Grünwalds Trainer Florian de Prato hofft auf den baldigen Umschwung.
Grünwalds Trainer Florian de Prato hofft auf den baldigen Umschwung. – Foto: bro

TSV Grünwald: Ungemütliche Zeiten an der Keltenstraße

De-Prato-Elf im Tabellenkeller

Nahezu ungebremst rutschte der TSV Grünwald in den vergangenen Wochen in den Tabellenkeller der Landesliga Südost.

Grünwald – Die Negativserie mit nur einem Punkt aus den jüngsten fünf Spielen brachte Florian de Prato ins Grübeln. „Es ist eine ungemütliche Zeit“, sagt der Trainer vor dem heutigen Heimspiel gegen den SV Bruckmühl (Anstoß: 19.30 Uhr).

Ungemütlich sind solch erfolglose Zeiten im Fußball vor allem für Leute seines Fachs, das weiß auch de Prato: „Der Trainer ist das schwächste Glied. An dieser Stelle kann man am schnellsten etwas ändern.“ Deshalb ist der 36-Jährige froh über die Rückendeckung der Verantwortlichen um TSV-Boss Paul Seidl. „Von Seiten des Vereins spüre ich keinen Druck. Ich kann in Ruhe weiterarbeiten, was nicht selbstverständlich ist. Vor allem, weil die Art und Weise, wie wir gegen Pullach verloren haben, uns auch zu denken geben muss.“

De Prato bescheinigte den Raben eine solide, fokussierte Leistung im Derby: „Sie sind kein großes Risiko im Spielaufbau eingegangen, haben die Bälle lang hinter die Kette geschlagen, weil sie wussten, dass wir defensiv nicht so sattelfest sind.“ Das reichte gegen sein indisponiertes Team: „Das Bemühen kann ich meinen Spielern nicht absprechen, aber sie brauchen lange, um zu verstehen, was der Gegner ihnen anbietet. Sie sind vielleicht in dem Irrglauben, dass die Saison gerade erst angefangen hat. Doch die Zeit verrinnt, Mannschaften wie Schwaig oder Unterföhring werden wieder da unten rauskommen und dann kannst du den Anschluss verlieren.“

Die 1:3-Pleite gegen den SVP habe sich bei den Übungseinheiten schon angedeutet, verrät de Prato. Auch das war ein Faktor, der den Trainer veranlasste, sich selbstkritisch zu hinterfragen: „Ich habe zu Paul Seidl gesagt: Sollte ich das Problem sein, bin ich der letzte, der an irgendetwas festhält. Aber das glaube ich nicht.“ Denn die Vorbereitung aufs heutige Spiel sei ganz anders gelaufen: „Was mir Hoffnung macht, ist diese Trainingswoche mit viel Engagement. Ich habe schon das Gefühl, dass ich die Mannschaft erreiche.“ Das versuchte der Coach in den vergangenen Tagen durch intensive Gespräche: „Ich mache mir selbst den Druck. Und ich versuche zwar, diesen nicht weiterzugeben, aber ich habe in dieser Woche schon mit vier, fünf Spielern geredet, die ich in die Pflicht nehmen will.“

Gegen den Überraschungsdritten aus Bruckmühl, der zuletzt fünf Siege und ein Remis holte, soll nun der Umschwung gelingen. Doch de Prato muss neben den zuletzt schon fehlenden Spielern, wie Sebastian und Marc Koch oder Andre Gasteiger, auch auf die aktuell verletzten Markus Kreuzeder und Luca Tschaidse sowie möglicherweise auf den erkrankten Harouna Boubacar verzichten. „Das macht es nicht leichter“, so de Prato. „Und es ist eine gefährliche Aufgabe. Nach einem Drittel der Saison stehen die Bruckmühler sicher nicht zu Unrecht da oben. Sie machen wahrscheinlich einfach zu hundert Prozent ihren Job. Dem muss man Respekt zollen.“

TSV Grünwald: Mertes - Bornhauser, Heinzlmeier, Wörns, Grünwald, Sammer, V. Traub, F. Traub, Matijevic, Rojek, Halbich

Aufrufe: 022.9.2022, 14:44 Uhr
Umberto SavignanoAutor