Noch befindet sich die Rückkehr auf die Plätze in weiter Ferne.
Noch befindet sich die Rückkehr auf die Plätze in weiter Ferne. – Foto: Sascha Köppen

Deadline ist der 9. Mai

Sinsheim +++ Einfachrunde oder Annullierung? +++ Stellungnahmen der Vereine

Bis Montag hatten die Fußballvereine Zeit, eine Stellungnahme zur Beschlussvorlage des Badischen Fußballverbands abzugeben. In selbiger sind zwei Szenarien für den Spielbetrieb aufgelistet. Sollte bis zum 9. Mai wieder um Punkte gekickt werden dürfen, könnte die Vorrunde der Saison 2020/21 beendet werden und somit eine Wertung mit Auf- und Abstieg sowie Relegationsteilnehmern erfolgen.

Nimmt man die mindestens dreiwöchige Vorbereitungszeit dazu, die der bfv seinen Vereinen einräumen will, dann müsste ab dem Wochenende des 17./18. April wieder ein normales Mannschaftstraining mit Vollkontakt erlaubt sein. Wenn das nicht gelingen sollte, bliebe einzig die Annullierung übrig.

Bei den Sinsheimer Klubs hat sich die Bereitschaft eine Stellungnahme abzugeben, in Grenzen gehalten. Wir haben uns dennoch umgehört und wollten wissen, wieso.

Jannis Richter (Spielausschussmitglied TSV Steinsfurt):

Wir sind der Meinung, dass der Amateurfußball auch eine Perspektive benötigt, die uns Hoffnung macht. Nach sechs Monaten Zwangspause fehlt unseren Spielern in der Jugend als auch im Herrenbereich, die Bewegung und der soziale Kontakt. Wir finden, dass der Sport nicht das Problem sein sollte, sondern die Lösung. Deshalb fordern wir die sportlichen Aktivitäten in den Vereinen wieder zuzulassen, sodass unsere Mannschaften die Vorrunde in ihren Spielklassen anhand des Szenarios 1 des badischen Fußballverbandes, fortsetzten und beenden können.

Marcel Genc (1. Vorsitzender TSV Kürnbach):

Wir haben keine Stellungnahme abgegeben. Was soll man auch groß dazu sagen? Die Fristen sind klar und machen Sinn. Außerdem sind es keine Szenarien, zu denen man sich klar positionieren muss. Wir würden die Vorrunde jedenfalls gerne zu Ende spielen, aber nicht auf Teufel komm raus. Wenn es klappt, freuen wir uns ganz einfach wieder kicken zu dürfen. Unterm Strich müssen wir einfach weiter die nächsten Verordnungen abwarten und es nehmen, wie es kommt. Sollte dann bis spät in den Juni hineingespielt werden, wäre das die Zeit, in der normalerweise unser Sportplatz gepflegt wird. Aber wenn es so kommt, werden wir auf diese Situation flexibel reagieren können.

Joachim Heger (Trainer SV Rohrbach/S.):

Da wir die Vorschläge unter den genannten Rahmenbedingungen vernünftig finden, haben wir keine Stellungnahme abgegeben. Es ist klar, unter welchen Voraussetzungen es weitergehen kann und unter welchen eben nicht. Jeder weiß, woran er momentan ist und das ist gut. Zumindest noch die Vorrunde zu beenden, wäre eine ganz faire Lösung. Wenn nicht, bleibt eben nur noch die Annullierung. Eine Saison nach nur ungefähr zehn Spielen zu werten, wäre natürlich Quatsch.

Björn Schweter (Trainer Türk Gücü Sinsheim):

Wir wollen ganz klar, sobald es möglich ist, die Vorrunde zu Ende spielen. Dann hätte jeder einmal gegen jeden gespielt und man könnte die Runde werten. Die andere Option in Form einer Annullierung würde uns schon sehr wehtun, da wir richtig gut dastehen und noch Chancen sehen, in der Tabelle ein bisschen nach oben zu klettern. Als erste Zwischenbilanz, sind wir sehr glücklich, wie es bislang für Kai (Feßenbecker) und mich als Trainer bei Türk Gücü gelaufen ist.

Alexander Sattler (2. Vorsitzender VfB Bad Rappenau):

Wir haben uns für eine Annullierung ausgesprochen. Hauptsächlich aus dem Grund, dass nicht absehbar ist, ob in den nächsten sechs Wochen überhaupt schon wieder trainiert werden darf. Und selbst wenn, wäre dies mit einem enorm hohen Aufwand verbunden – bei uns ist auf dem Sportgelände von den Bambinis bis zu den Herren alles vertreten. Das ist alles kaum unter einen Hut zu bekommen.

Würde während der Trainingsphase eine Mannschaft in Quarantäne müssen, was sicher bei dem ein oder anderen Verein passieren wird, wäre das eine schlechte Ausgangssituation für den Wiederbeginn. Deswegen sollte man die Saison aus Fairnessgründen annullieren.

Sven Möller (Abteilungsleiter TSV Obergimpern):

Es ist, wie so häufig im letzten Jahr, keine einfache Sache, die dargestellten Szenarien ergeben aber natürlich Sinn. Bei Wiederaufnahme und nur mit einer gespielten Hinrunde, werden die Vereine auf den Abstiegsplätzen ein Veto einlegen, wie wir vermutlich auch. Fakt ist: Die Runde kann nicht mehr komplett zu Ende gespielt werden, daher bleiben ja nur noch die Optionen, die Vorrunde zu beenden und werten, oder eben die komplette Saison zu annullieren.

Alexander Daniel (Spielausschussvorsitzender SV Daisbach):

Obwohl wir aufgrund der aktuellen Tabellenposition noch stark abstiegsgefährdet sind, möchten wir, wenn möglich die Saison fortsetzen. Allerdings möchten wir, dass die angesetzte Vorbereitungszeit von drei auf vier Wochen verlängert wird, da wir davon ausgehen, dass die Spieler im unteren Amateurbereich wenig bis nichts für ihre körperliche Fitness getan haben. Bei einem solchen Kaltstart ist mit einem deutlich erhöhten Verletzungsrisiko zu rechnen.

Michael Baumgartner (1. Vorsitzender TSV Dühren):

Mit den beiden Szenarien sind wir einverstanden und finden dies eine gute und faire Lösung. Auch wir merken mittlerweile, dass viele Spieler und Funktionäre die Prioritäten langsam anders verteilen und wir mit dem Zusammenhalten der Mannschaft Probleme bekommen. Wir hoffen, dass die Vorrunde zu Ende gebracht wird und es sportliche Auf- und Absteiger gibt.

1196 Aufrufe3.3.2021, 16:00 Uhr
red.Autor

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