Bürgermeister Bernhard Sontheim, Herren-Kassier Nicolas Sallier und Abteilungsleiter Moritz Bletzinger (v.l.n.r.): In Feldafing freut man sich über die neuen Fairtrade-Fußbälle.
Bürgermeister Bernhard Sontheim, Herren-Kassier Nicolas Sallier und Abteilungsleiter Moritz Bletzinger (v.l.n.r.): In Feldafing freut man sich über die neuen Fairtrade-Fußbälle. – Foto: Andrea Jaksch

TSV Feldafing: Alle „schlechten“ Bälle raus - „endlich“ ist die Umstellung geschafft

Gemeinde unterstützt Fairtrade-Aktion

Der TSV Feldafing schmeißt alle Bälle raus. Für alle Mannschaften liegen jetzt Fairtrade-Bälle im Schrank. Den Verein freut‘s, die Gemeinde auch.

Feldafing - Die Fußballer beim TSV Feldafing haben ihre Trainingsausstattung komplett umgekrempelt. Am Starzenbach gibt es jetzt nur noch Fairtrade-Bälle. Dafür mussten alle alten Murmeln raus. Sie sollen nun einem wohltätigen Zweck zukommen.

Mitte Juni sind die schicken neuen Bälle gekommen. „Endlich“, seufzt Abteilungsleiter Moritz Bletzinger. Der Liefertermin war eigentlich für Februar angesetzt. Vier Monate musste er sich gedulden. „Das Dramatische: Ich habe vor dem Winter schon aussortiert und alle ganz schlechten Bälle weggeschmissen“, erklärt er, „über das gesamte Frühjahr hatten jetzt vor allem unsere Jugendteams kaum Bälle“. Nur durch die Corona-Zwangspause wurde dieses Problem nicht akut.

TSV Feldafing: Corona und Suez-Blockade verzögern Lieferung - aber jetzt sind die Fairtrade-Bälle da

Der Firma will der TSV Feldafing definitiv keinen Vorwurf machen. „Vor Verzögerungen wegen der Corona-Pandemie hatte mich der Betrieb gewarnt“, schildert Bletzinger, „dann kam auch noch die Blockade im Suezkanal dazu. Für die Lieferanten war das letzte halbe Jahr sicher nicht leicht. Wir sind ja auch nicht die einzigen Kunden. Außerdem war der Kontakt immer offen, freundlich und persönlich.“

Das Warten hat sich gelohnt. „Die Bälle sehen auch spitze aus“, freut sich der Abteilungsleiter, „wer hat schon sein eigenes Logo auf dem Ball?“ Wichtiger ist aber natürlich, was dahinter steckt. Die neuen Bälle sind Fairtrade. Das bedeutet gerechte Löhne, gute Arbeitsbedingungen und keine Kinderarbeit. Für das Gefühl am Fuß wahrscheinlich egal, für den Kopf aber sicher ein Unterschied. Gerade aus Pakistan, wo viele Fußbälle gefertigt werden, kommen immer wieder Berichte über schlimme Zustände in den Fabriken.

Feldafing: Gemeinde unterstützt Fairtrade-Aktion - Bürgermeister Sontheim ermöglicht Komplett-Umstellung

Bürgermeister Bernhard Sontheim freut sich auch. Als Fairtrade-Gemeinde stand der Ort natürlich sofort hinter dem Plan der Fußballer. Der Bürgermeister hat mit einer großzügigen Finanzspritze mitgeholfen. Anders hätte der Verein die Komplett-Umstellung auf einen Schlag kaum stemmen können. Jetzt rollen nur noch faire Bälle in Feldafing. Kann das im Fußball Schule machen?

Aufrufe: 017.6.2021, 15:46 Uhr
FuPa-Oberbayern - Fussball-VorortAutor

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