Matthias Vogt und seine Epfenbacher freuen sich auf das Halbfinale am Sonntag in Ittlingen.
Matthias Vogt und seine Epfenbacher freuen sich auf das Halbfinale am Sonntag in Ittlingen. – Foto: Berthold Gebhard

Wer zieht ins Finale ein?

Kreispokal Sinsheim +++ Vier Teams kämpfen um zwei Finaltickets +++ Der tapfere B-Ligist aus Dühren ist immer noch dabei und motiviert

Testspielcharakter trotz Halbfinale. "Jetzt noch den Pokal der letzten Saison auszuspielen, macht für mich keinen Sinn", hat Martin Schenk, seit dieser Saison neuer Trainer beim Fußball-Kreisligisten TSV Ittlingen, eine klare Meinung zum Kreispokal 2019/20. Er argumentiert: "Wenn schon die letzte Runde abgebrochen wird, sollte das auch für den Pokal gelten und jetzt so früh in der Vorbereitung sind die Pokalspiele für mich Testspiele, in denen ich auch mal etwas ausprobieren werde."

Am Sonntag treffen seine Schützlinge in einem reinen Kreisliga-Duell auf den VfB Epfenbach. Schenk verspürt dabei keinerlei Druck: "Wenn es klappt, dann klappt es und wenn nicht, ist es auch kein Weltuntergang."

Der einzige Halbfinalist, der noch kein Pflichtspiel dieses Jahr bestritten hat, ist der VfB Epfenbach. Der Grund ist einfach, das Halbfinale beim A-Ligisten TSV Zaisenhausen fand bereits im vergangenen Oktober statt und endete 3:1 für den Kreisligisten. In Vorbereitung auf das Halbfinale in Ittlingen hat VfB-Trainer Matthias Vogt allerdings schon zwei Testpartien mit seinen Schützlingen bestritten und dabei unter anderem ein ordentliches 0:0 gegen den Heidelberger Kreisligisten SpVgg Neckargemünd erlebt.

Bei lediglich zwei benötigten Siegen für einen Titel ist die Motivation groß in Epfenbach. "Wir haben uns riesig gefreut, als die Nachricht kam, dass die Pokalrunde zu Ende gespielt wird", so Vogt, der noch einen weiteren Wettbewerb in seine Vorfreude miteinbezieht, "zusätzlich im Badischen Pokal vertreten zu sein, ist ebenfalls eine tolle Sache."

Mit der Einschätzung des Kontrahenten tut er sich dagegen schwer. Er konstatiert: "In Ittlingen hat sich anscheinend viel getan, deshalb kann ich dazu nicht wirklich etwas sagen. Was aber aufgefallen ist, dass sie mit Rafalel Sa Goncalves einen haben, der regelmäßig trifft."

"Ich würde uns nicht zwingend die Favoritenrolle zuschieben", will Falk Gerweck von klaren Verhältnissen vor dem Duell mit dem TSV Dühren nichts wissen. Der neue Trainer des VfB Eppingen II verweis vielmehr auf den extrem verjüngten Kader, mit dem er in sein erstes Jahr als Herren-Trainer geht. Den Großteil bilden Talente der Jahrgänge 2002 und 2003, mit ein paar Ausnahmen, die etwas älter sind. Ganz vorne stürmt nach wie vor der Erfahrenste von allen. Stefan Beierle ist mittlerweile 39 Jahre alt und wird dank seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor dennoch Angst und Schrecken in den Kreisliga-Hintermannschaften verbreiten.

Das dürfte erst recht für einen B-Ligisten gelten, wobei die Dührener erst letzten Sonntag bewiesen haben, zu was sie in der Lage sind. Der 2:1-Sieg beim Kreisligisten FC Rohrbach a.G. hat die Konkurrenz aufhorchen lassen. "Dühren kann man nicht auf die Kreisklasse B reduzieren", schließt Gerweck nicht nur daraus, wie er fachkundig erläutert, "der Abbruch in der vergangenen Runde hat in Sinsheim keinen schlimmer getroffen als den TSV, denn er wäre ganz sicher aufgestiegen."

Von all den Vorschusslorbeeren lässt sich zwar keine Finalteilnahme kaufen, im Sinsheimer Stadtteil-Klub werden sie trotzdem positiv entgegengenommen. Ein gutes Omen könnte zudem sein, dass es nach dem Viertelfinale erneut auswärts auf Kunstrasen um das Weiterkommen geht. "Ich bin ja eigentlich kein Freund vom Kunstrasen", schmunzelt Dührens Trainer Marvin Ziegler. Sein Kollege Rico Unser kann sich dagegen sehr gut mit dem künstlichen Geläuf anfreunden, wie Marvin versichert: "Rico hat schon vor dem Spiel in Rohrbach deswegen ein gutes Gefühl gehabt."

Das Selbstvertrauen ist also groß in Dühren, ein erneuter Coup bei einem Kreisligisten scheint nicht ausgeschlossen und dann könnte die so bitter abgebrochene Saison aus Sicht der Rot-Weißen doch noch ein versöhnliches Ende finden. Ziegler, der selbst drei Jugendjahre und die erste Herren-Saison beim VfB verbrachte, hofft mit einem Augenzwinkern versehen, "dass die Eppinger gegen uns B-Ligisten keine Unterstützung aus der Verbandsliga benötigen."

Sollten die beiden Finalisten nächste Woche in der ersten Runde des Badischen Pokals ausscheiden, käme der 31. Juli als Finaltag in Frage.

Kreispokal 2020/21, Halbfinale Sonntag um 16 Uhr: TSV Ittlingen – VfB Epfenbach, VfB Eppingen II – TSV Dühren.

Aufrufe: 017.7.2021, 12:30 Uhr
red.Autor