Die Gesichter von Schwaben-Co-Trainer Roland Bahl (links) und Türkspor-Trainer Servet Bozdag sprechen nach dem 1:1 für sich.
Die Gesichter von Schwaben-Co-Trainer Roland Bahl (links) und Türkspor-Trainer Servet Bozdag sprechen nach dem 1:1 für sich. – Foto: Klaus Rainer Krieger

Augsburger Derby macht niemand glücklich

Kaum Zuschauer und kein Sieger zwischen Türkspor und dem TSV Schwaben +++ Kottern kommt unter die Räder +++ Schwabmünchen schlägt sich selbst +++ Gundelfingen verspielt sicher geglaubten Sieg

Zum Auftakt der fünften und voerst letzten englischen Wochen in der Bayernliga Süd hatten sich vor allem die beiden Augsburger Vertreter mehr ausgerechnet, doch am Ende teilten sich Türkspor und der TSV Schwaben die Punkte. Womit hinterher keiner so richtig zufrieden war. Komplett leer gingen der TSV Kottern (0:5 gegen 1860 München II), der TSV Schwabmünchen (1:3 gegen den FC Ingolstadt II) und der TSV Landsberg (1:3 bei der SpVgg Hankofen) aus - und beim FC Gundelfingen gab es ebenfalls lange Gesichter. Trotz eines 2:2 gegen den SV Pullach.

TürkAugsburg
1:1
Schw. Augsb.

Glücklich war mit diesem Unentschieden keiner. Türkspor Augsburg zeigte, wohl auch wegen der Belastungen der vergangenen englischen Wochen und dem jüngsten Pokalspiel gegen Türkgücü München, eine müde Vorstellung. Der Stadtrivale TSV Schwaben ließ hingegen vor allem im zweiten Abschnitt einige Hochkaräter liegen und verpasste es dadurch, mehr aus dem Derby mitzunehmen.
Die Partie vor nur 80 Zuschauern startete relativ verhalten. Torchancen waren in der Anfangsphase Mangelware, beide Teams gingen wenig Risiko. Türkspor ging in der 23. Minute durch einen Foulelfmeter in Führung, den Baydemir sicher im oberen Eck verwandelte. Der TSV Schwaben brauchte in einer ereignisarmen Partie eine Weile, um eine Reaktion zu zeigen, erwischte dann nach dem Wiederanpfiff einen Traumstart. Kania traf nach einem Konter zunächst den Innenpfosten. Von dort aus fiel ihm das Spielgerät das zweite Mal im Strafraum vor die Füße, von wo er dann zum 1:1 einschob (47.). Weitere Chancen ließen die Violetten derweil fahrlässig liegen.
Türkspors Trainer Servet Bozdag sagte: „Ich bin absolut nicht zufrieden. Wir hatten zwar eine hohe Belastung in den letzten Wochen, aber der Auftritt war absolut nicht in Ordnung. Einige junge Spieler haben diesmal eine Chance bekommen, aber keine Leistung gebracht. Das finde ich schon sehr schade.“ Auch Schwaben-Coach Janos Radoki konnte sich über den Punktgewinn nicht wirklich freuen: „Es sind es zwei verlorene Punkte. Wir haben eine Reihe von Torchancen wieder einmal kläglich vergeben. Es ist Woche für Woche dasselbe.“ (fka) Lokalsport AZ
Schiedsrichter: Peter Frank (Uttenreuth) - Zuschauer: 80
Tore: 1:0 Fatih Baydemir (23./Foulelfmeter), 1:1 Julian Kania (48.)

