2026-01-09T09:36:09.492Z

Ligabericht
Ein Sinnbild für den Gau-Odernheimer Weg: Kämpfer Jonathan Maier (rechts) war zuletzt aus dem Mittelfeld nicht mehr wegzudenken.
Ein Sinnbild für den Gau-Odernheimer Weg: Kämpfer Jonathan Maier (rechts) war zuletzt aus dem Mittelfeld nicht mehr wegzudenken. – Foto: Michael Wolff (Archiv)

TSV Gau-Odernheim stellt dem Tabellen-Dritten ein Bein

0:0 in Engers krönt eine Englische Woche, die wiederum ein märchenhaftes Fußballjahr krönt

Die Abschlussbesprechung hätten sie auch im Hasekaste machen können. Eine ganze Reihe Spieler und Zugehörige des TSV Gau-Oderheim hatten sich am Freitag noch Tickets für das Heimspiel von Mainz 05 gegen Gladbach geholt, um das Bundesliga-Debüt von Fabio Moreno Fell live zu erleben. Die Märchenbuch-Geschichte des Mannes, der den TSV vor einem halben Jahr noch in die Oberliga geschossen hatte, sorgt für Begeisterung am Petersberg.

Und sie fügt sich in eine weitere, außergewöhnliche Woche. 0:0 beim Tabellendritten FV Engers, und nach klaren Chancen war sogar ein Sieg drin. Sieben Punkte aus drei Spielen binnen sieben Tagen. Rang sieben, punktgleich mit der großen Wormatia aus Worms. Bester Aufsteiger, drittbeste Abwehr. Was da gerade beim TSV passiert, ist unmittelbar gar nicht zu begreifen. „Wir werden jetzt ein paar Monate lang sehr zufrieden auf die Tabelle gucken“, strahlt Trainer Florian Diel.

Beim 2:1 am Mittwoch in Gonsenheim war Moreno noch Teil des Gau-Odernheimer Jubel-Pulks. Danach rotierte Diel die Startelf durch, um Frische aufs Feld zu bekommen, und wählte nach zwei Spielen mit frühem Attackieren vom Start weg nun eine Taktik im tiefen Block. Trotzdem waren die drei besten Chancen vor dem Seitenwechsel auf Seiten der Gäste, und alle drei per Kopf. Felix Schrod zielte zu hoch, Jonathan Maier daneben und Kenan Dogan konnte nach Hannes Zundels Flankenlauf den Ball nicht drücken.

Nach dem Pausentee verlagerten sich die Spielanteile deutlich stärker Richtung Engers. „Wir haben uns noch mehr aufs Verteidigen konzentriert, hatten aber die Großchance durch Belel Meslem“, rekapituliert Diel. Der Zehn-Tore-Mann – ein Top-Ten-Wert ligaweit – ließ seinen Gegenspieler stehen, doch der abgefälschte Abschluss prallte von der Unterkante der Latte auf und nicht hinter die Torlinie (70.). Zehn Minuten später bewahrte Daniel Diel seine Mannschaft bei der dicken Doppel-Chance der Platzherren vor dem Rückstand.

30-Punkte-Marke gerissen

Die Gau-Odernheimer Konter versandeten beim letzten oder vorletzten Pass, doch die Deckung stand erneut stabil. „Wir freuen uns, dass wir unseren aktuellen Trend noch einmal bestätigen konnten“, sagt Florian Diel, „indem wir mit vier ungeschlagenen Spielen in die Winterpause gehen und die 30-Punkte-Marke reißen.“

Das Tabellenbild ordnet der Aufstiegstrainer als „schöne Momentaufnahme“ ein. „Nun wollen wir noch irgendwo die zehn Punkte holen, um sehr wahrscheinlich in der Liga zu bleiben. Es kann auch sehr schnell wieder in die andere Richtung gehen.“ Im März geht es, um das dritte Gastspiel im Stadion Oberwerth bei der TuS Koblenz herum, mit Heimspielen gegen die Kellerkinder Eisbachtal und Eppelborn wieder los. „Die wollen wir so siegreich wie möglich bestreiten und uns eine sehr gute Position erarbeiten.“

Ein Jahr für die Geschichtsbücher

Der Zusammenhalt in Verein und Mannschaft ist, wie schon oft beschrieben, ein ganz entscheidender Trumpf. Diel war am Freitagabend doppelt glücklich, weil auch Ex-Schützling Nelson Weiper neben Moreno im 05-Sturm gespielt hatte. „Das Spiel habe ich voller Aufregung und voller Stolz verfolgt“, erzählt der 35-Jährige. Das Moreno-Märchen, das Oberliga-Märchen – an dieses Jahr 2025 werden sie sich am Petersberg noch lange erinnern.

TSV Gau-Odernheim: Diel – Schrod, Friedrich, Nassery (65. Breiden) – Dogan (40. Meininger), Maier (65. Dietrich), Breitenbruch (89. Galle), Zundel – Hahn (46. Juricinec) – Nkunga, Meslem.

Aufrufe: 06.12.2025, 19:02 Uhr
Torben SchröderAutor