
Gau-Odernheim. Der TSV Gau-Odernheim startet am Sonntag (17 Uhr) beim SV Gonsenheim in seine erste Rückrunde in der Oberliga – und das als Neunter beim Zwölften. Trainer Florian Diel schaute sich das 0:1 des SVG gegen Auersmacher an und sah Platzherren, die sich an einem tief verteidigenden Gegner die Zähne ausgebissen haben. Wobei für die Saarländer, wie Diel sah, „auch eine gehörige Portion Glück dabei war – das Tor war wie vernagelt“.
Das darf aus TSV-Sicht natürlich gern wieder passieren. Und im Kollektiv das eigene Tor zu verteidigen, ist derzeit die herausstechende Stärke des Aufsteigers, der auswärts einen starken 1,8-Punkte-Schnitt spielt. „Zwei der ranghöchsten Mannschaften in unserer Region, die jeden Punkt brauchen, treffen aufeinander“, wirbt Diel vor dem Duell mit Trainer-Freund Luca Vanni. Auch wenn man sich im Winter beim Gau-Odernheimer Hallenturnier und im Testspiel wiedersieht: „Geschenkt wird da nichts.“
Unterdessen laufen die Planungen für die neue Saison auf Hochtouren. Lukas Knell, Teil der Sportlichen Leitung und Stürmer-Rekonvaleszent, blickt zurück und nach vorn.
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Herr Knell, welche Schulnote geben Sie der Oberliga-Hinrunde – und dem ganzen Jahr der Fußballabteilung?
Da kann man eigentlich nichts anderes als die Schulnote Eins minus geben. Irgendwas geht immer ein bisschen besser, aber sportlich haben wir für diesen Verein das Nonplusultra erreicht.
Worin liegt der Schlüssel für den Erfolg, oder das Schlüsselbund?
In den Gau-Odernheimer Tugenden, die wir seit Jahren hochhalten, dem Zusammenhalt. Flo hat das Ganze noch mal auf ein anderes Niveau gebracht. Fabio Moreno Fell mit seinen 50 Toren darf man auch herausheben. Über die letzten Jahre wurde eine gute Truppe zusammengestellt.
Mit den ersten Vertragsverlängerungen Ihrer Top-Talente und von Kapitän Jakob Friedrich wurden früh Ausrufezeichen gesetzt. Wie geht es weiter?
In die anstrengenden englischen Wochen haben wir diese Gespräche nicht reingepresst. Die sportlichen Feedbackgespräche gab es, in der Winterpause geht es mit den Verlängerungen weiter. Beim Start der Restrückrunde wollen wir einen guten Teil unseres Kaders beisammen haben.
Auch Trainer Diel ist nur bis Saisonende gebunden. Sie sind Sportlicher Leiter – und verletzter Spieler. Wer verhandelt da eigentlich gerade mit wem?
(lacht) Das ist eine spannende Konstellation, ja. Flo hat niemanden, der ihm von oben vorgibt, was er zu tun hat. Die Entscheidung kommt am Ende von ihm. Jeder bei uns will ihn gern weiter bei uns sehen. Wir besprechen das im Winter und müssen mit allen Kräften schauen, was wir ihm ermöglichen können.
Wie geht es für Sie als Spieler weiter?
Ich mache Aufwärmübungen mit Ball mit und gehe viel joggen. Wenn ich in der Winterpause schmerzfrei bin, wird man mich wieder auf dem Platz sehen. Ob in der Oberliga, wird sich zeigen.
Ihr Trainer sprach es an: Oberliga ist für den TSV Woche für Woche ein Kraftakt. Kein Motor kann immer im roten Drehzahlbereich laufen, ohne schlapp zu machen. Wie soll der TSV auf Dauer fit gemacht werden?
Das ist eine Riesen-Aufgabe. Wir merken, dass wir strukturell an Grenzen kommen. In erster Linie müssen wir im Verein versuchen, Unterstützer zu finden, die das Ganze voranbringen, bei Sponsoring, Spieltagsorganisation und vielem mehr. Wenn die Erneuerung des Vereinsgeländes gelingt, wäre das ein großer Schritt. Wir sind gewillt, uns zu entwickeln.
Der SV Gonsenheim stand vor anderthalb Jahrzehnten ungefähr da, wo jetzt der TSV steht. Was kann man sich abgucken?
An ihnen können wir uns ein Beispiel nehmen. In der Jugend sind sie, im Mainzer Einzugsgebiet, noch einen Schritt weiter. Bei Nachwuchs und Aktiven muss man einfach mit fähigen Leuten besetzt sein. Das hat Gonsenheim sehr gut hinbekommen.
Was haben Sie sich zum Rückrundenstart am Wildpark vorgenommen?
Wir haben noch drei Spiele, mit dem brutal schweren Abschluss in Engers und zuvor in Gonsenheim und gegen Ludwigshafen zwei Gegnern aus der ähnlichen Tabellenregion. Da wollen wir schon noch mal was mitnehmen. Für Gonsenheim ist es daheim schon ein Pflichtsieg, wir fahren als Underdog hin – aber mit dem Anspruch, was holen zu können.
Warum sollte man das Spiel unbedingt besuchen?
Weil zwei interessante Vereine, die mit viel Jugendarbeit Fußball auf Oberliga-Niveau ermöglichen, aufeinander treffen. Viele Besucher wären eine schöne Anerkennung für ihren Weg. Vanni gegen Diel könnte an der Linie interessant werden. Blickt man auf die Torbilanz beider Teams, wird es vielleicht auch was für Taktikfreaks. Und es ist ein kleines Derby.