2026-05-15T09:36:57.455Z

Ligabericht

TSV Gau-Odernheim: Goalgetter dringend gesucht

1:2-Niederlage gegen Emmelshausen-Karbach offenbart eine eklatante Abschlussschwäche

von Torben Schröder · Heute, 22:05 Uhr · 0 Leser
Mit Belel Meslem (links) verlässt erneut der bei weitem erfolgreichste Torschütze den TSV.
Mit Belel Meslem (links) verlässt erneut der bei weitem erfolgreichste Torschütze den TSV. – Foto: Michael Wolff (Archiv)

Nebenan, in der Petersberghalle, brachte Matze Knop die Zuschauer zum Lachen. Was die Oberligafußballer des TSV Gau-Odernheim vor dem Tor des FC Emmelshausen-Karbach versuchten, trug eher aberwitzige Züge. Bestimmt 20 Abschlüsse zählte Gästetrainer Patrick Kühnreich, „so viele haben wir in der ganzen Halbserie nicht zugelassen“. Die Aussage war nur zur Hälfte eine Übertreibung. Doch heraus sprang für die Petersberg-Elf eine 1:2 (1:2)-Niederlage.

Freie Abschlüsse im Strafraum, Dribblings und Kombinationen, die in zu schwachen und unplatzierten Schüssen mündeten, Querpässe von der Grundlinie, die nicht zum Mann fanden – von alledem gab es jeweils gut eine Handvoll. Die ersten fünf Minuten hinten und die letzten fünf Prozent vorne verhinderten, dass aus einem spielerisch starken Auftritt Zählbares wurde. Kühnreich sprach von einem „glücklichen Auswärtssieg“ des Tabellendritten, dem in der Arbeit gegen den Ball der fehlende Ergebnisdruck anzumerken war.

„Es kann 6:3 für uns ausgehen“, betont TSV-Trainer Florian Diel, und das ist gar keine Übertreibung. Höchst verärgert war Diel über die Startphase. Vor Max Wilschreys Direktabnahme – Saisontor Nummer 25 ist Liga-Bestwert – nach genau 60 Sekunden war noch kein Gau-Odernheimer am Ball. Das schnelle 0:2 nickte Kieran Ike frei stehend ein (6.). „Es geht um die Goldene Ananas. Da muss man gut ins Spiel kommen“, sagt Diel, „dafür haben wir leider fünf Minuten gebraucht.“

Nur ein Flipper-Tor gelingt

Von da an aber, von Trainer-Bruder Daniel Diel im Tor kräftig in den Senkel gestellt und zur Aufholjagd gewillt, marschierten die Gau-Odernheimer. Etwas tiefer gestaffelt, aber mit viel Schwung nach vorne, fanden sie immer wieder die spielerischen Lösungen, um die freien Räume zu nutzen. Doch nur nach Christopher Hahns Versuch mit der Hacke, den ein Gäste-Verteidiger von der Linie kratzte und dabei Belel Meslem anschoss (37.), trudelte der Ball ins Netz. Symptomatisch war auch Minute 75, als Gradi Nkunga nach einem der Flachpässe von der Torauslinie ein Luftloch schlug und dann aus dem Rückraum Philip Kohlstadt Mitspieler Leart Rexhepi abschoss.

Der Ex-Gonsenheimer Maximilian Krapf im Gästetor machte ein Klasse-Spiel, was man der Unparteiischen Alessia Jochum nicht unbedingt attestieren mochte. Drei mögliche Elfmeter reklamierte der TSV, den Fußfeger in der Nachspielzeit gegen Julian Meininger sollte man schon pfeifen. „Wir sind nicht clever genug, aus den Situationen etwas zu machen“, sagt Diel. Und schnauft durch: „Wir müssen sehr viel arbeiten, um ein Tor zu schießen.“

Erneut geht der Goalgetter

Erneut war Fabio Moreno Fell unter den Zuschauern. 50 der 104 Saisontreffer bei der Verbandsliga-Vizemeisterschaft gingen auf den aktuellen Nullfünfer. 17 der 42 diese Spielzeit geschossenen Tore entfallen auf Belel Meslem, den künftigen Wormatia-Stürmer. Dass Sechser Noah Juricinec mit fünf Saisontoren zweiterfolgreichster Schütze ist, ist kein Zufall, blickt man auf die Abschlüsse gegen Karbach. Der nächste Unterschiedsspieler vorne drin wird händeringend gesucht. Bewerbungen, ob intern oder extern, nimmt Diel gewiss gern entgegen.

TSV Gau-Odernheim: Diel – Hofmann (88. Maier), Schrod, Nassery – Meininger, Juricinec, Dietrich (75. Kohlstadt), Zundel – Breitenbruch (68. Gümüs) – Hahn (68. Nkunga), Meslem (68. Rexhepi).