
Gau-Odernheim. Acht Tage, drei Spiele. Es ist schon jetzt nicht nur eine Englische, sondern auch eine ganz besondere Woche für die Oberliga-Fußballer des TSV Gau-Odernheim. Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern II mit einem Last-Minute-2:2 gestürzt, dann mit einem fulminanten 5:0 gegen Cosmos Koblenz den ersten Sieg des Jahres gefeiert. Was kann da noch kommen?
Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen und Wormser Zeitung.
Sonntag (14 Uhr) geht es erneut zum Tabellenersten, diesmal den FK Pirmasens. TSV-Trainer Florian Diel, der am Mittwoch sieben Neue in die Startelf beordert hatte, dürfte erneut gründlich durchwechseln. Es geht um frische Beine und die ideale Elf für den Matchplan. Das beginnt in der Abwehr, wo gegen Cosmos in Urfan Nassery und Konstantin Breiden zwei fußballerisch besonders Versierte reinkamen. Und endet ganz vorne, wo Gradi Nkunga, beim FCK noch mit einer starken Leistung, 90 Minuten den wuseligeren Kollegen Platz machte.
Diel setzte in beiden Spielen 20 Mann ein. „Das ist das, was uns stark macht.“ Es braucht zwischenmenschliches Gespür, damit da kein Verdruss entsteht. Andererseits weiß jeder, dass die nächste Chance nicht lange auf sich warten lässt. „Ich will, dass sich jeder abgeholt fühlt“, sagt der Trainer, „und wenn ich sehe, wie unsere Bank bei den Toren jubelt – genau das ist in dieser Phase ein Trumpf. Den Zusammenhalt eines Teams siehst du nicht auf, sondern neben dem Platz.“
9-9-9, 36:36. Nach Siegen, Unentschieden und Niederlagen sowie in der Torbilanz ist der TSV nach 80 Prozent der Saison exaktes Mittelmaß. Diese angesichts der Rahmenbedingungen gewaltige Leistung ist nur mit maximaler Geschlossenheit möglich. Und doch ist die Abstiegszone nur sechs Zähler entfernt. „Dieser Sieg ist auf so vielen Ebenen Gold wert, aber 36 Punkte werden am Ende nicht reichen“, betont Diel vor der Reise zu einem Gegner, der „unfassbar gut ist in fast allen Bereichen“. Beste Offensive, stabile Abwehr, stark bei Standards, Plan mit Ball, Erfahrung, Zusammenhalt – bei den Attributen, die der TSV-Trainer auflistet, fehlt eigentlich nur die Kaderbreite. Viel rotiert hat der FKP in dieser Woche nicht.
Das tun die Gau-Odernheimer sogar im Tor. In Kaiserslautern durfte Talent Leander Schmitt mitjubeln, gegen die „Cosmonauten“ hielt Routinier Daniel Diel sein sechstes Zu-Null. Elf Spiele, sieben in der Liga und alle vier im Pokal, bestritt der 20-Jährige, 20 Ligaspiele der 34-Jährige. Kommende Saison dürften sich die Anteile, wenn Schmitt weiterhin so fleißig trainiert, weiter verschieben. Es ist ein schrittweiser Generationswechsel, den Daniel Diel ein weiteres Jahr mitträgt.
„Ich finde diese Konstellation vollkommen positiv“, sagt der Torwart, der seine 17. Saison als aktiver Spieler bestreitet, voriges Jahr 20 Kilogramm abgenommen und dies seither gehalten hat, sehr zur Freude seiner Knochen und Gelenke. Seit der Rückkehr auf den Rasen macht auch die Achillessehne weniger Probleme. „Bei mir weiß man, was man bekommt“, sagt Daniel Diel. Eine verlässliche Leistung fast ohne Fehler, mit Präsenz und aktivem Coaching nämlich. Der Torwart für das Außergewöhnliche, der auch gern mal einen Hundertprozentigen rausholt, ist Schmitt. „Was ihm fehlt, kommt mit Spielpraxis.“ Und Diel hilft mit Tipps, wo er kann.