Seit mehr als vier Monaten ruht der Spielbetrieb wie hier im „Geestegrund“ in Köhlen. Der Niedersächsische Fußballverband hofft aber, die Saison noch fortsetzen zu können und hat diese bis zu den Sommerferien verlängert. Teichmann
Seit mehr als vier Monaten ruht der Spielbetrieb wie hier im „Geestegrund“ in Köhlen. Der Niedersächsische Fußballverband hofft aber, die Saison noch fortsetzen zu können und hat diese bis zu den Sommerferien verlängert. Teichmann – Foto: Hartmann

Fußball bis zu den Sommerferien

Walter Kopf: "Wenn wir Mitte April nicht anfangen zu spielen, kriegen wir die Serie nicht durch"

Cuxhaven. Die Nachbarn Hamburg und Schleswig-Holstein haben die Fußballsaison bereits abgebrochen, der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) aber geht einen anderen Weg. Die Saison 2020/21 wurde vom 30. Juni bis zum 21. Juli verlängert in der Hoffnung, trotz der Corona-Krise noch einmal mit dem Spielbetrieb starten zu können. Der Bremer Fußball-Verband hat noch keine Entscheidung gefällt.

Die Vorsitzenden der Fußballkreise in Niedersachsen haben beschlossen, dass die Saison nicht abgebrochen, sondern verlängert werden soll. „Unsere Maxime bleibt der Wunsch, die Saison sportlich zu beenden. Dafür haben wir den Rahmen geschaffen“, sagte NFV-Präsident Günter Diestelrath.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ein Neustart bevorsteht. Denn da hat das Land Niedersachsen das letzte Wort. Wenn es die Corona-Infektionszahlen zulassen, müsste der Spielbetrieb in der Corona-Verordnung zugelassen werden. Das ist im Moment noch nicht der Fall. Der Stufenplan von Bund und Ländern lässt theoretisch Ligaspiele ab dem 4. April zu, wenn der Inzidenzwert der Neuinfektionen je 100000 Einwohner stabil zwischen 50 und 100 liegt. Diesen Öffnungsschritt hat Niedersachsen allerdings nicht in die aktuelle Corona-Verordnung übernommen. Das könnte mit der nächsten Verordnung Ende März der Fall sein, zuletzt stiegen die Infektionszahlen allerdings wieder. Gestern lag der Inzidenzwert niedersachsenweit bei 81,0, im Kreis Cuxhaven bei 74,7.

Es bleibt also sehr kompliziert für die Fußballer. Und trotz der Saisonverlängerung wird die Zeit knapp. „Wenn wir Mitte April nicht anfangen zu spielen, kriegen wir die Serie nicht durch“, fürchtet Walter Kopf, Vorsitzender des NFV-Kreises Cuxhaven. Für diesen Fall hat der Verband allerdings auch schon einen Plan. Wenn wieder gespielt wird, aber nicht alle Spiele ausgetragen werden können, sollen die Tabellen nach der Quotientenregel ermittelt werden. Dabei wird die Zahl der Punkte durch die Zahl der Spiele geteilt, um eine gerechte Wertung zu bekommen, wenn Vereine eine unterschiedliche Zahl an Spielen absolviert haben.

Diestelrath räumte ein, dass auch immer noch ein Abbruch erfolgen könnte, sollten die politischen oder behördlichen Vorgaben zeigen, dass die Saison nicht sportlich beendet werden kann. „Aber dieser Punkt ist noch nicht erreicht. Wir haben in Niedersachsen noch Spielraum. Und den möchten wir weiterhin im Sinne unserer Vereine, im Sinne des Fußballs nutzen.“

Die Frage ist, ob die Spieler selbst das auch so sehen. Bei einer Umfrage unseres Fußball-Portals FuPa sprach sich eine deutliche Mehrheit für den Abbruch der Saison aus – so wie vor einem Jahr nach Ausbruch der Pandemie. 1515 FuPaner haben an der nicht repräsentativen Umfrage teilgenommen. Die Frage lautete: „Ist es sinnvoll, die Serie fortsetzen oder soll sie abgebrochen werden?“ 1072 Fußballer (70,8 Prozent) stimmten für Abbruch, 443 (29,2 Prozent) für eine Fortsetzung der Saison.

Am 23. März findet die nächste Online-Konferenz mit den Kreisen und dem Verband statt, auf der das weitere Vorgehen beraten werden soll. Kopf geht davon aus, dass da wie im Vorjahr eine Befragung der Vereine beschlossen wird, was sie über eine Fortsetzung der Saison denken. „Wir bereiten das jetzt schon vor, damit wir eine Umfrage schnell starten können“, sagt Kopf.

Pokalturniere für Kinder
Zwar ist bei den Fußballern die Lust auf Fußball groß, aber seit mehr als vier Monaten ruht eben auch der Ball. Da sofort wieder zu starten, ist nicht einfach. Zumal im Herrenbereich derzeit noch nicht einmal trainiert darf. Anders ist das bei Kindern bis 14 Jahren. Die dürfen mit bis zu 20 Spielern trainieren. Kopf geht davon aus, dass auch für den Spielbetrieb bei Jugendmannschaften eine andere Regelung getroffen wird als bei den Erwachsenen. „Im Jugendbereich wird es so aussehen, dass wir die Ligen wahrscheinlich abbrechen und dann Pokalturniere machen und zum Spaß spielen, damit die Kinder Spielpraxis bekommen. Mit unserem Vorsitzenden des Jugendspielausschusses, Michael Heinsohn, bin ich da einig.“ Auch dafür müsse man allerdings die Zustimmung der Behörden abwarten. „Es ist alles mit dem Fragezeichen versehen, was das Land in seiner Corona-Verordnung erlaubt“, so Kopf.

Der Bremer Fußball-Verband hatte bereits Ende Januar festgelegt, dass der Ball mindestens bis zum 1. April ruht. Danach sollte mit dem Training und dem Spielbetrieb wieder begonnen werden. Nach der derzeitigen Infektionslage und der Bremer Corona-Verordnung ist das nicht absehbar. Eine Entscheidung des BFV steht jedoch noch aus.

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Aufrufe: 18.3.2021, 08:42 Uhr
Nordsee-Zeitung / Lars BrockbalzAutor

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