Freistoß aus großer Distanz hatte sich der Schlussmann völlig verschätzt und ließ den Ball passieren (15.). Von nun an verlief das Spiel weitgehend ausgeglichen. Einen Schuss von Manuel Schedel parierte Heiland noch, gegen den Abstauber von Torsten Schuhwerk war er allerdings machtlos (39.). Unmittelbar vor dem Seitenwechsel gingen die Hausherren sogar in Führung. Diesmal war es Schedel, der einen Fehler in der Gästeabwehr zum 3:2 nutzte (45.+2).
Nach der Pause brauchten beide Teams einige Zeit, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. Dann wurde es interessant. Erst traf Jocham aus spitzem Winkel zum 3:3 (56.), ehe Manuel Schropp mit seinem Tor zur neuerlichen Führung die passende Antwort lieferte (58.). In der Schlussphase war dem Landesligisten, dem auch einige Stammkräfte fehlten, dann der Kräfteverschleiß anzumerken. Durch zwei Tore des eingewechselten Philipp Meisinger kam Kottern zum letztlich nicht unverdienten 5:4-Erfolg (76., 83.). (jürs) Lokalsport IZ

SV Pullach
3:4
Schwabmünch.

Im Elfmeterschießen hat der TSV Schwabmünchen beim Ligakonkurrenten den Schritt in die Hauptrunde gemacht. Das war es dann auch schon mit guten Nachrichten zum Auftakt nach der Pflichtspielphase für den Bayernligisten. Denn Trainer Paolo Maiolo war mehr als nur unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben schlecht gespielt, die einzige Ausnahme war Stefan Brunner im Tor - nicht nur weil er die entscheidenden Elfer gehalten hat“, zieht Maiolo Bilanz. „Die Mannschaft ist weit unter ihren Möglichkeiten geblieben“, schiebt Maiolo nach.
Die Gastgeber gingen nach 20 Minuten mit einem Konter in Führung. „Davor habe ich extra gewarnt“, schimpft Maiolo. Die Partie bleib schwach, vor allem auf Schwabmünchner Seite. Kurz dem Seitenwechsel war das Spiel für Gilbert Diep, den Schützen des Führungstreffers nach einer Gelb-Roten Karte schon beendet. Schwabmünchen half dies nichts, das Spiel des TSV in Überzahl wurde noch schlechter. Nach einer knappen Stunde herrschte dann wieder Gleichzahl auf dem Feld, da es auch für Schwabmünchens Nikola Aracic die Ampelkarte gab. „Beide Gelb-Roten muss man nicht geben“, urteilt Maiolo dazu. Die laut Trainer „einzig gute Aktion im Spiel“ sorgte dann für den Ausgleich kurz vor dem Ende. Eine schnelle und schöne Kombination brachte Tim Uhde im Strafraum an den Ball und Pullach konnte sich nur noch mit einem Foulspiel helfen. Den daraus resultierenden Elfer verwandelte Kevin Kümmerle zum 1:1. Im entscheidenden Elfmeterschießen avancierte dann Schwabmünchens Keeper Stefan Brunner endgültig zum Matchwinner, indem er zwei Versuche der Pullacher hielt. (krup) Lokalsport SZ

FC Sonthofen
1:2
TSV Landsb.

Der TSV Landsberg erledigt seine Pflichtaufgabe beim 1. FC Sonthofen. Allerdings war es das schwere Stück Arbeit, das Spielertrainer Muriz Salemovic prophezeit hatte – zudem gab es auch noch eine Rote Karte für die Landsberger.
Dass Sonthofen zu den Top-Landesligisten zählt, zeigte der Gastgeber von Beginn an – und ging auch erst mal in Führung. In der 17. Minute erzielte Andreas Hindelang mit dem ersten guten Konter das 1:0. Überhaupt standen die Landsberger anfangs nicht so sicher. „Gefühlt hatten wir in dem einen Spiel mehr zugelassen als in allen sechs Spielen zuvor“, sagt Muriz Salemovic. Das hänge auch mit der Spielweise zusammen. „Wir pressen sehr hoch und wenn nicht jeder zu hundert Prozent fit und da ist, passiert das.“
Aber die Landsberger hielten dagegen und kurz vor der Pause gelang der verdiente Ausgleich, in einer Phase, in der er hochverdient war. „Da hatten wir dann viel Ballbesitz und uns auch gute Chancen rausgespielt“, so Salemovic. Eine davon konnte Sonthofen nur regelwidrig unterbinden und es gab Elfmeter. Eigentlich eine Aufgabe für Kapitän David Anzenhofer, der zu seiner Zeit in Landsberg als fast hundertprozentiger Elfmeterschütze glänzte. Doch nicht so diesmal: Alessandro Mulas übernahm die Verantwortung und verwandelte in der 41. Minute – mit dem 1:1 ging es dann auch in die Pause.
In der zweiten Hälfte wurde das Spiel härter und der Schiedsrichter zückte mehrmals die Gelbe Karte – bei Manuel Detmar zeigte er allerdings Rot. Trotz Unterzahl ließ der TSV nicht locker und Fabian Lutz erzielte in der 83. Minute den Siegtreffer. (mm) Lokalsport LT

Aufrufe: 019.7.2021, 18:59 Uhr
Walter BruggerAutor

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