Auf rasse Zweikämpfe – wie hier zwischen dem FC Eitting und dem FC Langengeisling – müssen wir wohl noch weiter warten.
Auf rasse Zweikämpfe – wie hier zwischen dem FC Eitting und dem FC Langengeisling – müssen wir wohl noch weiter warten. – Foto: Christian Riedel

Kreis Erding: Keine Experimente mit Selbsttests

Training mit Kontakt ab Montag wieder möglich

Ab kommenden Montag ist ein Training mit Kontakt wieder erlaubt, allerdings müssten die Spieler einen Schnelltest davor machen. Die Vereine warten lieber ab.

Erding Mannschaftstraining für alle Fußballer – ab kommenden Montag ist es wieder möglich. Zumindest theoretisch. Bleibt der Corona-Inzidenzwert unter 100 – am Donnerstag lag er in Erding bei 66,6 – , wäre zwar der Trainingsbetrieb mit Kontakt erlaubt – aber auch nur, wenn alle Trainingsteilnehmer einen tagesaktuellen antigenen Selbsttest mit negativem Ergebnis vorweisen können. Im Landkreis Erding findet sich bisher aber noch kein Verein, bei dem dies trotz Corona möglich sein wird.

FC Langengeisling: Nur die Kleinen trainieren

„Bei uns sind derzeit nur die F- und E-Junioren sowie die D-J-Junioren der JFG Sempt Erding auf den Platz“, sagt Sepp Kaiser, Vorsitzender des FC Langengeisling. Wie berichtet, ist das kontaktlose Mannschaftstraining für bis zu 20 U 14-Fußballer erlaubt. Für alle älteren werde es bis zum 5. April keinen Trainingsbetrieb geben. „Die Selbsttest s müssten ja auch kontrolliert werden, wer soll das machen?“, fügt FCL-Vize Eric Wenzel hinzu. „Die Tests müssten auch nach Verpackungsanleitung ordnungsgemäß durchgeführt werden, sonst ist er nämlich ungültig – und das dreimal in der Woche.“

Altenerdinger Anfrage an den Verband

Die SpVgg Altenerding, die ebenfalls schon die Kinder wieder auf dem Platz hat, sieht auch noch zu viele Fragezeichen. „Deshalb haben wir offiziell beim BFV angefragt, wer zum Beispiel für die Kontrolle dieser Tests verantwortlich ist und wie sie kontrolliert werden“, so Abteilungsleiter Andreas Heilmaier. Außerdem stellte er nochmal klar, „dass wir Fußballtrainer haben und kein medizinisches Personal, die diese Tests durchführen sollten“. Kurzum: Auch die SpVgg wird mit den älteren Jahrgängen vorerst nicht auf den Platz gehen.

TSV Dorfen: Das ist nicht finanzierbar

Das steht auch beim TSV Dorfen nicht zur Debatte. „Das mit den Tests, das ist Wahnsinn. Das werden wir sicher nicht machen“, sagt der sportliche Leiter Markus Wetzel. Gerade in der Coronazeit gehe es keinem Verein finanziell so blendend, dass er auch noch Selbsttests finanzieren könne. „Ich kann aber auch von keinem Spieler verlangen, dass er sich für Bezirksligafußball viermal die Woche testen lässt. Die Studenten würden sich freuen, jeden Monat um die 100 Euro für ungenaue Tests auszugeben. Der einzige Effekt wäre vermutlich eine steigende Inzidenz und somit weitere Schließungen.“ Wetzel befürchtet: „Ich glaube, uns rennt die Zeit davon. Das Ziel, die Saison auf dem Platz zu beenden, wird immer unwahrscheinlicher.“

Hohenpolding: Das ist keinem zuzumuten

Thomas Bachmaier sieht noch ein weiteres Problem: „Selbst wenn man es mit den Schnelltests durchziehen wollen würde, hätte man Probleme, weil wahrscheinlich viele gleich ausverkauft sind.“ Das könne man zumindest überall lesen. „Aber das kommt für uns eh nicht in Frage“, sagt der Spielertrainer des Kreisklassisten FC Hohenpolding: „Ich würde nie von den Spielern verlangen, zig Selbsttests zu kaufen, um zu trainieren. Das ist vollkommen unrealistisch.“

FC Finsing: Bis zu 300 Tests pro Woche?

Auch Robert Hartmann, Vorstandsmitglied des FC Finsing, hält ein Training derzeit nicht finanzierbar. „Wir haben drei Herren-Mannschaften mit insgesamt mehr als 60 Aktiven. Wenn die, wie in der Vorbereitung üblich, drei- bis fünfmal in der Woche trainieren würden, würde die Testerei eine Menge Geld kosten – welches der Verein nicht hat.“ Auch beim Bezirksligisten bleibt es also beim digitalen Training und bei individuellen Laufeinheiten. „Leider“, so Hartmann.

Eitting und Lengdorf warten ab

Auch der FC Eitting signalisiert: „Schnelltests kommen für uns nicht in Frage. Wir werden abwarten, bis Training ohne Tests erlaubt ist“, so Eittings Vereinschef Fred Neudecker. Beim FC Lengdorf hingegen stellt sich die Frage ohnehin noch nicht, weil die Gemeinde die Plätze bis 22. März komplett gesperrt hat. Ob sie danach geöffnet werden, werde heute oder am Montag entschieden. „Wir sind von der Gemeinde abhängig“, so Fußball-Abteilungsleiter Anton Bauer.

BSG Taufkirchen: Frühestens April

Kreisliga-Konkurrent BSG Taufkirchen beginnt frühestens Anfang April mit dem Training, „natürlich unter Berücksichtigung der aktuellen Coronazahlen“, wie Fußballchef Ferdinand Schediwy betont. „Weiterhin wollen wir auch die Empfehlung und Vorgaben des BFV entsprechen.“ Schnelltests kämen aber nicht in Frage. Fußball in Corona-Zeiten – es bleibt kompliziert.

Oder um es mit Schediwy zu sagen: „Schau ma mal, wie es die nächsten Wochen weitergeht.“

(Dieter Priglmeir)

330 Aufrufe19.3.2021, 08:41 Uhr
Erdinger Anzeiger / Dieter PriglmeirAutor

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