Tiemo Wennrich wird neuer Trainer beim TSV Isen.
Tiemo Wennrich wird neuer Trainer beim TSV Isen. – Foto: TSV Isen

Tiemo Wennrich: „Wichtiger als Taktik oder System ist Leidenschaft“

Künftiger Trainer vom TSV Isen im Interview

Im Sommer wird Tiemo Wennrich beim TSV Isen die Rolle als Spielertrainer vom TSV Isen übernehmen. Im Interview verrät er, dass ihn die Spieler acuh mal verfluchen werden.

INTERVIEW MIT DEM KÜNFTIGEN TSV-TRAINER:

Als Fußballer habe er in der Offensive angefangen und sei im Laufe seiner Karriere immer weiter nach hinten gerutscht. Inzwischen spielt Tiemo Wennrich meist in der Isener Innenverteidigung, manchmal auch im zentralen Mittelfeld. Seinen künftigen Job als Spielertrainer des TSV geht er aber durchaus offensiv an. Er freue sich auf die Aufgabe und auch darauf, neue Ideen einzubringen, sagt der 32-jährige Energiewirtschaftler im Interview.

Herr Wennrich, Spielertrainer im Heimatverein zu sein, ist das leichter oder schwerer als bei irgend einem anderen Verein?

Das kann man so pauschal nicht beantworten. Es ist sicherlich ein Vorteil, den Verein, die Mannschaft und das Umfeld bereits gut zu kennen und einschätzen zu können. Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass ein neuer Trainer auch immer einen frischen Schwung und neue Ideen einbringen sollte. In meiner Überlegung, ob ich das Angebot vom TSV Isen annehmen möchte, habe ich mir gut überlegt, ob ich diesen frischen Wind bringen kann. Ich bin aber zu dem klaren Ergebnis gekommen, dass ich viele neue Ideen habe, die ich beim TSV gerne einbringen möchte.

Wennrich: Trainerschein hab ich in Oberndorfer Zeiten gemacht

Zum Beispiel?

Das will ich im Detail noch nicht verraten. Im taktischen Bereich, bei den Standards oder auch bei den Trainingsinhalten – überall kann man mal Neues ausprobieren. Dabei hilft es mir natürlich, dass ich in meiner erfolgreichen Zeit beim SV Oberndorf viele andere Aspekte des Fußballs kennengelernt habe. Auch durch meinen Trainerschein, den ich damals erworben habe, bringe ich entsprechende Qualitäten mit.

Sie haben schon früh den Trainerschein gemacht. War immer schon klar, dass Sie Trainer werden wollen?

Schwer zu sagen. Aber ich habe schon im Laufe der Jahre gemerkt, dass ich der Typ dafür bin.

Wie leicht oder schwer ist es, in Daniels Stangls Fußstapfen zu treten?

Es ist gleichermaßen schwer wie einfach. Ich werde von Daniel eine absolut intakte und fitte Mannschaft übernehmen. Das macht es mir leicht. Auf der anderen Seite hat Daniel jedes Training perfekt vorbereitet und von seiner ganzen Gestaltung die Messlatte sehr hoch gelegt. In der Hinsicht habe ich aber auch einiges vor. Als Spieler ist Daniel mit seiner Qualität natürlich nicht 1:1 zu ersetzen. Ich bin aber sehr optimistisch, dass wir das im Kollektiv auffangen können.

Wennrich: Die Spieler werden mich auch mal verfluchen

Welchen Fußball und welche Spielweise bevorzugen Sie?

Ich möchte aus einer kompakten Defensive heraus offensiven und aggressiven Fußball spielen. Zur Frage, welches System oder welche Systeme wir spielen werden, habe ich mir schon einige Gedanken gemacht. Ob das dann so umsetzbar ist, wird die Vorbereitung zeigen. Viel wichtiger als die Taktik oder das System ist aber die Leidenschaft, die die Mannschaft auf den Platz bringt.

Auf welche Änderungen sollten sich die Spieler schon einmal einstellen?

Es wird sicher das ein oder andere Training geben, bei denen mich die Spieler verfluchen werden.

Das heißt?

Dass es auch mal anstrengend wird.

Weil das Training so hart ist oder weil sie so detailversessen sind?

Details sind mir schon wichtig. Aber da musst du die richtige Balance finden. Es bringt nichts, wenn du bei Spielformen ständig korrigierend eingreifst. Da leidet der Spielfluss. Insgesamt soll das Training aber Spaß machen und die Spieler danach mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen.

Wenn alles gut läuft, spielt Ihr künftig in der Kreisklasse. Braucht Ihr dafür noch Verstärkungen?

Ich bin davon überzeugt, dass unsere Mannschaft die Klasse dafür hat, sofern der Stamm zusammenbleibt. Und da sieht es momentan sehr gut aus. Ich habe natürlich auch nichts dagegen, wenn wir uns noch verstärken können.

Das Interview führte Dieter Priglmeir.

Aufrufe: 12.3.2021, 08:53 Uhr
Erdinger Anzeiger / Dieter PriglmeirAutor

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