Die Kreisliga ist für Dennis Kochlöffel mit seinem TSV Krumbach ein durchaus erreichbares Ziel.	Foto: Linus Walter
Die Kreisliga ist für Dennis Kochlöffel mit seinem TSV Krumbach ein durchaus erreichbares Ziel. Foto: Linus Walter

Vom Toreverhinderer zum Knipser

Dennis Kochlöffel hat beim TSV Krumbach eine neue Aufgabe +++ Mit dem Team will er noch einiges erreichen

Eigentlich ist Dennis Kochlöffel gelernter Abwehrspieler und als solcher beim TSV Krumbach eher für das Verhindern gegnerischer Torchancen zuständig. Doch zuletzt trat er in der Kreisklasse in einer ganz anderen Rolle in Erscheinung.

Herr Kochlöffel, fünf Tore hat der TSV Krumbach am vergangenen Sonntag beim Sieg gegen die SG Wattenweiler/Ellzee II geschossen. Drei davon steuerten Sie als Co-Trainer bei. Dabei sind Sie doch eigentlich Abwehrspieler.

Kochlöffel: Wir haben zurzeit ein Überangebot an Verteidigern und da hat man mich gezwungenermaßen in den Sturm beordert.

Das war im Nachhinein gesehen keine schlechte Maßnahme. Immerhin führen Sie mit neun Treffern die interne Torjägerliste des TSV an. Zusammen mit Spielertrainer Fatih Caglar (sieben) haben Sie fast genau die Hälfte aller Krumbacher Tore erzielt. Bahnt sich da ein Zweikampf um die Torjägerkrone an?

Kochlöffel: Nein, zum Glück sind wir beide in einem Alter, in dem wir uns keine Konkurrenz machen. Uns ist wichtig, dass wir der jungen Mannschaft helfen. Wenn man dabei ein paar Tore macht, nimmt man das gerne mit.

Als sich in der Sommerpause Trainer Jürgen Streit beim TSV Krumbach verabschiedete und Fatih Caglar als neuer Spielertrainer vorgestellt wurde, belegte der TSV Krumbach Platz sieben. Genau diese Platzierung hat er auch jetzt inne. Das kann es doch nicht gewesen sein, oder?

Kochlöffel: Klar, die Ansprüche des TSV müssen andere sein. Dessen sind wir uns bewusst. Unser Bestreben ist es, ein schlagkräftiges Team aufzubauen, das einmal in der Kreisliga spielen wird.

Viele Fußballfreunde meinen, ein Stadtverein wie der TSV Krumbach gehöre grundsätzlich mindestens in die Bezirksliga.

Kochlöffel: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist hier eben noch eine Kluft. Wie haben viele Studenten und Schichtarbeiter in unserem Team und darunter leidet auch der Trainingsbesuch. Wenn der nicht optimal ist, darf man nicht zu hoch hinaus wollen.

In der Sommerpause haben acht Spieler den Verein verlassen, zehn neue aus der eigenen Jugend oder von anderen Vereinen kamen dazu. Ist damit der Umbruch vollzogen?

Kochlöffel: Ich würde sagen, ein kleiner Umbruch. Ein solcher steht uns auch in der nächsten Sommerpause bevor, denn wir setzen auf unseren guten Nachwuchs und den gilt es zu integrieren.

In Sachen Zuschauer ist der TSV Krumbach A-Klasse, wenn man die Statistik des Stadtrivalen Spielvereinigung zum Vergleich heranzieht. Der hat nämlich bei der gleichen Anzahl an Spielen exakt den gleichen Zuschauerschnitt, 64. Was muss getan werden, um wieder mehr Fans auf den Waldsportplatz zu locken?

Kochlöffel: Es ist, denke ich, überall das Gleiche: Wenn der Erfolg da ist, kommen auch die Zuschauer. Ich habe noch die Zeit miterlebt, als der TSV Krumbach in der Bezirksliga gespielt hat und 300 bis 400 Zuschauer die Spiele verfolgt haben. Ein Stadtverein tut sich allerdings auch viel schwerer als ein Dorfverein, wo es fast eine Selbstverständlichkeit ist, am Sonntag auf den Fußballplatz zu gehen.

Gute Gelegenheiten, Werbung zu betreiben, bieten sich Ihrer Mannschaft in den kommenden Spielen gegen SV Hochwang, TSV Langenhaslach und Türkspor Ichenhausen. Das sind Mannschaften, die in der Tabelle hinter dem TSV Krumbach liegen. Was ist da das Minimum?

Kochlöffel: Neun Punkte, denn Fatih Caglar und ich haben in dieser Saison schon noch Ziele. Ein Platz unter den ersten Fünf sollte für uns herausspringen.

Und speziell am Sonntag in Hochwang: Was erwarten Sie da?

Kochlöffel: Hochwang ist eine kampfstarke Truppe. Aber wir haben aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen, die es zu begleichen gilt.

Im Fußball spricht man gern von Eigengewächsen. Wenn es ein Paradebeispiel dafür gibt, dann sind das Sie selbst, oder?

Kochlöffel: Ich spiele seit 24 Jahren beim TSV Krumbach. Nur ein Jahr, in der Saison 2013/14, war ich beim damaligen Bezirksligisten SV Ettenbeuren aktiv.

Momentan sind Sie Co-Trainer beim TSV Krumbach. Können Sie sich vorstellen, hier oder bei einem anderen Verein den Posten des Cheftrainers zu übernehmen?

Kochlöffel: Definitiv. Ich mache gerade den B-Schein und lege im Juni die Prüfung ab. In ein bis zwei Jahren will ich dann alleinverantwortlich als Spielertrainer oder nur als Trainer tätig sein.

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Aufrufe: 030.3.2019, 17:45 Uhr
Mittelschwäbische Nachrichten / Alois ThomaAutor

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