
Schon bevor ihr viertletztes Spiel angepfiffen wurde, waren auch rechnerisch alle Zweifel beseitigt: Der TSV Gau-Odernheim bleibt in der Oberliga, endgültig, definitiv. Die Gäste vom SV Auersmacher feierten nach ihrem 3:1 (2:1)-Sieg am Petersberg ebenfalls den Ligaverbleib. Am Petersberg geht es nun darum, Strukturen zu schaffen für eine dauerhafte Perspektive in der höchsten Amateurspielklasse.
"Arbeiten mit minimalsten Mitteln"
Nach dem historischen Aufstieg setzt der TSV den nächsten Meilenstein, als von vielen für chancenlos erklärter Außenseiter, als krasser Etat-Underdog. „Dankbar und froh“ ist Vorstandssprecher Oliver Grub: „Wir arbeiten mit minimalsten Mitteln und sind bestimmt nicht so professionell aufgestellt, wie wir sein müssten. Ein großes Lob an Trainer, Staff und Mannschaft.“ Abteilungsleiter Michael Maier hebt die „außerordentliche“ Leistung von Trainer Florian Diel und den großen Aufwand, den Trainerteam und Spieler betreiben, hervor.
Nun, sagen beide Funktionäre, gilt es, an den Strukturen zu arbeiten. Maier schwebt ein „Dorfverein mit professionellem Anstrich“ vor, mit aktiverer Außendarstellung, Verantwortlichen für Marketing, Sponsoring und Organisatorischem. An die Stelle einer One-Man-Show solle eine breitere Struktur treten, wobei die Besetzung der Posten noch in Gange ist. „Wir werden nicht den von manchen gewünschten Großsponsor an Land ziehen“, sagt Grub, „aber wir finden immer wieder den ein oder anderen regionalen Partner.“
"Würden gern da bleiben, wo wir sind"
Sportlich „würden wir gern da bleiben, wo wir sind“, sagt Maier. Das gehe nur mit verbreitertem Kader, durch eigene Jugend und Zugänge. „Die müssen wir uns leisten können, und das geht nur über Sponsoring. Das wollen wir strukturiert verfolgen.“ Die Hoffnung ist, übernächste Saison auf einem neuen, großen Kunstrasen Oberliga zu spielen. Wobei behördliche Genehmigungen und Bauzeitenpläne weiter auf sich warten lassen.
Vier weitere Kaderplätze sind vergeben. Jannis Maurer hat verlängert. Aus der eigenen Jugend werden Aleksandr Vyatkin (linke Schiene) und Ahmed Mutala hochgezogen, der ebenso in der Offensive daheim ist wie Benjamin Patschke (Schott U19). Im Sturm würde Diel sehr gern noch nachlegen.
„Aktiv und intensiv von beiden Seiten“ war das Spiel gegen Auersmacher. Und reich an Patzern. Keeper-Talent Leander Schmidt (Patrick Jantzen/23.) und Jonathan Maier (Jan Rebmann/31.) leiteten mit Fehlpässen den 0:2-Rückstand ein. David Hofmann verkürzte nach einer Eckballvariante (38.). Dann patzte laut Diel auch der Unparteiische. Ecke Gau-Odernheim, nicht gepfiffenes Handspiel Auersmacher an der Strafraumgrenze, langer Ball, Schmidt kommt zum Kopfball raus, Bogenlampe, verlorenes Kopfballduell des Keepers mit Merouane Taghzoute, 1:3 (52.).
Diel musste auf vier verletzte und erkrankte Innenverteidiger verzichten und sah eine engagierte Heim-Elf mit guten spielerischen Phasen und Chancen: „Wir haben mit ein bisschen mehr Risiko gespielt, das uns leider um die Ohren geflogen ist. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass wir etwas abgeschenkt haben.“
Das nächste Spiel auf Freitag vorverlegt
Das Spiel gegen den FC Emmelshausen-Karbach wurde auf Freitag, 19 Uhr, verlegt. Der TSV wollte sich ein Flutlichtspiel und ein freies Wochenende gönnen, der Gegner zog mit. Zu feiern gibt es ja genug.
TSV Gau-Odernheim: Schmidt – Juricinec, Hofmann, Radetz – Dogan (70. Meininger), Maier (59. Kohlstadt), Breitenbruch (59. Dietrich), Zundel – Hahn (70. Dimitrijevic), Nkunga (70. Rexhepi), Meslem.