2026-03-11T14:31:18.301Z

Allgemeines

TSV droht nach Titel der Kreisliga-Abstieg – jetzt kommt Verstärkung

Fußball-Kreisliga 2

von Tobias Empl · 30.12.2025, 13:30 Uhr · 0 Leser
TSV Gräfelfing gegen TSV Moorenweis am 22.02.25 ab 13.15 Uhr. Trainer Andreas Gries. Foto: Dagmar Rutt
TSV Gräfelfing gegen TSV Moorenweis am 22.02.25 ab 13.15 Uhr. Trainer Andreas Gries. Foto: Dagmar Rutt – Foto: Dagmar Rutt

Der TSV Gräfelfing überwintert als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz. Trainer Andreas Gries sieht sein Team trotzdem nicht chancenlos.

Seit diesem Sommer sind die Fußballer des TSV Gräfelfing wieder dort, wo sie sich vom eigenen Selbstverständnis her mindestens sehen: TSV-Urgestein Andreas Gries (41) führte ein neu zusammengestelltes Team aus Rückkehrern, Neuzugängen, langjährigen Leistungsträgern und nachrückenden Jugendspielern zur souveränen Kreisklassen-Meisterschaft und damit in die Kreisliga.

Auf ein rauschendes erstes Halbjahr 2025 folgte jedoch ein recht ernüchterndes zweites. Holte Gräfelfing in der Rückrunde der vergangenen Saison 29 Punkte in zwölf Spielen, waren es in der Kreisliga nur noch elf Zähler – und das in 14 Partien. Die Folge: Die Wölfe überwintern als Vorletzter der Kreisliga 2 auf einem der beiden direkten Abstiegsplätze.

Ich bin überzeugt, dass wir eine starke Offensive haben. Wir haben es nur noch nicht so auf den Platz gebracht.

TSV-Trainer Andreas Gries über seinen schwächelnden Sturm, der mit nur 18 Treffern der zweitschlechteste der Liga ist.

Für Trainer Gries liegt das jedoch nicht an mangelnder Qualität. „Wir haben uns eigentlich selbst geschlagen“, fasst er die bis zum Jahreswechsel alles andere als planmäßig verlaufene Saison zusammen. Es gebe ein paar Gegner wie Spitzenreiter FC Kosova oder den Tabellenzweiten, SV München West, die einfach schon einen Schritt weiter seien. „Aber gegen den Rest der Liga können wir mehr als nur mithalten. Wir sollten nicht auf diesem Platz stehen“, betont Gries.

Dass seine Mannschaft „nie so richtig in den Flow“ kam, hat für den TSV-Trainer auch mit der starken Vorsaison zu tun. „Die Aufstiegssaison war sehr kräftezehrend, sowohl vom Zeitaufwand als auch für die Muskulatur.“ In der aktuellen Spielzeit habe sich dies in der gesunkenen Trainingsbeteiligung und vielen kleineren Blessuren niedergeschlagen. Hinzu kamen einige schwerere Verletzungen, zuletzt etwa von Kapitän Alexander Greisel. Gräfelfing musste von Woche zu Woche die Aufstellung umbauen, setzte insgesamt bereits 35 Spieler ein.

Ein großes Manko war zudem die Auswärtsschwäche: In den sechs Heimspielen holte der TSV immerhin zehn Punkte, auswärts dagegen in acht Partien lediglich einen einzigen Zähler, im Derby beim benachbarten TSV Neuried. Ebenfalls auffällig: Die Wölfe tun sich schwer mit dem Toreschießen, stellen mit lediglich 18 erzielten Toren nach Schlusslicht TSG Pasing (15) die zweitschlechteste Offensive der Liga.

Dabei spielte auch das verletzungsbedingte Karriereende von Max Hesse (33), in der Vorsaison mit 15 Treffern noch bester Torschütze, eine Rolle. Gries betont dennoch: „Ich bin überzeugt, dass wir eine starke Offensive haben. Wir haben es nur noch nicht so auf den Platz gebracht.“ Helfen soll die Rückkehr des lange mit Außenbandriss ausgefallenen Julius Marano, zudem stieß im Lauf der Saison der Ex-Neurieder Nikola Matovic (23) zum Team. Darüber hinaus wurde Sturm-Routinier Philip Sterr (37) aus der AH-Mannschaft reaktiviert. „Das bietet uns noch mehr Möglichkeiten. Er ist ein Vollblutfußballer, der die anderen auch mitreißen kann“, so der TSV-Coach.

Für die mit 38 Gegentreffern ebenfalls nicht immer sattelfeste Defensive konnte mit Simon Gegenbauer (zuletzt beim TSV Neuried II) ein weiterer Neuzugang an Land gezogen werden. „Er hat einen guten Eindruck hinterlassen, hilft uns nicht nur in Sachen Quantität, sondern auch mit seiner Qualität“, sagt Gries.

Der Trainer ist überzeugt, dass seine Mannschaft nach der Winterpause das Ruder noch herumreißen kann. Der Grundstein dafür soll im Rahmen einer intensiven Wintervorbereitung gelegt werden. Trainingsauftakt ist bereits am 20. Januar. Gries hofft, dass ihm dann über mehrere Wochen am Stück ein Großteil der Spieler zur Verfügung stehen wird. Da das witterungsbedingt ausgefallene Kellerduell gegen die TSG Pasing noch nachgeholt werden muss, wird es schon am 28. Februar, eine Woche früher als für den Rest der Liga, wieder ernst.

Mit einem Heimsieg könnte man den Abstand auf das rettende Ufer bis auf einen Punkt verkürzen. „Der Rückstand ist nicht so groß. Wir wollen unbedingt die Klasse halten, am liebsten natürlich direkt“, gibt Gries als Marschroute für den Rest der Saison aus.