Schwabmünch.
1:3
Ingolstadt II

Der TSV Schwabmünchen kann scheinbar nicht mehr gewinnen. Zum wiederholten Male zeigten die Schwarz-Weißen eine gute Leistung, doch schon wie zuletzt verpassten sie es, sich dafür zu belohnen. So kam es, wie es für Schwabmünchen derzeit fast immer kommt. Der FC Ingolstadt II fuhr einen Konter und Justin Butler brachte den Ball aus stark abseitsverdächtiger Position zum 0:1 an TSV-Keeper Stefan Brunner vorbei.
Direkt nach dem Wiederanpfiff lag zum ersten Mal der Ausgleich in der Luft. Maik Uhde chippte den Ball mit viel Übersicht in den Strafraum Meriton Vrenezi verpasste das starke Zuspiel um einen halben Schritt - sonst wäre er wohl frei vor dem Tor zum Abschluss gekommen. Die Hausherren machten weiter Druck. Der kurz zuvor eingewechselte Robert Markovic-Mandic brachte eine richtig gute Flanke und Lordan Handanovic vollendete mit einem starken Kopfball zum hochverdienten Ausgleich.
Das Spiel gehörte nun dem TSV. Doch „irgendwer mag nicht, dass wir gewinnen“, stellte Trainer Paolo Maiolo nach dem Spiel fest. Denn nur ein paar Minuten nach dem Ausgleich hätte Kerem Kavuk frei vor dem Ingolstädter Tor das Spiel endgültig drehen können, doch der Angreifer scheiterte. Im direkten Gegenzug sorgte Fabio Meikis für das 1:2. Sieben Minuten vor dem Ende machten die Oberbayern durch den eingewechselten Egson Gashi mit dem 1:3 den Sack zu. (krup) Lokalsport SZ
Schiedsrichter: Yannick Eberhardt (Burgberg) - Zuschauer: 200
Tore: 0:1 Justin Butler (34.), 1:1 Lordan Handanovic (66.), 1:2 Fabio Meikis (73.), 1:3 Egson Gashi (83.)

Luis Heinzlmeier (rechts) sorgte mit der Notbremse am Gundelfinger Jonas Schneider für eine lange Unterzahl des SV Pullach, der trotzdem nicht leer ausging.
Luis Heinzlmeier (rechts) sorgte mit der Notbremse am Gundelfinger Jonas Schneider für eine lange Unterzahl des SV Pullach, der trotzdem nicht leer ausging. – Foto: Walter Brugger

Gundelfingen
2:2
SV Pullach

„Es fühlt sich wie eine Niederlage an“, meinte Gundelfingens Verteidiger Marius Brugger hinterher, denn trotz einer 2:0-Führung und rund 80 Minuten in Überzahl musste sich der Aufsteiger mit einem 2:2 begnügen. Dabei schien anfangs wirklich alles für die Grün-Weißen zu laufen. Die Rettungsaktion von Pullachs Verteidiger Luis Heinzlmeier gegen FCG-Angreifer Jonas Schneider nach 13 Minuten wertete Schiedsrichter Spindler als Notbremse und löste erste Proteste aus. Die sich wenig später steigerten, als SVP-Keeper Marjan Krasnic in aller Ruhe einen harmlosen Ball aufnehmen wollte – und nicht mit Sandro Caravetta rechnete. Der Gundelfinger Angreifer kam vor Krasnic ans Spielgerät und Spindler zeigte nach kurzem Zögern auf den Elfmeterpunkt, Fabio Kühn verwandelte zum 1:0. Auch am 2:0 waren Krasnic und Caravetta die Hauptfiguren, als der FCG-Angreifer dem Keeper den Ball abluchste und ins Tor schob.
Pullach steckte trotz der Unterzahl nicht auf, doch erst ein Fehler von Kapitän Kühn brachte die Isartaler wieder ins Spiel. Er verlor als letzter Mann den Ball gegen Martin Bauer, der zusammen mit Max Zander freie Bahn in Richtung Tor hatte (64.). Der Ausgleich fiel dann per Elfmeter – nach einer Fehleinschätzung von Referee Spindler. Das Foul von Michael Grötzinger an Pullachs Bauer war rund 30 Zentimeter außerhalb des Strafraums, das zeigte die deutliche „Grätschspur“ im Rasen. Und Bauer ging auch nicht im Sechzehner zu Boden. Doch SVP-Torjäger Gilbert Diep entdeckte noch eine zweite Spur einen halben Meter innerhalb des Strafraums, wies Spindler darauf hin – und der gab nach kurzer Bedenkzeit Diep die Chance, per Strafstoß das 2:2 zu erzielen.
Trotzdem hätten die Gundelfinger nach nun fünf sieglosen Partien noch gewinnen können. Doch gleich zweimal landete der Ball bei den Versuchen von Markus Böck und Fabio Kühn in der Nachspielzeit an der Pullacher Torumrandung.
Schiedsrichter: Tobias Spindler (Rosenheim) - Zuschauer: 380
Tore: 1:0 Fabio Kühn (17./Foulelfmeter), 2:0 Sandro Caravetta (48.), 2:1 Martin Bauer (64.), 2:2 Gilbert Diep (85./Foulelfmeter)
Gelb-Rot: Max Zander (92./SV Pullach/Unsportlichkeit)
Rote Karte: Luis Heinzlmeier (13./SV Pullach/Notbremse)

