
17 Spiele in Folge ohne Niederlage - Der Aufstieg in die Regionalliga wird auf Mallorca gefeiert
Landsberg - Der Fußball schreibt immer wieder kuriose Geschichten. Beim 2:1-Sieg des Bayernliga-Zweiten und „So gut wie sicher“-Aufsteires TSV Landsberg beim TuS Geretsried gab’s gleich mehrere davon.
Da ist zum einen der Landsberger Torschütze zum 1:0. Eigentlich war Luca Dollinger (19) wie fast immer nur für die Bank vorgesehen. Und Fares Ibrahim (20) sollte seine Startelf-Premiere feiern. Da wurde nichts draus: Ibrahim verletzte sich beim Aufwärmen – und Dollinger durfte von Anfang an ran. Dafür bedankte sich „Dolle“ auf seine Weise: Mit einem Tor, seinem fünften Saisontreffer. Das Besondere daran: Es war Dollingers sechstes Tor innerhalb einer Woche – der Stürmer traf in allen drei Mannschaften, in denen er auflief. Erst zweimal in der Kreisliga für die zweite Mannschaft beim 7:1 gegen den SC Maisach, tags darauf dreimal (mit zwei Toren in den ersten drei Minuten) für die U19, den U19-Bezirksoberliga-Tabellenführer, beim 6:1 gegen den Tabellendritten FC Holzland/Inn und am Freitag einmal für das Bayernliga-Team. Dollinger ist ein Vollblut-Stürner, der den Fußball lebt und liebt – und an einem Wochenende, wenn's möglich ist auch dreimal aufläuft. Die sensationelle Quote des Youngsters in der laufenden Saison: 41 Tore in 43 Spielen für drei Teams, dazu 29 Assists – das sind bislang 70 Torbeteiligungen. Sein U19-Trainer Christian Ziegler sagt anerkennend: „Dolle ist einfach ein Phänomen“ – ein Tor-Phänomen.
Nächste verrückte Geschichte: Weil sich Keeper Max Fuchs (20) am 11. April beim Heim-Debüt gegen seinen früheren Club Nördlingen einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, holten die Landsberger ihren Ex-Torwart Dani Baltzer (30), der den Verein nach einem Kurz-Einsatz (beim 3:0 gegen Türkgücü) Anfang September aus beruflichen Gründen offiziell verlassen hatte, aus dem „Fußball-Ruhestand“ zurück. Am 17. April trainierte der Weilheimer zum ersten Mal wieder in Landsberg, dann saß er zweimal ohne Einsatz auf der Bank – und feierte jetzt in Geretsried schon sein Comeback. Und was für eins: In der 60. Minute beim Stand von 2:1 für Leimeister (Schwindel-Attacke) eingewechselt, zeigte der Ex-Penzberg-Torhüter eine starke Partie und hielt in der sechsen Minute der Nachspielzeit einen Foul-Elfmeter von Belmin Idrizovic – und damit den Landsberger Sieg fest. „Das waren Emotionen pur“, so der Torwart.
Dass das Geretsrieder Anschlusstor auf das Konto des ehemaligen Landsbergers Alexander „Baz“ Bazdrigiannis (23) ging: Durchaus auch erwähnenswert. Genauso wie die Tatsache, dass der Landsberger Aufstieg in die Regionalliga auch nach dem 17. Spiel in Folge ohne Niederlage (die Super-Serie unter Trainer Chris Rech/33 begann mit dem 2:1 im Hinspiel gegen Geretsried) noch nicht 100-, sondern nur 99,9-prozentig in trockenen Tüchern war. Den Jungs ist’s egal. Sie feierten schon vergangenes Wochenende nach dem 1:1 gegen 1860 München II. Und von Samstag bis Dienstag ist „Insel-Feeling“ angesagt: Da geht's Mallorca.