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Selbitz verliert Relegationsplatz aus den Augen

Nur 1:1 gegen Kelletkind Kirchenlaibach

Schwere Fußballkost auf schwerem Boden bekamen die am Ende abermals enttäuscht nach Hause gehenden Selbitzer Zuschauer geboten. Die Gäste verdienten sich den Punkt im Abstiegskampf redlich, kämpften sie doch aufopferungsvoll bis zum Schlusspfiff gegen eine insgesamt viel zu harmlose Heimelf.
Beide Teams begannen verhalten und richteten ihr Augenmerk zunächst auf Ballsicherung. Erst nach gut 20 Minuten wurde Selbitz dominanter. Immer wieder versuchte man aus dem Zentrum mit diagonalen Bällen auf die Außenpositionen hinter die dichten Abwehrreihen des TSV zu gelaugen.

Ein probates Mittel, aber entweder mangelte es dann am viel zu zögerlichen Abschluß, oder die Hereingaben waren zu ungenau und verpufften so im Niemandsland. Die Gästeabwehr wurde so, gegen harmlose Selbitzer Angriffsbemühungen kaum vor große Probleme gestellt. Somit dauerte es bis zur 30. Minute, ehe es erstmals richtig gefährlich im Gästestrafraum wurde. Eine Flanke von Wich erreichte Kaschel, der seinen Gegenspieler austanzte, aus halbrechter Poition abzog, doch sein Schuss streifte lediglich die Oberkante der Latte. Eine Zeigerumdrehung später dann die größte Möglichkeit für die Gastgeber. Nach einem Pressschlag im Mittelfeld landete der Ball vor den Füßen von Fiebieger, der plötzlich allein von der Mittellinie aus aufs gegnerische Tor zusteuerte. Beim Abschluss aus vollem Lauf versprang ihm das Leder etwas, so dass der Versuch weit über das Gestänge ging. Den Schlussmann zu überlaufen wäre hier wohl die effektivere Option gewesen.

In der 35. Minute tauchten erstmals auch die Gäste im Selbitzer Strafraum auf. Böhner lies seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung im aussteigen, sein Flachschuss war aber sichere Beute von TW Schall.

Die erste Szene nach der Pause gehörte wieder Selbitz. Kaschel tankte sich bis zur Grundlinie durch, seine Hereingabe verpassten gleich zwei Mitspieler im Sturmzentrum. Gebhardt hatte zwar im Rückraum noch die Option zum Nachschuss, zielte dabei aber deutlich zu hoch.

Die Partie wurde in der Folgezeit immer ruppiger, was sich allein in sieben Verwarnungen für die Gäste niederschlug. Viele Unterbrechungen ließen daher einen vernünftigen Spielfluss kaum aufkommen, und so bleib die Begegnung von eher überschaubarem Unterhaltungswert.

Beide Teams überboten sich zu diesem Zeitpunkt an Unzulänglichkeiten und so musste schon ein Stück weit Fortuna eingreifen um den Selbitzern die Führung zu ermöglichen. Ein weiterer Diagonalball landete bei Wich, der aus halbrechter Position in den Strafraum eindrang von wo er flach abzog. Sein Schuss wurde von einem hineingrätschenden Verteidiger noch so unglücklich abgefälscht, dass der ansonsten kaum geprüfte Dujicek im Tor chancenlos war.

Danach merkte man den Platzherren an dass sie aktuell nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen. In dem Maße wie der TSV nun versuchte alles nach Vorne zu werfen ging bei der Heimelf spürbar die Angst vor einem Gegentor um. Keinerlei Ruhe am Ball, niemand übernahm Verantwortung, ganz das Gegenteil war der Fall. Abspielfehler reihte sich an Abspielfehler und so kam es, wie es kommen musste. Blieb TW Schall in der 86. Minute gegen einen strammen Flachschuss von Böhner noch Sieger, war es drei Zeigerumdrehungen später dann doch soweit. Noch in der eigenen Spielhälfte verlor Selbitz in der Vorwärtsbewegung den Ball, der wiederum schnell in die Spitze zu Hader gespielte wurde derdort unverständlicherweise vollkommen alleingelassen wurde. Er behielt allein vor Schall den Kopf oben und markierte den vielumjubelten Ausgleich für seine Farben.


In der fünfminütigen Nachspielzeit versuchten die Platzherren zwar noch einmal so etwas wie Druck aufzubauen, zu klaren Abschlüssen kamen sie aber auch dann nicht mehr.
Die Narr-Elf war gegen einen zwar tapfer kämpfenden, aber doch biederen Gegner nicht in der Lage, Druck aufzubauen und zwingende Tormöglichkeiten zu kreieren. Das Fehlen von Führungsspielern wie Tens, Findeiß und Vogel, die Verantworung übernehmen können, macht sich derzeit immer stärker bemerkbar. Mit diesem Remis hat man sich wohl endgültig aus dem Kandidatenkreis der Anwärter auf den Relegationsrang verabschiedet.


SpVgg Selbitz – TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf = 1 : 1 (0:0)
SVS: Schall, Röthlingshöfer, Lang, Szewzyk (81./Herrmann), Strootmann, Hackenberg (69./Vuckov), Gebhardt, Kaschel, Pätz (60./Bargenda), Wich, Fiebieger; TSV: Dujicek, J.Poellath, Sendelbeck, S.Bauernfeind, Gebhardt (90.+5./Nickl), Böhner, B.Moder (86./Nerlich), Masching (90.+5./Fütterer), Hader, S.Hofmann, Kaufmann (77./Tischöfer); SR: M. Kannheiser (Wiesla Hof) leitete konsequent Tore: 72. Min. 1:0 Wich, 89. Min. 1:1 Hader GK: Gebhardt, Fiebiger, Szewzyk / Poellath, Böhner, Moder, Masching, Hofmann, Nerlich, Hader
150 Aufrufe18.10.2020, 08:38 Uhr
Norbert Drobny/SelbitzAutor

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