TSV Kottern
0:5
TSV 1860 II

Der TSV Kottern musste aufgrund von Personalproblemen auf mehreren Positionen im Vergleich zum Sieg in Pullach umstellen, fand nicht ins Spiel und musste sich letztlich deutlich geschlagen geben. Die Jung-Löwen machten es besser und gingen mit der ersten sich bietenden Chance in Führung; Claudio Milican schob den Ball über die Linie, Kottern erspielte sich im Verlauf der ersten Halbzeit – die die bessere der Allgäuer war – einige Chancen, im Abschluss fehlte jedoch die letzte Konsequenz. 1860 bestimmente die Partie und legte nach der Pause nach. Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff war es erneut Milican, der völlig freistehend das 0:2 erzielte. Nur zwei Minuten später erhöhte Valdrin Konjuhi mit einem Schuss unter die Latte. Kottern fand in der zweiten Halbzeit kein Mittel mehr gegen die Münchner. In der 65. Minute war es wieder Konjuhi, der sich – dieses Mal per Kopf – für das 0:4 verantwortlich zeigte. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Mussa Fofanah der nur drei Minuten nach seiner Einwechslung für das 0:5 sorgte.
„Was unsere „jungen Wilden“ heute gezeigt haben, war richtig gut. Dass es heute so einfach wird, hätten wir nicht gedacht,“ so 1860-Coach Frank Schmöller, während Kotterns Matthias Günes sehr enttäuscht war: „Es war heute eine desolate Leistung von uns. Wir hatten zwar neun Spieler zu ersetzen durch verschiedene Ausfälle, aber auch bei komplettem Kader hätte die Mannschaft so auflaufen können. 1860 hat dann die Körperlichkeit an den Tag gelegt, die ich mir gewünscht hätte. Das Spiel muss ich erstmal sacken lassen.“ (beß)
Schiedsrichter: Florian Ziegler (Hohenpeißenberg) - Zuschauer: 347
Tore: 0:1 Claudio Milican (19.), 0:2 Claudio Milican (55.), 0:3 Valdrin Konjuhi (57.), 0:4 Valdrin Konjuhi (65.), 0:5 Mussa Fofanah (77.)

Hankofen
3:1
TSV Landsb.

Trotz der Niederlage beim Spitzenreiter SpVgg Hankofen-Hailing ist Landsbergs Spielertrainer Mike Hutterer nicht extrem enttäuscht – er weiß, woran es gelegen hat. „Wir hatten das Spiel super im Griff“, blickte Hutterer nach der Partie auf die vergangenen 90 Minuten zurück. Bis zur 27. Minute. Dann nämlich fabrizierten die Landsberger ein bitteres Eigentor. Im Spielaufbau passte Branko Nikolic zurück zu Keeper Daniel Witetschek, erwischte diesen aber auf dem falschen Fuß.
Aber der TSV schüttelte sich und drückte auf den Ausgleich. „Wir haben dann ja auch das 1:1 gemacht“, sagte Hutterer: Nach einer Ecke des zweiten Landsberger Spielertrainers Muriz Salemovic sprang der Ball Elias Kollmann vor die Füße und der verwandelte aus kürzester Distanz (34.). Doch die Niederbayern schlugen noch vor der Pause zurück, Vincent Ketzer sorgte für das 2:1. In der zweiten Halbzeit machten die Landsberger auf, hatten auch klar mehr vom Spiel – und gute Chancen. „Eigentlich sollte es reichen, wenn man auswärts zwei, drei Hundertprozentige hat“, sagte Hutterer – allerdings müsse man diese dann auch nutzen. „Wir müssen momentan aber enorm viel Aufwand betreiben, um den Ball über die Linie zu bringen“, lautete seine Analyse. Besser machten es die Hankofer, die durch Andreas Wagner mit dem 3:1 alles klar machten. (mm) Lokalsport LT
Schiedsrichter: Stefan Treiber (Neuburg/Donau) - Zuschauer: 750
Tore: 1:0 Branko Nikolic (27./Eigentor), 1:1 Elias Kollmann (34.), 2:1 Vincent Ketzer (44.), 3:1 Andreas Wagner (83.)

Aufrufe: 012.9.2021, 18:01 Uhr
Walter BruggerAutor

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