Volle Konzentration auf die Kugel: Hassia-Spieler Derrick Amoako (links) nimmt Maß. Sekunden später liegt der Ball zur Binger 1:0-Führung im Netz des TSV Emmelshausen.	Foto: Edgar Daudistel
Volle Konzentration auf die Kugel: Hassia-Spieler Derrick Amoako (links) nimmt Maß. Sekunden später liegt der Ball zur Binger 1:0-Führung im Netz des TSV Emmelshausen. Foto: Edgar Daudistel

Hassia: Das Wie interessiert kaum jemand

Oberligist aus Bingen springt nach 2:0 gegen Emmelshausen in die obere Tabellenhälfte

BINGEN. „Die drei Punkte zählen. Am Ende ist es egal, wie sie zustande kamen“, so Georgios Roumeliotis, der in der 84. Minute mit seinem 2:0 den Deckel auf eine in den meisten Phasen schwache Oberliga-Partie setzte. Hassia Bingen hatte vor 165 Zuschauern am Hessenhaus den erhofften Dreier gegen den TSV Emmelshausen eingefahren, damit auch den Sprung in die obere Tabellenhälfte geschafft. Ein weiterer Schritt auf dem Weg dorthin, wo die Hassia nach eigenem Selbstverständnis und angesichts des Kaders stehen muss.

„Die drei Punkte zählen, auch wenn man viele Sachen sicherlich besser machen kann.“ Trainer Thomas Eberhardt wusste, „dass es teilweise eine grausame Vorstellung war.“ Aber eine, in der die mannschaftliche Geschlossenheit stimmte und sich das Team in der zweiten Halbzeit eine Vielzahl an Chancen erarbeitete. Netto stehen nach den beiden Spielen seit dem Neuanfang nach der Engers-Pleite vor genau einer Woche vier von sechs möglichen Zählern auf der Habenseite. Und vor allem steht hinten die Null. Was einerseits an Torwart Fabian Haas lag, der auch diesmal wieder immer richtig stand, andererseits aber gegen Emmelshausen auch an der Abschlussschwäche des Gegners.

„Wenn du drei Punkte hast, sind alle Argumente auf deiner Seite.“ TSV-Coach Philipp Frank hatte von seiner Mannschaft eine sehr gute erste und eine ebenbürtige zweite Halbzeit gesehen, „in der die Hassia hintenraus abgebrühter war“. Die Erfahrung fehlte beim Schlusslicht. Wieder einmal. Und trotz einiger guter Gelegenheiten und einer sehr guten Vorstellung von Dama Kanouté auf der linken Offensivseite blieb es bei den bislang erzielten drei Treffern.

Es war die dritte Minute der Nachspielzeit vor der Pause, die der Partie die Richtung gab. Derrick Amoako erzielte nach einem Freistoß von Baris Yakut irgendwie per Kopf das 1:0. „Die Hassia kam einmal richtig vor unser Tor und hat daraus Kapital geschlagen“, haderte Frank. Nach dem Wechsel schnupperten die Hunsrücker mehrmals am Ausgleich, aber Julian Hohns blockte Kanouté im letzten Moment (64.), dann fand der Stürmer keinen Anspielpartner, nachdem er sich gegen drei Binger durchgesetzt hatte (72.), fand danach in Haas seinen Meister (72.). Und schließlich kam er an die Maßflanke von Dennis Schröder nicht richtig mit dem Kopf hinter den Ball (73.).

Und die Hassia? Für die hatte Mahdi Mehnatgir unmittelbar vor der Trinkpause in Hälfte zwei die Entscheidung auf dem Fuß, sein Schüsschen nach Steckpass von Amoako am Torwart vorbei konnte aber noch vor der Linie geklärt werden (67.). In der Schlussphase häuften sich dann die Szenen vor dem TSV-Tor. Amoako nach Alleingang vor Torwart Tizian Christ. Elfmeter oder nicht? Das Spiel lief weiter (79.). Ecke Yakut, Yanick Haag nimmt den zweiten Ball aus 18 Metern direkt. Zur Ecke abgefälscht (83.). Die führt zum 2:0. Yakut findet den völlig freien Roumeliotis mitten im Fünfmeterraum. Und der hat keine Mühe, die Kugel per Kopf hinter die Linie zu bugsieren. „Tatsächlich habe ich selten so frei im Strafraum gestanden.“ Der Innenverteidiger grinste breit. Weil auch Yakut nach einem Solo durch die Mitte an Christ scheiterte (88.) und auf der anderen Seite Haas das Hassia-Gehäuse gegen Iljaz Gubetini versperrte (90.), blieb es beim 2:0.

Die Ergebnisse in Bingen vor dem Derby am kommenden Sonntag (15 Uhr) bei Alemannia Waldalgesheim stimmen. Das Selbstvertrauen wächst. Oder wie Eberhardt erklärt: „Ab jetzt ist Derbytime. Alles, was vorher war, zählt nicht.“

Hassia Bingen: Haas – Majchrzak (30. Engel, 58. Radschuweit), Hohns, Roumeliotis – Y. Haag, Neumann, Yakut, Amoako (82. Mukamba) – Mehnatgir, Yüksel (65. Seo).



Aufrufe: 026.9.2021, 11:00 Uhr
Jochen WernerAutor

Verlinkte Inhalte