
Der TSV Grünwald lässt nicht locker: Die personell arg gebeutelten Grün-Weißen raubten durch ihren 2:1 (2:0)-Sieg im Landesliga-Verfolgerduell gegen den VfB Hallbergmoos-Goldach den Gästen die letzten Aufstiegshoffnungen, während sie ihre eigene Minimalchance am Leben erhielten.
Wir leben, wir sind da, wir nehmen dieses Spiel an. Das war Energie, das war Überzeugung.
Sebastian Koch (Trainer TSV Grünwald)
„Ich bin heute ehrlich gesagt einfach nur stolz auf diese Mannschaft“, zeigte sich Trainer Sebastian Koch geradezu überwältigt von der Beharrlichkeit seines letzten Aufgebots. „Wenn man bedenkt, wie viele Jungs uns verletzt fehlen, wie klein der Kader ist und, dass wir Spieler aus der Zweiten Mannschaft reinwerfen müssen: Es ist nicht selbstverständlich, dann so eine Leistung auf den Platz zu bringen.“
Die Grün-Weißen waren von Beginn an hellwach, markierten schon in der vierten Minute das 1:0. Nach einem Hallbergmooser Ballverlust spielte Daniel Leugner einen öffnenden Pass auf Leander Bublitz, der auf Yannick Frey weiterleitete, dieser wiederum setzte sich außen im eins gegen eins gut durch und legte quer auf den Schützen Leugner. Das 2:0 entsprang einem weiten Ball von David Lucksch, den Hallbergmoos-Keeper Fabian Müske falsch einschätzte, Bublitz grätschte die Kugel ins leere Tor (18.). „Wir haben uns früh mit zwei Toren belohnt, aber vor allem war da dieses Gefühl: Wir leben, wir sind da, wir nehmen dieses Spiel an. Das war Energie, das war Überzeugung“, schwärmte Koch.
Nach dem 2:1-Anschluss durch Tobias Krause (53.) machte Hallbergmoos viel Druck, die Grünwalder Bublitz, David Halbich und Frey versäumten es, bei hochkarätigen Kontermöglichkeiten frühzeitig für Beruhigung zu sorgen. Doch das störte Koch, nachdem der Sieg unter Dach und Fach war, nicht mehr weiter: „Das muss man dann auch mal aushalten. Heute lege ich den Fokus eher auf die Defensive.“
Und da hatte der Coach gar nichts zu auszusetzen: „Die Jungs pushen sich gegenseitig, werfen sich in jeden Ball, verteidigen, als würde es um alles gehen.“ Ebenso unermüdlich wie seine Spieler kämpften, lobte er deren Einstellung: „Das war heute kein normaler Sieg. Das war ein emotionaler Sieg über die Situation, in der wir stecken. Heute ging es nicht um Taktiktafeln oder schöne Spielzüge. Jeder ist an seine Grenze gegangen.“
Und so lebt die Hoffnung auf den Aufstieg weiter, wobei sich die Lage etwas geändert hat: Der TSV 1860 Rosenheim übernahm durch das 1:0 in Dornach die Spitze vom TSV Wasserburg, der dem mit Grünwald punktgleichen TSV Murnau zuhause 0:2 unterlag. Der Rückstand der Koch-Truppe auf Rang zwei beträgt damit nur noch sieben Punkte. Vier Runden vor Schluss ist das trotzdem eine Menge Holz, zumal der direkte Vergleich für Wasserburg spricht. Doch aufgeben komme für seine Grün-Weißen nicht in Frage, so Koch: „Wenn man den Abstand nach oben sieht, könnte man vielleicht denken, da geht der Glaube verloren oder da lässt man sich treiben. Doch heute hast Du auf dem Platz gespürt: Die wollen das unbedingt. Solche Spiele bleiben hängen, weil sie zeigen, was wirklich in einer Mannschaft steckt. Und diesen Zusammenhalt brauchen wir jetzt auch in den verbleibenden vier Spielen.“ (um)
TSV Grünwald - VfB Hallbergmoos-Goldach 2:1 (2:0) TSV Grünwald: Körber - Bornhauser, Keller, Wanzeck, Park, Lucksch, Hutterer, Halbich (90.+3), Leugner, Frey, Bublitz (75. Traub) Tore: 1:0 Leugner (4.), 2:0 Bublitz (18.), 2:1 Krause (53.)